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Velten Junge Wilde fürs Stadtparlament
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17:53 13.05.2019
20 Jahre: Lukas von Lewinski will einen Sportfonds für die Hennigsdorfer Vereine. Quelle: privat
Hennigsdorf

Neun Monate lang fuhr Lukas von Lewinski durch Neuseeland, spulte tausende Kilometer auf der Landstraße ab. Das Geld für den Wagen hatte der junge Mann mit dem Putzen von Wohnmobilen in Auckland verdient. „Das war eine tolle Erfahrung, die Neeseeländer sind sehr entspannt“, sagt der 20-Jährige. Nachdem er wieder zuhause in Hennigsdorf war, überzeugte ihn seine Mutter Angela Becker davon, für das Hennigsdorfer Bürgerbündnis zu kandidieren. Nun steckt Lukas von Lewinski voll im Wahlkampf, er will in die Stadtverordnetenversammlung einziehen – als jüngster Bewerber seiner Liste.

Ein Fonds für Sportvereine

Am Bürgerbündnis gefällt dem 20-Jährigen, dass alles offen ist. „Es gibt keinen Fraktionszwang, jeder kann seine Meinung vertreten“, sagt Lukas von Lewinski, der an der Beuth-Hochschule für Technik Berlin Maschinenbau studiert. Seine Jugend sieht er als Vorteil. „Es gibt bislang kaum junge Leute im Stadtparlament, da bringe ich eine andere Sicht auf die Dinge herein“, sagt der Hennigsdorfer, der in der 1. Mannschaft von Motor Hennigsdorf Handball spielt. Ganz konkret fordert er eine S-Bahn-Haltestelle für Hennigsdorf-Nord, eine Umgehungsstraße für Nieder Neuendorf und einen städtischen Fonds für Sportvereine. „Es fehlen überall Trainer. Mit dem Geld könnte man welche engagieren, das würde vor allem der Jugend zugute kommen“, sagt Lukas von Lewinski, dessen verstorbener Großvater Günter von Lewinski das Bürgerbündnis mitbegründet hat.

20 Jahre: Angelina Henning tritt für die Grünen an. Quelle: privat

Auf der Liste der Hennigsdorfer Grünen ist Angelina Henning, Jahrgang 1999, mit Abstand die Jüngste. Sie sei immer wieder erschrocken vom Rechtsextremismus in Deutschland gewesen. „Still sein wird nicht weiterhelfen, es muss sich etwas verändern. Daraus entstand mein Wunsch, mich politisch zu engagieren“, so die Mathematik-Studentin der Uni Potsdam. Ihr Ziel sei es auch, das Klima zu schützen. Für Hennigsdorf wolle sie erreichen, dass Deutschland seine Klimaziele hochstecken und diese dann auch einhalten, um die Erde auch für die nächsten Generationen zu bewahren. „So können wir regional damit anfangen, zum Beispiel die Beschlüsse der Stadt und des Kreistages auf Nachhaltigkeit zu überprüfen“, sagt die junge Grüne, deren Vater Patrick Henning ebenfalls für einen Platz in der SVV kandidiert.

Bildung im Blick

Wichtig sei ihr auch, die Bildung zu fördern, indem die Stadt Kitas und Schulen unterstützt, Kindern ein Bewusstsein und eine daraus folgende Wertschätzung der Natur zu lehren. Wert liegt sie auch auf musikalische Projekte, die in Zusammenarbeit mit der Musikschule gestaltet werden könnten, damit jedes Kind die Chance bekomme, ein Instrument zu spielen.

Arne Gawande ist erst 18 Jahre alt. Quelle: Enrico Geißler

Arne Gawande, Jüngster der Liste der Veltener Linken, indes wolle dafür sorgen, dass die Ofenstadt bunt und solidarisch bleibe. „Mein Ziel ist, dass man Rechtsextremen und Populisten keine Stimme gibt. Die AfD tritt zum ersten Mal zur Wahl an und Pro Velten bläst von Zeit zu Zeit ins selbe Horn“, sagt der 18-Jährige, der seine Abiturprüfungen am Veltener Bollhagen-Gymnasium hinter sich gebracht hat. Am 5. Mai 2018, Karl Marx hätte Geburtstag gehabt, schloss sich Arne Gawande deshalb der Linksjungend-Solid in Oranienburg an. Ralf Wunderlich, Palamentarischer Geschäftsführer der Linken im Kreis, überzeugte den Veltener schließlich, in der Ofenstadt für die SVV zu kandidieren.

Fehlende Erfahrung ist kein Nachteil

Aus seiner Sicht ist die fehlende Erfahrung kein Nachteil. „Es kann ein Vorteil sein, neue Wege zu gehen und die Dinge neu zu denken. Dass ich noch nicht wie ein erfahrener Parlamentarier alle juristischen Tricks und Kniffe kenne, ist klar“, sagt der junge Mann, der Politikwisschenschaft und Geschichte studieren will. Neben einem toleranten Velten würde er sich in der Stadtverordnetenversammlung dafür einsetzen wollen, dass die Busanbindung in die umliegenden Städte und Gemeinden verbessert wird. Mit Bruder Ole Gawande (19), der für die FDP in die Veltener Stadtverordnetenversammlung will, diskutiert er öfter über Politik. „Am Ende sind wir aber Brüder wie andere auch, da ist alles okay.“

Von Marco Paetzel

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