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Velten Jetzt kämpfen alle für die schwerkranke Emma (1)
Lokales Oberhavel Velten Jetzt kämpfen alle für die schwerkranke Emma (1)
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18:03 09.05.2019
Familie Druckrey mit der kleinen Emma (1) und Sohn Emil.
Velten

Einer für alle, alle für Emma – ganz Oberhavel macht sich am Sonnabend auf die Beine, um dem todkranken Mädchen zu helfen. Die Einjährige leidet an Blutkrebs und braucht dringend einen genetischen Zwilling. Eine große Typisierungsaktion findet am Sonnabend in der Ofenstadthalle statt. Von 11 bis 16 Uhr können alle, die spenden wollen, vorbeikommen. Schon im Vorfeld ist klar: Die Unterstützung, einen passenenden Spender zu finden, wird riesengroß sein.

So wie bei Nick. Der Junge aus Hohen Neuendorf war ebenfalls an Leukämie erkrankt. „Die Zeit vor und während der Typisierung werden wir wohl nie vergessen“, erinnert sich Mutter Steffi. „Man schwebt zwischen den Gefühlen von Verzweiflung, Angst, Hoffnung und totaler Überwältigung.“ Ihnen sei klar gewesen, dass die vielen Menschen, die sich typisieren haben lassen oder Geld gespendet haben, nicht nur unserem Nick, sondern allen kranken Menschen, die eine Stammzelltransplantation benötigen, helfen wollen. „Wir waren überwältigt über die großartige Hilfsbreitschaft der vielen, vielen Menschen, die gespendet haben.“

Nick (Mitte) geht schon wieder zur Schule. Quelle: Robert Roeske

Die Zeit, bis ein passender Spender gefunden wurde, sei sehr zermürbend gewesen. „Man weiß zwar, dass nicht zuletzt durch die großartige Arbeit der DKMS die Chancen statistisch mittlerweile bei etwa 80 Prozent liegen, einen passenden Spender zu finden. Aber was geschieht, wenn man unter die anderen 20 Prozent fällt. Wenn genau derjenige, den man braucht, noch nicht registriert oder zu alt oder selbst krank ist. Diese Gedanken lassen einen nicht los – in dieser Zeit des Wartens.“

Man dürfe aber nicht die Hoffnung aufgeben. „Man muss immer zuversichtlich bleiben, auch wenn es manchmal sehr schwer fällt. Wir wünschen und hoffen für Emma und ihre Familie, dass so schnell wie möglich ein Spender gefunden wird.“

Ähnlich sieht es Springreiter Max-Hilmar Borchert. Der heute 28-Jährige hat auch das volle Programm miterlebt. Spendersuche, Transplantation, Kampf gegen den Tod – der Sport habe ihn am Leben gehalten. „Nach der Suchaktion habe ich jeden Tag gehofft, dass die Nachricht kommt, dass ein passender Spender gefunden wird“, erinnert sich der Menzer.

„Dann ging es auch relativ schnell. Binnen zwei Wochen war jemand gefunden. Am Ende kamen sogar drei Menschen in Frage. Ich hatte echt Glück. Ich drücke der Familie und Emma beide Daumen, dass jemand dabei ist“, sagt Borchert, der nur noch einmal im Jahr zur Kontrolle muss. „Ich habe einen Rat: Lenken Sie sich ab, um den Alltag, der sie runterziehen wird, zu vergessen. Stecken Sie nie den Kopf in den Sand, bleiben Sie optimistisch.“

Max Hilmar Borchert mit Freundin Claudia Abraham. Quelle: Sebastian Morgner

So hat es auch Tessa Szereiks gemacht. „Um ehrlich zu sein habe ich mich nicht so sehr mit dem Warten beschäftigt“, sagt die 24-Jährige, die auch an Leukämie erkrankt war und sich nach den Strapazen der Transplantation zurück ins Leben gekämpft hat. „Ich versuchte, die Zeit so sinnvoll wie möglich zu nutzen. Ich wollte das Beste daraus machen.“ Tessa, die derzeit eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement absolviert, muss noch regelmäßig ins Virchow zur Infusion. „Das ist halt so“, sagt sie. „Die Ausbildung macht Spaß, meiner Familie geht es gut und ich bin glücklich.“

Tessa Szereiks aus Birkenwerder absolviert eine Lehre. Quelle: Enrico Kugler

Das will auch die Familie Druckrey wieder sein. Emma ist derzeit im Krankenhaus. Sie habe mit den Nebenwirkungen der Chemotherapie zu kämpfen. „Ich werde mit meinem Sohn Emil am Sonnabend in Velten sein. Meine Frau und Emma nicht. Wir hoffen, dass viele Menschen kommen und ein passender Spender dabei ist“, sagt Vater Björn Druckrey. Auch vom Organisationsteam gibt es grünes Licht: „Wir haben alles für die Registrierungsaktion vorbereitet und erwarten jetzt den Sonnabend“, sagt Vanessa Pawelski, „Wir verteilen noch Flyer, sodass viele Menschen kommen, um sich zu registrieren.“

Die Märkische Allgemeine Zeitung wird am Sonnabend bei der Typisierungsaktion für Emma (1) eine Torwand aufstellen.

Jeder Schuss für Emma, lautet das Motto. Drei Versuche rechts unten, drei Versuche links oben – treten Sie gegen den Sportreporter Knut Hagedorn und MAZ-Redaktionsleiter Sebastian Morgner an.

Die Einnahmen kommen der DKMS (einst Deutsche Knochenmarkspenderdatei) zu Gute.

Von Sebastian Morgner

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