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Velten Lieblingsmotiv: Kinder
Lokales Oberhavel Velten Lieblingsmotiv: Kinder
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00:21 28.07.2018
Janina Gumprecht aus Velten
Janina Gumprecht aus Velten Quelle: Janina Gumprecht Fotografie
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Velten

Als Janina Gumprecht aus Velten im Jahr 2000 ihre Abiturprüfungen am Oranienburger Runge-Gymnasium ablegte, spielte sie noch mit dem Gedanken, an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin Kommunikationsdesign zu studieren. Doch bei einem Tag der offenen Tür und einem abschließenden Gespräch auf dem Arbeitsamt war der Mutter eines vierjährigen Sohnes klar, dass sie lieber schnell eigenes Geld verdienen wollte. Und so entschied sie sich für eine Ausbildung zur Fotografin im Studio Nikolai in Hennigsdorf. Denn schon als Jugendliche hatte die 37-Jährige ein Faible dafür, Menschen vor der Kamera ins rechte Licht zu rücken.

Spezialisiert auf Kita- und Schulfotografie

Nach der Ausbildung arbeitete sie deutschlandweit für eine Firma, die sich auf die Kita- und Schulfotografie spezialisiert hat. Vor drei Jahren wagte Janina Gumprecht dann den Sprung in die Selbstständigkeit, auf dessen Wagnis sie sich in der Elternzeit intensiv vorbereitet hat. Fotografiert aber auch heute noch viel in Kitas oder Schulen. Die Konkurrenz ist groß. Trotzdem würde sich die gebürtige Oranienburgerin, die seit acht Jahren in der Ofenstadt lebt, ein Netzwerk der Fotografen, auch derer, die hobbymäßig Fotos machen, wünschen.

Für Jugendliche muss man sich „zum Obst“ machen

Ihre Lieblingsmotive sind bis heute Kinder. „Die sind echt, unverstellt und ehrlich“, so die Veltenerin. „Kinder stellen geniale Fragen und man kann herzhaft mit ihnen lachen.“ Während bei den Kleinsten ein albernes Wort oder der Vogeltrick genügt, um sie zum Lachen zu bringen, müsse man sich bei Jugendlichen „völlig zum Obst“ machen, verrät die Fachfrau. „Als Fotograf muss man extrovertiert sein.“

Mit offenen Augen auf Motivsuche

Und man müsse stets die Augen offen halten, nach geeigneten Örtlichkeiten fürs perfekte Foto. Dazu sieht sich Gumprecht gern auch in der nahen Umgebung um. Sei es eine „abgerockte Scheune“, die Tonstiche der Ofenstadt oder eine alte Mauer aus Backstein, vor der sie ein Brautpaar fotografiert oder die Schienen im Veltener Hafen, die den Rahmen für ein perfektes Hochzeitsfoto bilden. „Ich mag es rustikal“, verrät die junge Mutter, die sich nebenbei auch im Kitaausschuss ihres Sohnes engagiert und von einer Fototour zu verlorenen Ort (lost places) träumt.

Leiterin einer Schul-Foto-AG

Doch für solche Projekte hat sie selten Zeit, denn im letzten Schuljahr leitete sie nebenbei eine Foto-AG an der Fontane-Grundschule in Hennigsdorf, in der sie die Schüler an die Fotografie heranführte. „Wir haben viel experimentiert, Langzeitbelichtungen gemacht und mit Licht geschrieben. Die Kinder sollten lernen, was passiert, wenn man auf den Auslöser drückt.“ Und so wurden auch selbst Filter hergestellt und in einer Projektwoche sich dem Thema „Martin Luther“ gewidmet. Die Arbeit mit den Schülern sei für sie, wie eine Rückkehr zu ihren Wurzeln gewesen, erklärt Janina Gumprecht. „Fotografie ist kein Beruf, sondern Berufung.“

Weitere Informationen: www.janinagumprecht.de

Von Ulrike Gawande