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Velten Bernsteinsee: Viel zu tun vor dem Saisonstart
Lokales Oberhavel Velten Bernsteinsee: Viel zu tun vor dem Saisonstart
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00:21 21.04.2019
REG-Chef Michael Kühne und sein technischer Leiter Steffen Carls (r.) bereiten sich auf den Start der Badesaison am Bernsteinsee am 15. Mai vor. Quelle: Enrico Kugler
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Velten

Steffen Carls lässt den Blick schweifen, im Wasser spiegelt sich der Himmel am Donnerstagvormittag. In knapp einem Monat ist es vorbei mit der Ruhe, dann tummeln sich hier wieder Badegäste. Am 15. Mai wird die Saison am Veltener Bernsteinsee ganz offiziell eröffnet. In den kommenden Tagen werden Arbeiter der Stadtwerke-Tochter REG, die das Gelände bewirtschaftet, Rasen- und Strandflächen harken, die Reste von Herbst und Winter entfernen. „Zur neuen Saison wollen wir auch eine Umkleidemöglichkeit schaffen“, sagt Carls, der bei der REG technischer Leiter ist. Dafür wird derzeit einer der Bungalow auf dem Gelände umgebaut, hier soll es sieben Umkleidekabinen geben, eine davon rollstuhlgerecht.

Die beiden Bungalows links daneben sollen bis zum Saisonstart noch abgerissen werden. Perspektivisch könnte sich hier einmal eine Freifläche bieten, auf der etwa Konzerte stattfinden könnten. Die sieben vorhanden Toiletten sollen nach der Saison saniert werden, sie stammen noch aus DDR-Zeiten. Dixie-Klos wird es aber weiterhin in der Saison entlang des Strandbereiches geben, um den Bedarf aller Badegäste zu decken.

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Sieben Umkleiden entstehen in einem der Bungalows. Quelle: Enrico Kugler

Eine weitere Neuerung gibt es am Parkplatz: Ab dem 24. Mai soll es dort eine Schrankenanlage geben, die jedes Auto passieren muss – ähnlich wie in einem Parkhaus. Die Parkenden bekommen an der Kasse einen Chip, mit dem sie wieder herausfahren können. Die Einfahrt bleibt an der bisherigen Stelle, eine Ausfahrt wird es ein paar Meter versetzt Richtung Landstraße geben. Die Preise für das Parken ändern sich nicht, zwei Euro kostet es pauschal pro Tag.

Auch ein Radweg wird gebaut

„Wir ermutigen aber jeden, mit dem Fahrrad zum See zu kommen“, erklärt Steffen Carls. Immerhin fällt der wilde Parkplatz auf der anderen Straßenseite des Sees durch die Autobahnbauarbeiten weg, dadurch halbiert sich die Park-Kapazität am See quasi. Auf dem Parkplatz selbst stehen knapp 400 Stellplätze zur Verfügung. Für Radler gibt es eine gute Nachricht: Ein Radweg nach Velten wird ab Anfang Juni gebaut. Ob er noch in dieser Saison fertig wird, ist allerdings noch unklar.

Hier wird eine Schranke installiert. Quelle: Enrico Kugler

Ein weiteres großes Thema ist seit Jahren die Wasserqualität des Bernsteinsees. 2017 hatte der langjährige Bademeister Marco Scafaro hingeschmissen, weil aus seiner Sicht das Retten einer Person, die unter Wasser geraten ist, an einigen Stellen nahezu ausgeschlossen sei. Im vergangenen Jahr ließ die Verwaltung ein sogenanntes limno- chemisches Monitoring am See machen. Dabei wurden unter anderem Wasserproben entnommen und in einem Fachlabor analysiert.

Warten auf die Genehmigung des Landkreises

Um die Sichttiefe dauerhaft auf einen Meter zu bringen, müssen nun von einem Boot aus Stoffe in den See eingequirlt werden. „Dadurch bilden sich Flocken, an denen sich die Nährstoffe anlagern, um dann an den Gewässergrund abzusinken. Das Selbstreinigungspotenzial des Sees wird dadurch deutlich angehoben“, erklärt Veltens Sprecherin Ivonne Pelz. Dafür braucht es aber eine Genehmigung des Landkreises Oberhavel. Diese müsste allerdings noch vor der Saisoneröffnung kommen, damit die Maßnahmen noch rechtzeitig erledigt werden könnten. „Für diese Arbeiten bräuchten wir nochmal etwa zwei Wochen“, erklärt Ivonne Pelz. Klappt es mit der Genehmigung nicht, könne man aber auch ohne Bedenken so in die Saison gehen.

Wie es mit den Imbissen am See ab 2020 weitergeht, ist unklar. Quelle: Enrico Kugler

Über Sanierungsmaßnahmen am See müssen die neu gewählten Stadtverordneten entscheiden. Ob die beiden Gaststätten vor Ort, das „Perla del Lago“, und die „Havelbaude“ eine Zukunft haben, ist etwa unklar. Jedes Jahr unterschreiben die Betreiber nur einen Ein-Jahres-Vertrag. Was 2020 kommt, ist unklar. „Es gibt Ideen, aber es ist nicht spruchreif“, sagt Steffen Carls. Eines steht aber fest: Ab 2020 wird es wieder mindestens zweimal im Jahr eine Beachparty am See geben. Die Stadtverordneten machten in diesem Monat dafür den Weg frei.

Von Marco Paetzel