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Velten Super Stimmung in der Turnhalle: Sabine Tesmer geht voran
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16:57 11.02.2020
Die Kursteilnehmerinnen lieben ihre Übungsleiterin Sabine Tesmer (r.). Beim Neujahrsempfang ist sie ausgezeichnet worden. Quelle: Wiebke Wollek / Robert Roeske
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Velten

Während der Sturm Sabine am Montagnachmittag noch etwas abgeschwächt durch die Rathausstraße fegt, üben sich die Damen in der mehr als 100 Jahre alten Veltener Turnhalle in Körperspannung und Konzentration. Am Ende der Sportstunde gibt es noch eine Entspannungsübung. „Das ist gut gegen deine Kopfschmerzen“, erklärt Sabine Tesmer einer ihrer Kursteilnehmerinnen. Diese liegen auf blauen Turnmatten, die im Kreis angeordnet sind. Um Punkt 16 Uhr beendet die 61-Jährige, die schon als Schülerin in dieser historischen Halle trainiert hat, ihren Unterricht mit „Namaste“, einer unter Hindus verbreiteten Grußgeste, die hierzulande hauptsächlich durch Yoga bekannt ist.

Inspiration durch Yoga

„Vom Yoga habe ich mich als Übungsleiterin schon häufig inspirieren lassen“, erzählt die Vorsitzende der Sportgruppe SG Gymnastik Velten. Jeden Freitag besucht sie selbst einen Yogakurs. „Das gönne ich mir“, schwärmt die Freizeitsportlerin. Es ist der einzige Tag in der Woche, der nicht durch Aktivitäten ihres Veltener Vereins belegt ist. Wenn Sabine Tesmer nicht selber einen Kurs leitet, mischt sie sich gerne unter die übrigen Teilnehmer, zum Beispiel bei der Laufgruppe jeden Dienstag. „Ob jemand etwas schneller oder langsamer ist, spielt gar keine Rolle. Es finden sich immer kleine Grüppchen, die vom Tempo her zusammen passen.“

Sabine Tesmer ist Vortsitzende der SG Gymnastik Velten. Quelle: Wiebke Wollek

Nicht nur beim Yoga holt sie sich Anregungen für ihre Gymnastikkurse. „Egal, wo ich bin oder was ich gerade mache. Selbst beim Fernsehen kreisen meine Gedanken ständig um den Sport.“ Als Jugendliche hatte die gebürtige Hennigsdorferin, die schon ihr ganzes Leben in Velten wohnt, gerne Handball gespielt. Nachdem ihre beiden Kinder, eine Tochter und ein Sohn, zur Welt kamen, blieb weniger Zeit. Die junge Mutter widmete sich der Familie.

Mehr Lebensfreude durch Sport

Seit gut 20 Jahren spielt der Sport wieder eine wichtige Rolle, die Aktivitäten für den Verein geben der Rentnerin viel Lebensfreude. Körperliche Bewegung im Einklang mit Ernährung, Fitness, Gesundheit und Gemeinschaft haben für Sabine Tesmer, die gerne Suppen und Eintöpfe mit viel Gemüse kocht, einen hohen Stellenwert. „Man muss den inneren Schweinehund einmal überwinden, dann ist der Anfang geschafft“, sagt sie. „Ich hatte früher öfter mal Rückenschmerzen. Seitdem ich mich täglich bewege, habe ich damit nur noch selten Probleme.“

Sabine Tesmer wollte nicht nur selber aktiv sein, sondern auch andere motivieren. 1999 erhielt sie ihre Übungsleiter-C-Linzenz des Deutschen Olympischen Sportbundes im Bereich „Sport in der Prävention“. Fortan leitete sie verschiedene Kurse im Veltener Verein. Bald übernahm sie auch Sportstunden in Hennigsdorf –bei den AEG-Senioren und Sitzgymnastik beim Verein Jahresringe.

Vor zehn Jahren gab Inge Schubert den Vorsitz der SG Gymnastik Velten an Sabine Tesmer ab. „Ich wollte nie Vorsitzende werden, aber heute bin ich schon stolz darauf, dieses Ehrenamt übernommen zu haben.“ Inge Schubert ist ein großes Vorbild für die 61-Jährige. „Noch mit 86 Jahren kommt sie flott in die Turnhalle gelaufen. In dem Alter möchte ich auch noch so fit sein.“

Kurs nur für Herren in Planung

Auch Tochter Diana Fritschler-Tesmer, die die Hennigsdorfer Kita „Pünktchen und Anton“ leitet, ist Übungsleiterin im Veltener Verein. Momentan befindet sie sich in der Babypause. In Sabine Tesmers Kursen gibt es ausschließlich Teilnehmerinnen. „Die Kurse sind für Damen und Herren offen, aber einzeln wollen sich die Männer bei soviel Frauenpower nicht so gerne dazugesellen. Vielleicht können wir demnächst einen Sportkurs nur für Herren ins Leben rufen“, überlegt die Übungsleiterin. Ihr Engagement hat sich schon bis zur Bürgermeisterin Ines Hübner (SPD) herumgesprochen.

Als Sabine Tesmer eine Einladung der Stadt zum Veltener Neujahrsempfang in ihrem Briefkasten entdeckte, machte sie sich zunächst nicht allzu viele Gedanken um das bevorstehende feierliche Ereignis im Januar. „Ich wollte dort mit meinem Lebensgefährten einen netten Abend verbringen und hab mich natürlich auf die Veranstaltung gefreut“, erzählt die 61-Jährige, die in ihrer Funktion als Vereinsvorsitzende zum Empfang geladen war.

Als der Stadtverordnetenvorsteher Marcel Siegert (Pro Velten) mit seiner Laudatio für die Auszeichnung der Ehrenamtlichen begann, wusste Sabine Tesmer noch immer nicht, dass sie gleich aufs Podium muss. Als Siegert von einer sportlichen Veltenerin sprach, die schon in der Ofenstadt zur Schule ging, bekam sie den ersten kleinen Schreck und als Sabine Tesmer ihren Namen hörte, schlug das Herz fast bis zum Hals. „Da war ich plötzlich sehr aufgeregt. Aber ich habe mich natürlich total gefreut, dass ich geehrt wurde, auch wenn ich völlig ahnungslos war“, beschreibt es die überzeugte Freizeitsportlerin.

Von Wiebke Wollek

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