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Velten Krieg oder Liebe?
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16:11 13.02.2020
Lysistrata ruft die Frauen aus Sparta und Athen dazu auf, für den Frieden zu kämpfen. Quelle: ENRICO KUGLER
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Velten

„Kein Mann wird mehr gegen einen anderen ein Schwert ziehen“, prophezeit die resolute Lysistrata den Frauen aus Sparta und Athen. Die Frauen haben es satt, Kinder zu gebären und sie dann an den Krieg zu verlieren, der schon eine Ewigkeit zwischen Sparta und Athen geführt wird. Dass ihre Ehemänner und Liebhaber nie zu Hause sind, wollen die Damen ebenfalls nicht mehr hinnehmen. Sie sehen nur einen einzigen Ausweg: Sie müssen ihre Männer zum Frieden zwingen. Das beste Druckmittel ist schnell gefunden. Die Herren werden aus den gemeinsamen Betten verbannt. Das Publikum verfolgt gespannt, teils sehr amüsiert, das Schauspiel auf der Bühne. Die Schüler der Theater AG haben fast ein Jahr geprobt.

Lysistrata wurde im Bollhagen-Gymnasium Velten aufgeführt. Quelle: Enrico Kugler

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Die Theater AG hat ein ganzes Jahr geprobt

Am Mittwoch fand schließlich die Premiere statt. Eine zweite Aufführung folgte am Donnerstag. Dass ausgerechnet die Komödie Lysistrata des griechischen Dichters Aristophanes aus dem Jahr 411 vor Christus ausgewählt wurde, kann Michael Martin, der die Theater AG mit Gudrun Hinze leitet, ganz einfach begründen: „Die Jugendlichen hatten Lust darauf.“ Die Theater AG, die jedes Jahr ein neues Stück auf die Bühne bringt, wählt gerne traditionelle Erzählungen. „Mir gefällt die Inszenierung total gut, denn auf diese Weise wird uns jungen Leuten ein Stück Weltliteratur näher gebracht“, sagt die Zwölftklässlerin Nora Wegner, die im Publikum sitzt und ihre beste Freundin auf der Bühne bewundert. „Die Mitglieder der Theater AG haben so viel Mühe hineingesteckt, da finde ich es selbstverständlich, dass man diese Arbeit mit Applaus lobt.“

Lysistrata wurde im Bollhagen-Gymnasium Velten aufgeführt. Quelle: Enrico Kugler

Emanzipierte Frauen stehen im Mittelpunkt

In „Lysistrata“ geht es im Wesentlichen um emanzipierte Frauen und die Unsinnigkeit von Kriegen. „Das passt ja auch in unsere heutige Zeit“, erklärt Nora Wegner. „Die Sexualisierung der Frau ist ja nach wie vor ein Problem.“ Auch Annika Gaedtke, ebenfalls aus der 12. Klasse, gefällt das Schauspiel sehr gut. „Ich kannte den Stoff bislang nicht. Umso schöner, dass ich den Inhalt auf so anschauliche Weise vermittelt bekomme“, erklärt die Schülerin.

Auf der Bühne geht es dramatisch zu. Die Männer wollen die Erpressung durch das weibliche Geschlecht nicht akzeptieren: „Kein Mann, der noch ein Mann ist, duldet das!“ Einer der Herren tritt vor Wut so heftig gegen einen rosa Plastikeimer, dass dieser an der Seite bricht. Mit diesen wollte sich das „starke Geschlecht“ gegen einen Wasserangriff der Damen wehren, welche als große Gruppe die Akropolis besetzt halten. „Die Rettung Griechenlands hängt jetzt von uns ab“, appelliert Lysistrata an ihre Geschlechtsgenossinnen. „Lieber lasse ich mich in Stücke reißen, als dass der Krieg so weiter geht“, behauptet eine der Damen. „Sehnt ihr euch nicht auch alle nach eures Kindern Vater?“, fragt Lysistrata „Alle Liebhaber sind wie weggeblasen“, klagt die Verfechterin des Friedens.

Lysistrata wurde im Bollhagen-Gymnasium Velten aufgeführt. Quelle: Enrico Kugler

In der heißen Phase wurde auch am Wochenende geprobt

Die Hauptrolle Lysistrata hat die Zwölftklässlerin Lena Kazmierczak ergattert. „Anfangs liefen die Proben ziemlich träge“, erinnert sich die Schülerin. „Doch als es dann vor einem Monat in die heiße Phase ging, haben wir uns alle richtig angestrengt“, sagt sie. „Wir waren zu Hundert Prozent dabei, weil wir alle wollten, dass das Stück richtig gut wird“, berichtet Leon Reinhold. Der 17-Jährige hat insgesamt 14 Personen aus Familie und Freundeskreis im Publikum. Bevor es auf die Bühne geht, steigert sich die Aufregung. „Wir machen immer ein paar Beruhigungsübungen“, erzählt Leon Reinhold. Dazu gehören Atem- und Sprechtraining. „Wir wollen so deutlich wie möglich sprechen“, erklärt Lena Kazmierczak. „Die saubere Aussprache von Konsonanten und Zischlauten ist sehr wichtig.“ Im Vorkauf gingen 90 Karten weg. An der Abendkasse wurde es dann aber noch einmal voll. „Das ist meistens so“, kann Mara Fendrich, die die Besucher am Eingang begrüßt, bestätigen. „Wir mussten sogar noch Stühle dazustellen. Viele entscheiden sich spontan, zur Theateraufführung zu kommen“, erzählt die 17-Jährige.

Auf der Bühne wird am Ende doch noch alles gut. Das sperrige Verhalten der Frauen aus Athen und Sparta führt zum Erfolg: die Männer beenden den Krieg.

Von Wiebke Wollek

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