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Velten Ex-Boxer Marco Schulze (AfD) will Asylbewerber integrieren
Lokales Oberhavel Velten Ex-Boxer Marco Schulze (AfD) will Asylbewerber integrieren
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16:34 26.06.2019
Marco Schulze bei seiner ersten Sitzung in der Stadtverordnetenversammlung am vergangenen Donnerstag. Er ist Sprecher der Fraktion. Quelle: Marco Paetzel
Velten

Einst war er der Lokalmatador, mit seinen Fights füllte er die Ofenstadthalle. Zweimal holte sich Marco Schulze in seinem „Wohnzimmer” den Weltmeistertitel des Verbands Global Boxing Union (GBU). In Velten war Marco Schulze, den alle „Schulle“ rufen, Publikumsliebling. Doch heute wollen nicht mehr alle etwas mit dem Ex-Boxer, der 2015 die Handschuhe an den Nagel hängte, zu tun haben. In diesem Jahr kandidierte er für die AfD, sitzt nun als einer von drei Abgeordneten für die rechtspopulistische Partei in der Stadtverordnetenversammlung und im Kreistag. „Man wird ja gleich in eine Schublade gesteckt, dass man Nazi ist.“

Im Friseursalon seiner Lebensgefährtin Katja Rathnow hätten Kunden Termine abgesagt. Und die Stadtverordneten Katja und Andreas Noack (SPD) hätten ihm bei Facebook die Freundschaft gekündigt. Doch Schulze sei nicht rechts. In seiner 15-jährigen Boxkarriere habe er Sport mit Ausländern gemacht, als er in Berlin-Wedding trainierte. „Ich werde heute noch in jedem Dönerladen dort umarmt.“

Über Höcke und Gauland will er nicht urteilen

Dass der Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke das Holocaust-Mahnmal als „Denkmal der Schande“ bezeichnet oder Bundessprecher Alexander Gauland die NS-Zeit als „Vogelschiss“ der Geschichte, hat der Ex-Boxer mitbekommen. „Seitdem ich in der AfD bin, habe ich solche Sätze aber nicht gehört.“ Er wolle nicht über Menschen urteilen, die er nicht kenne. Dass die AfD den menschengemachten Klimawandel leugnet, findet er okay. Die Deutschen würden ihren Diesel nur nach Osteuropa verkaufen und das Problem verschieben. „Die Batterien für die Elektroautos sind schädlicher.“

Doch warum ist Schulze, der SPD-Bürgermeisterin Ines Hübner unterstützt hatte, in die AfD eingetreten? Als die Migrationswelle losgegangen sei, hätten das alle Parteien schöngeredet. Bis auf seine. „Auch in Velten haben wir heute vermummte Leute, die man auf den Straßen sieht“, so Schulze, der bei der Post als Transportaufsicht arbeitet. In der Turm-Erlebniscity, am Ziel-Center, im Tierpark sehe er sie auch. „Die sitzen halt und sind halt da“, so der 41-Jährige. An Polizeistatistiken glaube er nicht, Übergriffe gebe es wohl. „Meine Tochter ist neun Jahre alt, die darf keine durchsichtige Strumpfhose anziehen.“

Schulze kenne keinen Ausländer, der weg müsse

Sein Fazit ist überraschend: Stadtverordneter sei der AfD-Mann geworden, weil er erreichen wolle, dass eine Behörde geschaffen würde, die den – O-Ton Schulze – „Neubürgern“ bei Integrationsfragen wie Deutschkursen oder der Jobsuche helfe. Dann könne man den Veltenern auch sagen, dass sie keine Angst zu haben bräuchten. „Aber so sitzen die Leute rum und sind den ganzen Tag am Kindermachen. Und unsereins geht arbeiten. Wenn sie aber integriert sind, sind das die liebsten Menschen“, so der Ex-Boxer, der im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung sitzt. Er kenne keinen Ausländer, der weg müsse.

Für Velten will er auch erreichen, dass es wieder einen Sportlerball gibt, genau wie ein Halloween-Fest im Zentrum für alle. Auch eine Schul- und Kita-Küche kann Marco Schulze sich vorstellen.

Von Marco Paetzel

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