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Velten Wie in Portugal
Lokales Oberhavel Velten Wie in Portugal
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01:16 01.04.2019
Reitlehrerin Julia Wheale liebt das Reiten. Quelle: Enrico Kugler
Velten

Mowgli, Pepe, Max und Moritz blinzeln noch ein bisschen müde in die Morgensonne an diesem kühlen Dienstag. Ihr Arbeitstag beginnt erst noch so richtig. „Das sind einige unserer Schulpferde“, erklärt Julia Wheale. Mit ihrem Mann Ingo Michalik leitet sie die Reitschule „Zum alten Gutshof“ in der Breiten Straße. Zuletzt haben zwei Höfe in der Ofenstadt aufgegeben. „Damit sind wir die letzte Reitschule Veltens“, erklärt die Reitlehrerin. Vor drei Jahren hat die 42-Jährige ihre Reitschule hier eröffnet, damals mit ihrem eigenen Pferd.

Reiterhof und Reitschule Velten Quelle: Enrico Kugler

Heute gibt es neun Tiere für den Reitunterricht auf dem Hof, vom kleinen Pony bis zum 750-Kilogramm-Warmblüter. Und es kann gut sein, dass viele der Schüler, deren Reitschulen in der Ofenstadt aufgegeben haben, demnächst vor dem Tor der letzten Reitschule stehen. Dabei sind die Zahlen der Schüler – meistens Kinder zwischen acht und zwölf Jahren – ohnehin schon seit Jahren steigend, viele kommen extra aus Berlin in die Ofenstadt zum Training. „Wenn mehr Schüler kommen und wir mehr Ponys und mehr Leute brauchen, dann werden wir das auch tun“, sagt die Reitlehrerin.

Reiterhof und Reitschule Velten Quelle: Enrico Kugler

Julia Wheale war schon immer von Pferden begeistert, ist schon als kleines Mädchen geritten. Diese Begeisterung für die Tiere will die Reitlehrerin auch an ihre Schüler weitergeben. „Wir arbeiten hier mit dem Pferd, nicht durch das Pferd. Kein Tier wird hier überfordert“, erklärt Julia Wheale, die die Pferde im Training immer nur 30 Minuten im Einsatz lässt.

Reiterhof und Reitschule Velten Quelle: Enrico Kugler

Zudem sollen die Kinder im Unterricht zur Selbstständigkeit erzogen werden. „Sie sollen die Tiere selbst holen, putzen und später auch satteln und trensen“, erklärt die 42-Jährige. Einmal im Monat gibt es auch Theorieunterricht, in dem Themen wie Gesundheit, Fütterung oder Pflege der Pferde behandelt werden. „Das ist ein bisschen wie in der Fahrstuhle, da kann jeder immer einsteigen.“ Im Vordergrund steht aber natürlich die Praxis: Vom vernünftigen Sitzen und dem Umgang mit dem Tier bis hin zum Reiten selbst. Zu Ostern wird es auch den ersten Reitabzeichen-Kurs geben, der zur Teilnahme an Turnieren berechtigt.

Reiterhof und Reitschule Velten Quelle: Enrico Kugler

In diesem Jahr wollen die Veltener außerdem mit dem sogenannten Working-Equitation voll durchstarten. Der Ursprung liegt bei portugiesischen Rinderhirten, die ihre Pferde in Puncto Geschick messen wollten. Heute ist daraus ein Turniersport geworden. „Im Süden Deutschlands hat das schon eingeschlagen wie eine Bombe“, sagt Julia Wheale. Ein bisschen sei es wie Western-Geschicklichkeitsreiten, geritten werde einhändig und oft mit einem langem Stab, Garrocha genannt. Auch Rinder seien immer dabei. „Man muss unter anderem über eine Brücke reiten, Slalom reiten oder ein Tor öffnen und schließen, ohne das Gatter loszulassen“, erklärt Julia Wheale. Die ersten Kurse zur Working-Equitation gab es schon, ein erster Stammtisch zum Thema auf dem Reiterhof sei gut besucht gewesen. Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die ersten Turniere des neuen Trendsports in Velten ausgetragen werden.

Von Marco Paetzel

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