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Velten Der Landrat sortiert Papiermüll
Lokales Oberhavel Velten Der Landrat sortiert Papiermüll
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16:11 28.08.2019
Landrat Ludger Weskamp sortierte mit. Die Pappe wird getrennt, genau wie Restmüll. Quelle: ENRICO KUGLER
Velten

Und dann fischt der Landrat wieder einen Stoß Werbeprospekte heraus, eingeschweißt in einer Plastikfolie. „Das ist wirklich ärgerlich“, sagt Ludger Weskamp und pult das Plaste von den Prospekten. Ärgerlich nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Mitarbeiter der Papier-Pappe-Kartonagen-Sortieranlage der Abfallwirtschafts-Union Oberhavel (Awu) auf dem Betriebshof in der Breiten Straße in Velten. Dort schaute sich der Landrat im Rahmen seiner Sommertour am Mittwoch um und schlüpfte auch in Arbeitsuniform samt Handschuhen.

Papiermüll vor Bürgern und Unternehmen

Er stand mit den Mitarbeitern am Förderband und sortierte Pappe, Plastik und Müll aus dem Papier aus, das per Band an ihm vorbeilief. „Eben hatte ich Katzenkot, davor ein Absperrventil oder Knochen. Es ist unglaublich, was die Leute in ihre Papiertonnen werfen“, so Weskamp. In der Papiersortieranlage landet der Inhalt aus allen 240-Liter-Papiertonnen im Gebiet Oberhavels, weit mehr als 66 000 Haushalte gibt es. Auch der Papiermüll aus Unternehmen aus dem Landkreis sowie aus dem Havelland und Ostprignitz-Ruppin wird hier sortiert.

Acht Mitarbeiter sortieren täglich den Papiermüll. Quelle: ENRICO KUGLER

Seit die Anlage 1996 errichtet wurde, karren Lkw jedes Jahr rund 13 000 Tonnen Papier-Pappe-Abfälle an. „Das ist recht konstant geblieben. Nur dass wir früher etwa doppelt so viel Zeitungspapier hatten, heute sind es mehr Verpackungen von Firmen wie Amazon, was das kompensiert“, erklärt Manfred Speder, , Geschäftsführer Awu.

Aus Abfall wird neues Papier

Die Abfälle werden per Lkw unten in der Anlage abgekippt, der Radlader kippt es in eine Dosiertrommel und ein Scheibensieb. Hier werden größere Kartonagen aussortiert. Eine Kamera erkennt auf dem Fließband weitere Kartonagen und sortiert sie per Luftdruck aus. Der Rest fließt per Förderband nach oben, wo die Mitarbeiter im Sortierraum stehen. Sie sammeln Pappe, eingefärbte Papiere oder Müll heraus und werfen sie in separate Behälter. „Am Ende trennen wir nach Zeitung, Mischpapier, Pappe und Restmüll“, erklärt Anlagenleiter René Steinfurth. Das Papier und die Pappe werden zu Ballen gepresst, jeweils 800 bis 1000 Kilogramm schwer, und an Papierfabriken verkauft, unter anderem nach Schwedt oder Eisenhüttenstadt – dort entsteht daraus neues Papier.

Immer mehr Müll landet im Papiercontainer, wie Kreis-Sprecherin Constanze Gatzke hier zeigt. Quelle: ENRICO KUGLER

Der Job am Fließband ist hart, acht Sortierer bearbeiten hier täglich zwischen 30 und 40 Tonnen. Einer davon ist Adriano Schulz. Der gelernte Fleischer verlor 1999 seinen Job und heuerte bei der AWU an. Seitdem steht er täglich am Fließband. „Hauptsache, man hat Arbeit“, sagt der 48-Jährige.

Ärgerlich finden er und Awu-Chef Manfred Speder, dass der Müllanteil immer mehr zunimmt. „Dadurch haben wir beim Sortieren wesentlich mehr Arbeit“, so Speder. Von 2 auf 2,5 Prozent sei der Müllanteil seit 2015 gestiegen. Klingt nicht dramatisch. Doch das bedeutet, dass 2015 rund 347 Tonnen Müll in der Anlage landeten. Im vergangenen Jahr waren es schon 463 Tonnen – das sind etwa 66 LKW-Ladungen.

Von ;Marco Paetzel

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