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Velten Kämpfen für ein krankes Mädchen: Helden stehen Schlange für Emma
Lokales Oberhavel Velten Kämpfen für ein krankes Mädchen: Helden stehen Schlange für Emma
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10:42 13.05.2019
Miriam Kutschke (26), die mit ihrem Sohn Collin (1) und dessen Patenonkel Heiko Fust (51) in die Ofen-Stadt-Halle gekommen war. Quelle: Robert Roeske
Velten

Sie waren die ersten, die das Wattestäbchen griffen, 90 Sekunden im Mund hin und her bewegten und dann in die Spender-Datei der DKMS aufgenommen waren: Miriam Kutschke (26), die mit ihrem Sohn Collin (1) und dessen Patenonkel Heiko Fust (51) in die Ofen-Stadt-Halle gekommen war. „Ich habe selber Kinder, da war es für mich selbstverständlich, dass ich helfen werde“, sagt die Veltenerin. „Die Chance, einen genetischen Zwilling zu finden, ist so gering.“ Da sei jeder, der sich anmeldet, wichtig. Das meint auch Heiko Fust. „Stäbchen rein, Spender sein. Es ist so einfach.“

Emma hat Leukämie und braucht einen Spender. Am 11. Mai haben sich 1154 Menschen registrieren lassen – es wurden mehr als 18 000 Euro an Bargeld gespendet.

Insgesamt 1154 Menschen sahen das genauso. Sie schenken der kleinen Emma (1) und deren Familie Mut: 1154 zusätzliche Chancen, um einen genetischen Zwilling für das an Blutkrebs erkrankte Mädchen aus Velten zu finden. 1154 Chancen, um mit einer Stammzellenspende das Leben des kleinen Mädchens zu retten. Genau so viele Menschen ließen sich am Sonnabend zwischen 11 und 16 Uhr in die Liste der Spender aufnehmen. Dazu wurde mit einem einfachen Wattestäbchen ein Abstrich von der Mundschleimhaut gemacht. Freunde der Familie hatten die groß angelegte Registrierungsaktion mit einem bunten Rahmenprogramm organisiert.

Bürgermeisterin Ines Hübner übernahm die Schirmherrschaft über die Veranstaltung. Quelle: Helge Treichel

Den Anstoß hatte Franziska Wischniewski gegeben. Theodor, der dreijährige Sohn der 28-Jährigen, und Emmas Bruder Emil gehen zusammen in den Kindergarten. „Das ist eine ganz tolle Familie. Da musst du eben irgendwie helfen“, begründet die junge Mutter ihren ehrenamtlichen Einsatz. Ein Anruf bei der gemeinnützigen DKMS GmbH zwei Wochen vor Ostern hatte genügt. „Eine halbe Stunde später kam der Rückruf“, sagt Franziska Wischniewski. Und dann sei alles recht schnell gegangen: Weitere Freunde machten mit. Bürgermeisterin Ines Hübner (SPD) übernahm die Schirmherrschaft und stellte kostenfrei die Ofen-Stadt-Halle zur Verfügung. Am Ende wirkten vollkommen unentgeltlich rund 100 Helfer mit, sagt DKMS-Mitarbeiterin Antonia Lukas. An 50 Plätzen konnten so gleichzeitig die DNA-Proben genommen und die erforderlichen Formulare ausgefüllt werden.

Familie Adameit aus Glienicke/Nordbahn bei der Registrierung. Betreut wurden sie unter anderen von Cindy Klix aus Velten (r.). Quelle: Helge Treichel

An einem der Tische saßen Ute und Stephan Adameit aus Glienicke. Sie waren extra mit ihren beiden Kindern (3 Jahre und zehn Monate) gekommen, um sich registrieren zu lassen. „Wir hatten das schon lange mal vor“, sagt Papa Stephan (34). „Hier wird kein Blut abgenommen, das tut keinem weh“, sagt Mama Ute Adameit (33) und ergänzt: „Das könnte auch unseren Kindern passieren.“ Ihr kleiner Janne war mit Emma in einer gemeinsamen Krabbelgruppe.

Das MAZ-Team war mit von der Partie. Quelle: Robert Roeske

Bewegt von der großen Resonanz und Hilfsbereitschaft zeigte sich Emmas Papa Björn Druckrey. „Ich bin beeindruckt, wie viele Leute in so einer kleinen Stadt zusammen kommen – und dass sie so zusammenhalten“, so der 32-Jährige.

Nach zwei Stunden hatten sich bereits 520 potenzielle Spender registrieren lassen. Auch die Spendenbox war schon gut gefüllt. Quelle: Helge Treichel

Zum Rahmenprogramm gehörten Kinderschminken, eine Tombola mit gespendeten Sachpreisen, eine Kunstauktion, eine Fotostation, eine Hüpfburg der „Beatfabrik“ sowie das Torwandschießen der MAZ. Sämtliche Erlöse kommen der DKMS zugute.

Zusätzlich wurde Geld gesammelt, da jeder einzelne Gentest 35 Euro kostet. Die gespendete Bargeldsumme liege bei 18 292,98 Euro, teilte Franziska Wischniewski mit. „So viel hatten wir nicht erwartet“, sagt sie überwältigt und dankbar zugleich. Ihre Motivation: „Ich wollte die organisatorischen Sachen übernehmen, damit für Emma schnell ein passender Spender gefunden wird. Die Eltern haben jetzt ja andere Sorgen.“

Von Sebastian Morgner

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