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Velten Nach dem Abitur 2017 in den Kreißsaal
Lokales Oberhavel Velten Nach dem Abitur 2017 in den Kreißsaal
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07:08 19.06.2018
Michelle Schaal aus Velten lernt am St.Joseph Krankenhaus in Berlin.
Michelle Schaal aus Velten lernt am St.Joseph Krankenhaus in Berlin. Quelle: privat
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Velten

Vorerst gegen ein Studium hat sich Michelle Schaal aus Velten, die im Sommer 2017 am Hedwig-Bollhagen-Gymnasium in Velten ihr Abitur bestanden hat, entschieden. Stattdessen absolviert die 18-Jährige eine Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin am katholischen St. Joseph- Krankenhaus in Berlin-Tempelhof, wo Theorie und Praxis eng verzahnt sind. „Man kennt sich dort, es gibt wenig Hierarchien und es ist klein und familiär.“

Medizinstudium oder Ausbildung

Die Ausbildung war eine spontane Entscheidung, gibt Michelle zu. Erst im Juni 2017 habe sie sich für den Herbst desselben Jahres beworben. Da seien vielen Bewerbungsfristen schon abgelaufen gewesen. „Ursprünglich wollte ich mich für ein Medizinstudium bewerben, und ich hatte auch andere Berufsideen wie Hebamme oder Präparationstechnische Assistentin im Kopf. Als Kind wollte ich Veterinärmedizin studieren.“ Mittlerweile sei sie froh, sich dagegen entschieden zu haben. „Ich arbeite sehr gern mit Kindern.“ So engagiert sich die Veltenerin auch als Teamer in der Kirchengemeinde und absolvierte ein Praktikum im Kindergarten.

Schulkenntnisse in der Ausbildung hilfreich

Für die Ausbildung haben ihr im Bereich der Physiologie, der Neurologie und der Genetik das Wissen aus dem Biologie-Leistungskurs weitergeholfen. Aber auch Inhalte des Faches Politische Bildung half ihr bei rechtlichen Fragestellungen und die Englischkenntnisse seien in dem sehr multikulturellen Krankenhaus und beim medizinischen Englisch hilfreich, freut sich die angehender Kinderkrankenschwester, die später gern im Bereich der Pädiatrie oder in der Intensivmedizin arbeiten würde.

Mehr Zeit im Bereich der Intensivmedizin

Im ersten Jahr der Ausbildung, die am St. Joseph-Krankenhaus sehr schülernah und individuell gestaltet sei, durchlief Michelle Schaal bereits verschiedene Abteilungen, wie die Säuglingsstation und den Kreißsaal. „Besonders die Neonatologie hat mir gut gefallen.“ Auch wenn sie viel „Leid sehen“ und auch die Reanimation von Babys miterleben musste. Aber die Aufgaben seien vielseitig und der Betreuungsschlüssel sei auf dieser intensivmedizinischen Station ein anderer. „Dadurch, dass es weniger Patienten sind, hat man mehr Zeit für sie und auch für die Arbeit mit den Angehörigen.“

Einsatz für menschenwürdige Pflege

Ein Thema, das der 18-Jährigen sehr am Herzen liegt. So half sie jüngst bei der Organisation der Demonstration „Walk of Care“, bei der in Berlin über 500 Teilnehmer für eine menschenwürdige Pflege auf die Straße gingen.

Von Ulrike Gawande