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Velten „Ich hatte mehrfach Gänsehaut und war tief berührt“
Lokales Oberhavel Velten „Ich hatte mehrfach Gänsehaut und war tief berührt“
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10:47 25.09.2018
Romano Bergling (3.v.l.) zusammen mit seinem Team von „Wir für euch“ und Unterstützern am Sonntag bei „Velten läuft“. Quelle: Robert Roeske
Velten

Mit gerade einmal 26 Jahren musste der aus Velten stammende Romano Bergling den Verlust seiner geliebten Mutter verkraften, die im Dezember 2014 im Alter von nur 46 Jahren verstarb. Seit diesem schmerzhaften Moment engagiert sich Bergling mit großem Kraftaufwand für das Oranienburger Hospiz Lebensklänge. „Wir wollen ein Bewusstsein in der Gesellschaft für dieses gerne verschwiegene Thema schaffen“, beschreibt Bergling seinen Antrieb seit jeher. Der Veltener, der selbst im Pflegebereich arbeitet, gründete die Initiative „Wir für euch“, die seit 2015 mit großem Engagement Spenden sammelt. Am Sonntag war die Initiative beim VolkslaufVelten läuft“ präsent, welcher in einen Benefizlauf für das Oranienburger Hospiz umgewandelt wurde. Die MAZ sprach mit dem 30-Jährigen im Anschluss über die Laufveranstaltung, die erreichte Spendensumme und über seine Pläne für die Zukunft.

Man hat Ihnen am Sonntag mehrfach angesehen, dass sie sehr berührt waren von der Resonanz aller Sportler und Besucher beim BenefizlaufVelten läuft für das Hospiz“. Wie würden Sie den Tag rückblickend beschreiben?

Romano Bergling: Es war einfach nur überragend. Es lief alles nahezu perfekt, wir sind alle im Team absolut überwältigt. Es war für uns ein großer Kraftakt im Vorfeld, dies so zu stemmen. Als Beate und Jerome Malanowski, Yvonne Splitt, Christiane Tegge und ich im März mit den Planungen begannen, hätten wir nicht mit solch einem großen logistischen Aufwand bei einer Laufveranstaltung gerechnet, das muss ich ehrlicherweise zugeben. Die letzten Monate waren für uns sehr kräftezehrend, da wir ja alles ehrenamtlich und neben unseren alltäglichen Verpflichtungen mit Beruf und Familie bewerkstelligen. Daher hatte ich mehrfach am Sonntag Gänsehaut und war tief berührt. Vor allem, weil schon vor dem Lauf auch die Bereitschaft von Vielen, zu helfen, so unglaublich groß war.

Mit 6913,71 Euro konnten Sie eine große Spendensumme für das Hospiz erzielen. Überragend, oder?

Wahnsinn, einfach nur fantastisch. Wir hatten keine wirkliche Vorstellung, welche Summe wir einnehmen könnten. Aber dank vieler Sponsoren und unserer privat organisierten Tombola kam diese tolle Summe schlussendlich zu Stande. Im Endeffekt zählt jeder Euro und hilft, Träume und Wünsche im Hospiz zu erfüllen. Dass wir 7000 Euro an einem Sonntagvormittag bei einer Laufveranstaltung einsammeln konnten, ist überwältigend.

Demnächst werden Sie die Spenden wieder im Oranienburger Hospiz Lebensklänge überreichen. Sind das dann spezielle Momente für Sie?

Auf jeden Fall. Die Scheckübergabe ist immer ein ganz besonderer Moment für uns alle. Gerade das Feedback von den Mitarbeitern des Hospizes ist überwältigend und für uns immer wieder Ansporn, weiterzumachen. Auch die Bewohner sind dankbar, das zählt.

Vor fast vier Jahren starb ihre Mutter viel zu früh. Hätten Sie zum damaligen Zeitpunkt nur im Ansatz damit gerechnet, dass Sie mit ihrer Initiative einmal so viel Aufmerksamkeit erzielen können?

Nein! Wie ich ja schon ab und an mal erwähnte, haben wir 2015 mit einem kleinen Kuchenbasar in Potsdam begonnen. Dass wir nun solche Größenordnungen erreichen können, ist einfach nur toll. Sicherlich spielt auch die mediale Unterstützung eine große Rolle. Dass wir mit der MAZ einen Medienpartner gewinnen konnten, hat uns sehr geholfen und war ein weiterer Meilenstein. Aber auch die Unterstützung vieler Unternehmen ist grandios. Immer wieder kamen neue Firmen im Vorfeld der Tombola im Rahmen von „Velten läuft“ auf uns zu und boten Hilfe an.

Gibt es spezielle Augenblicke während solcher Veranstaltungen, in denen Sie sich ihrer Mutter besonders verbunden fühlen?

Ja die gibt es. Als wir 2016 ein Benefiz-Fußballspiel in Kremmen organisierten, war es beim Anpfiff, als ich die vielen Menschen am Spielfeldrand sah. 2017 beim Benefizspiel-Handballspiel in der Oranienburger MBS-Arena war es ebenfalls der Anwurf, als man sich umschaute und die voll besetzte Halle erblickte. Und am Sonntag dann beim Startschuss des Laufes in Velten, als man wusste, alles läuft nach Plan. In diesen Momenten muss ich immer ganz besonders an meine Mutter denken. Ich hatte am Sonntag auch das Gefühl, dass sie mir von oben zuschaut und mir geholfen hat. Als die Laufveranstaltung beendet war, begann es, extrem zu regnen und irgendwie habe ich gedacht, meine Mutter hat dafür gesorgt, dass unsere Anstrengungen nicht umsonst waren. Das war ein sehr schöner Gedanke und ein tolles Gefühl.

Fußball, Handball, Laufen – als ehemaliger Kicker, unter anderem in Velten und Kremmen, sind Sie auch mit ihrer Initiative immer sportlich unterwegs. Viele fragen sich nun: Was kommt im Jahr 2019 für eine Spendenaktion von „Wir für euch“? Kann man da schon etwas verraten?

Ich kann auf jeden Fall so viel verraten, dass wir in der Planung für ein neues Projekt stehen. Ideen sind schon da, wir müssen nur schauen, in welchem Umfang wir das dann auch realisieren können. Wir alle sind mit unserer ehrenamtlichen Arbeit am Limit und müssen auch noch Zeit für unsere Familien haben, die uns bisher fantastisch unterstützt haben. Das darf man nicht vergessen bei allem Engagement, auch sie haben es mehr als verdient, etwas von uns zu haben. Ich selbst beginne demnächst eine neue Ausbildung und werde da auch zeitlich eingeschränkter sein. Demnach setzen wir uns in naher Zukunft mal in Ruhe hin und werden überlegen, was und in welchem Rahmen wir dann stemmen können. Aber wir wollen natürlich auch in Zukunft die Menschen auf die Problemfelder aufmerksam machen. Ich möchte mich dabei auch noch einmal bei allen bedanken, die uns in den vergangenen Jahren bereits unterstützt haben und uns Kraft gegeben haben. Wir freuen uns jetzt schon auf die Zukunft.

Von Knut Hagedorn

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