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Velten Nach Tumor-OP: Der dreijährige Johannes kämpft um sein Leben
Lokales Oberhavel Velten Nach Tumor-OP: Der dreijährige Johannes kämpft um sein Leben
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18:57 30.08.2019
Der dreijährige Johannes kämpft um sein Leben. Quelle: Privat
Marwitz

Dass unvorhersehbare Schicksalsschläge ein Leben schlagartig verändern können, ist vielen Menschen nicht wirklich bewusst. Auch Familie Zeiske aus Marwitz lebte bis zum 5. Dezember 2018 ein nahezu unbeschwertes Leben. Dann jedoch veränderte sich alles. Johannes war in der Kindertagesstätte umgekippt, lag krampfend am Boden mit Schaum vor dem Mund und wurde anschließend von Mama Vivien Zeiske in die Notaufnahme nach Oranienburg gebracht.

Chemotherapie in Berlin

„Dort wurde ein MRT durchgeführt und die Ärzte stellten dann fest, dass Johannes etwas am Großhirn hat, was dort nicht hingehört“, erinnert sich Mama Vivien Zeiske an den schicksalhaften Tag. Kurze Zeit später diagnostizierten die Ärzte bei dem Kind einen bösartigen Gehirntumor. „Allerdings können die Ärzte bis heute nicht sagen, um welche genaue Art es sich handelt. Diese Art von Tumor kannten sie bisher nicht, was natürlich auch die darauffolgende Behandlung deutlich erschwert“, so die 30-Jährige.

Seit Anfang des Jahres bekommt Johannes nun eine Chemotherapie, die im Berliner Virchow-Klinikum durchgeführt wird. „Er ist ein extrem tapferer Junge und ein Stehaufmännchen. Wahnsinn, wie er das alles wegsteckt, besser als wir“, erzählt Vivien Zeiske mit tränenerstickter Stimme über den Lebensmut ihres Sohnes.

Familie Zeiske (v. l.): Mama Vivien, Benjamin, Johannes und Papa Mathias. Quelle: Privat

Für Vivien und ihren Mann Mathias (31) ist es schwer, den seelischen Schmerz, die Angst um das eigene Kind, vollends auszublenden und immer wieder Stärke zu zeigen. Zudem wird beiden im nun komplett veränderten Alltag alles abverlangt. „Wir müssen dreimal am Tag zum Beispiel Fieber messen. Johannes darf sich nichts einfangen, da sein Immunsystem durch die Chemotherapie extrem schwach ist. Daher muss die Wohnung immer steril sein“, berichtet Zeiske über den Alltag.

Zudem kommt auch noch erschwerend hinzu, dass Johannes nicht mehr wirklich am sozialen Leben teilnehmen kann, um Infektionen zu vermeiden. „Wir vermeiden Besuche im Kino oder ähnliches, auch in die Kita kann er nicht mehr. Dreimal war er wegen eines Infektes im Krankenhaus, das war dann schon sehr dramatisch.“

Mit diesem Logo werden zukünftig Spenden in den Ahorn-Apotheken gesammelt für den kleinen Johannes. Quelle: Knut Hagedorn

Der Vater ist aktuell Alleinverdiener, da seine Frau sich in Elternzeit befindet, denn Johannes bekam im März mit Benjamin einen kleinen Bruder. Demnach wird es finanziell enger für die Familie. „Mein Mann muss oft unbezahlten Urlaub nehmen. Wir stoßen langsam aber sicher finanziell komplett an unsere Grenzen“, sagt Vivien Zeiske.

Da treten nun Freunde und Verwandte auf den Plan, die der vierköpfigen Familie helfen wollen. Unter dem Motto „Ein Herz für Johannes“ wurde ein Spendenkonto eröffnet, dazu gibt es einige schon angelaufene Aktionen für den Jungen und seine Familie.

Ivonne Rittner (l.) von der Ahorn-Apotheke aus Velten zusammen mit Vivien Zeiske (r.) und Johannes seiner Oma Manuela: Quelle: Knut Hagedorn

Unter anderem werden zukünftig in den drei Ahorn-Apotheken in Vehlefanz, Schwante und Velten Spendenboxen bereitgestellt, auch eine Facebookseite soll in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. „Dieses Schicksal lässt natürlich keinen kalt und geht einem durch Mark und Bein. Wir wollen der Familie so gut es geht helfen“, erklärt Ivonne Rittner von der Ahorn-Apotheke aus Velten.

Am 1. November feiern die Ahorn-Apotheken 25-jähriges Jubiläum, wo es eine große Tombola für den kleinen Johannes geben wird. Für seine Eltern heißt es dagegen, weiter stark zu sein und gemeinsam den Kampf gegen den Tumor und seine Folgen anzugehen.

„Wir sind mental sehr angegriffen, da wir auch nicht wissen, wie es weitergeht. Der Tumor wurde bei einer Operation zwar entfernt, aber die Ärzte wissen nicht genau, ob die Chemotherapie wirklich anschlägt. Das zerrt an unseren Nerven“, zeigt sich Mama Vivien dennoch tapfer.

Strahlentherapie im Ruhrgebiet

Ab Montag reist die Familie für einige Tage nach Essen, wo sich Johannes einer Strahlentherapie unterziehen muss. „Zunächst nur für ein paar Tage zur Vorbereitung, ab Mitte September dann für sechs Wochen“, so Mama Vivien vor der Abreise. Für Papa Mathias heißt das in den kommenden Wochen stetiges Pendeln zwischen der Stadt im Ruhrgebiet und Oberhavel, die nächste Herkulesaufgabe für die Familie.

„Natürlich kann er nicht für die ganze Zeit Urlaub nehmen, also muss er hin- und herfahren“, sagt Vivien Zeiske. Die Freunde und Verwandten versuchen währenddessen weiterhin, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um der Familie zu helfen. Es wurden bereits viele regionale Unternehmen angesprochen.

Spendenboxen in der Bäckerei Plentz

So werden ab Montag auch unter anderem in den sieben Filialen der Bäckerei Plentz Spendenboxen stehen. Auch die Sportvereine der näheren Umgebung haben bereits ihre Unterstützung zugesagt. So hofft man, der Familie zumindest eine Sorge nehmen zu können, um sich auf das Wesentliche konzentrieren zu können.

Auch die Gemeinde Oberkrämer hat der Familie Zeiske auf kurzem Wege geholfen. So eröffnete die Gemeinde für die Familie ein entsprechendes Spendenkonto, wo man unter dem Verwendungszweck „Ein Herz für Johannes“ Spenden einzahlen kann, um der Familie zu helfen.

Ein Herz für Johannes – Spendenkonto eröffnet

Die Gemeinde Oberkrämerhat für die Familie von Johannes ein Spendenkonto eingerichtet.

Alle darauf eingehenden Spenden kommen zu 100 Prozent Familie Zeiske aus Marwitz zu Gute, um die finanzielle Last aufgrund der gesundheitlichen Situation ihres Sohnes zu mindern.

Spenden für Johannes und seine Familie können auf das folgende Konto getätigt werden:

Gemeinde Oberkrämer

Mittelbrandenburgische Sparkasse

BLZ 160 500 00

Kto-Nr. 3 708 052 810

IBAN: DE44 1605 0000 3708 0528 10

BIC: WELA DE D1 PMB

Es wird gebeten, die Spenden unter dem Kennwort: „Ein Herz für Johannes“ vorzunehmen.

Von Knut Hagedorn

Das Schicksal des kleinen Johannes Zeiske aus Marwitz bewegt Oberhavel. Beim Dreijährigen wurde im Vorjahr ein Gehirntumor diagnostiziert. Viele Freunde der Familie versuchen nun die finanzielle Last der Familie mit diversen Spendenaktionen ein wenig zu mindern.

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