Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Velten Die Schau-Molkerei nimmt Gestalt an
Lokales Oberhavel Velten Die Schau-Molkerei nimmt Gestalt an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:25 25.07.2018
Kirsten Böhmann auf der Produktionsfläche der künftigen Schaumolkerei.
Kirsten Böhmann auf der Produktionsfläche der künftigen Schaumolkerei. Quelle: Marco Paetzel
Anzeige
Velten

Die Sonne knallt auf die Betonfläche. Ein paar Meter weiter Richtung Parkallee rotiert ein Kran, rangieren tonnenschwere Baufahrzeuge, kreischen die Kreissägen. Kirsten Böhmann steht mittendrin auf der Baustelle, Helm auf dem Kopf, und lässt den Blick schweifen. „Wahnsinn, was hier in den letzten zwei Wochen passiert ist“, sagt Böhmann schließlich.

Am Mittwoch war sie nach ihrem Urlaub das erste Mal wieder auf der Baustelle der Schaumolkerei. Und die Chefin der Berliner Milch- und Käsemanufaktur GmbH war beeindruckt, wie weit die Arbeiten schon vorangeschritten sind. Teilweise sind schon Wände hochgezogen, der Trakt für das Personal ist schon komplett überdacht. Und auch die Mittelstützen stehen bereits. Bis Ende des Jahres entsteht hier am Eingang des Veltener Businessparks, Berliner Straße/ Parkallee, die Schaumolkerei mit dem Namen „Milchmanufaktur Luisenhof“. „Wir liegen mit den Arbeiten voll im Plan, alles läuft“, sagt Kirsten Böhmann.

Rund 1800 Quadratmeter misst die Produktionsfläche. Quelle: Marco Paetzel

Mit Begriffen wie „Gläserne Molkerei“ will Böhmann ihr Projekt nicht bezeichnet wissen. Das klinge ja gerade so, als würde vor Ort für die Gäste nur so getan, als ob Milchprodukte produziert würden. In Velten solle es aber keinen Showbetrieb geben. „Es wird ein richtiger Betrieb, bei dem die Leute sehen können, wie die Dinge produziert werden“, sagt die Chefin. Dafür soll es im vorderen Teil einen Bereich im ersten Stock geben, von dem aus die Besucher auf die Produktionsfläche, samt Lager misst sie 1800 Quadratmeter, schauen können. Wie eine Tribüne, die durch eine Glasscheibe von der Produktionsfläche abgetrennt sein soll. „Von dort aus können die Leute dann unsere Mitarbeiter in der Produktion sehen“, so Böhmann. Hier werde es auch Wissenswertes wie Anschauungsmaterial oder Schautafeln zum Thema für die Besucher geben.

Die Mauern werden derzeit hochgezogen. Quelle: Marco Paetzel

Auch die Grundmauern des Hofladens werden gerade hochgezogen. Hier sollen die Besucher später einmal Produkte aus der Herstellung vor Ort und aus einem Biosortiment kaufen können. Kirsten Böhmann ist Juristin, hat aber dennoch Erfahrung in der Branche. Sie entwickelte die Schau-Molkereien in Münchehofe (Landkreis Dahme-Spreewald) und Dechow (Mecklenburg-Vorpommern) mit ihrer Familie. Im Jahr 2016 wurden die Betriebe dann verkauft.

Das Projekt in Velten liegt Böhmann am Herzen. Sie kommt jeden Tag her und wird, wenn der Bau fertig ist, auch das Tagesgeschäft vor Ort in die Hand nehmen. Rund 25 Mitarbeiter sollen demnächst hier tätig sein, allerdings noch nicht von Beginn an. Verarbeitet werden solle in der Veltener Manufaktur die Milch von Schafen, Ziegen und Kühen. Vier Betriebe aus der Region konnte Kirsten Böhmann schon als Lieferanten gewinnen. Die Kuhmilch solle aus einem Landwirtschaftsbetrieb in Wiebendorf (Mecklenburg-Vorpommern) kommen, die restlichen drei Betriebe liegen im Land Brandenburg. „Wir sind auch weiterhin auf der Suche nach Betrieben“, so Kirsten Böhmann. Butter, Milch, Käse und Joghurt solle es hier geben, nach Möglichkeit von Kuh, Schaf und Ziege.

Produkte nur aus biologischer Landwirtschaft

Aber es werde etwa nicht von Beginn an Schafsbutter geben, weil die Milch der Tiere rar sei. „Für ein Kilo Butter brauche ich etwa acht Liter Milch. Für eine sinnvolle Menge bräuchte ich also viel Milch“, rechnet Böhmann vor. Sie sei mit Landwirten im Gespräch, damit künftig mehr Schafsmilch produziert werde. Wichtig sei ihr, dass die Milch aus biologischer Herstellung komme. Die ökologische Landwirtschaft sei weniger kräftezehrend für die Natur. „Kein Glyphosat, kein gentechnisch verändertes Saatgut und die Kühe auf der Weide statt im Stalle“, sagt Kirsten Böhmann.

Die Baustelle im vorderen Bereich. Quelle: Marco Paetzel

Von Marco Paetzel