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Velten Krebskranke Emma (1) sucht Stammzellspender
Lokales Oberhavel Velten Krebskranke Emma (1) sucht Stammzellspender
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19:01 12.04.2019
Das Foto mit Emma und ihrer Mutter Friederike Druckrey entstand einen Tag vor der harten Diagnose. Quelle: Fotos: privat
Velten

Am Sonntag durfte Emma nach Hause. Doch dann kamen Fieber, Erbrechen, Durchfall. Nun ist die Einjährige wieder auf der Kinderkrebsstation der Berliner Charité, sie muss wohl noch eine Woche bleiben. Eine Vorsichtsmaßnahme. „Ihr Immunsystem ist durch die Chemotherapien so geschwächt, eine Krankheit könnte tödlich sein“, sagt ihre Mutter Friederike Druckrey. Ihre Tochter hat Blutkrebs, sucht dringend einen Stammzellspender. Es ist ihre einzige Überlebenschance. „Emma“, sagt ihre Mutter, „sucht ihren Helden. Ich hoffe, dass er irgendwo da draußen ist.“

Franziska Wischniewski, eine Freundin der Familie, organisiert eine Typisierungsaktion für Emma in der Veltener Ofenstadthalle, Katersteig 3. Sie findet am Sonnabend, 11. Mai, von 11 bis 16 Uhr statt. Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahren alt ist, kann sich als potenzieller Spender registrieren lassen. Die Druckreys freuen sich über jeden, der kommt. „Emma ist doch noch so jung. Wir würden uns so über eine Zukunft mit ihr freuen.“

Emma mit ihrem Bruder Emil. Quelle: privat

Dass etwas mit Emma nicht stimmt, bemerkte Franziska Druckrey im Herbst 2018. Fast zwei Wochen lang hatte das Kind Schnupfen und spielte nicht mehr so viel wie sonst. Der Kinderarzt fand kleine rote Punkte auf Emmas Haut. Der erste Verdacht lautete auf Hirnhautentzündung. Doch am 18. November, nach etlichen Tests, stand fest, dass Emma Leukämie hat. „Für uns ist eine Welt zusammengebrochen. Aber wir mussten uns aufrappeln, für Emma“, sagt ihre Mutter. Besonders schlimm: Emma habe eine besonders seltene Form der Leukämie (T-ALL-Leukämie), die schwer zu behandeln ist. „Dazu kommt, dass diese Form in Emmas Alter sehr selten ist. In der Charité ist sie ein ganz besonderer Fall.“

Schmerzmittel machen Emma schläfrig

Fünf Chemotherapien hat das Mädchen seit November hinter sich gebracht. Die Behandlungen schwächen sie extrem, zudem hat Emma Bläschen im Mund, so dass sie nichts essen und trinken kann. „Sie wird über den Tropf ernährt“, erklärt ihre Mutter. Sie steht Emma 24 Stunden am Tag im Krankenhaus bei, während Vater Björn sich zu Hause in Velten um Sohn Emil (3) kümmert. Allzu viel machen kann Emma im Krankenhaus nicht, sie muss Schmerzmittel nehmen, die sie schläfrig machen. „Wir haben aber Spielsachen hier und schauen Bücher an“, sagt ihre Mutter.

Derweil organisiert Freundin Franziska Wischniewski in Velten die Typisierungsaktion für Emma. Die Familie kennt Wischniewski, weil deren Sohn Theodor mit Emil Druckrey in die Wichtelgruppe der Kita „Kinderland“ geht. „Emmas Mama ist trotz der Diagnose so stark. Ich an ihrer Stelle wäre ein Häufchen Elend.“ Für die junge Mutter und ihre Freundinnen Vanessa Pawelski, Martina Pawelski und Lydia Rosenthal stand schnell fest, dass sie Emma und ihre Familie mit der Typisierungsaktion unterstützen wollen. „Wir wollen der Familie einfach helfen, und sie selbst haben ja jetzt wichtigere Dinge zu tun als das“, sagt Franziska Wischniewski. Anfang April schrieb sie die DKMS gemeinnützige GmbH (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) per E-Mal an, eine halbe Stunde später rief eine Mitarbeiterin zurück, um die Details der Typisierungsaktion zu besprechen.

Unternehmen werden als Sponsoren gesucht

Und es gibt noch viel zu tun: 5000 Flyer müssen gedruckt werden, um für die Aktion zu werben. Die Kosten übernimmt ein Oranienburger Druckhaus. „Die Inhaber haben selbst zwei Kinder und wollen helfen“, sagt Franziska Wischniewski. Um die Plakatwerbung zu finanzieren, ist sie auf der Suche nach Unternehmen, die die Aktion unterstützen. Zudem muss die Spendenaktion finanziert werden, allein die Registrierung eines Spenders kostet die DKMS 35 Euro. Dafür soll es eine Tombola geben, auch Kuchen und Getränke werden im Rahmen der Aktion verkauft.

Emma kann nur eine Knochenmarkspende retten. Quelle: privat

Zudem steht die Veltener Fotografin Janina Gumprecht am Tag der Typisierung für Fotos in der Ofenstadthalle bereit, auch ihre Einnahmen sind für den guten Zweck gedacht. Auch ein Spendenkonto für Emma soll eingerichtet werden, um die Aktion zu unterstützen. Eine ganz wichtige Nachricht: Die Stadt Velten unterstützt die Aktion, Mietkosten für die Ofenstadthalle fallen deshalb nicht an.

Nur 20 Spender werden täglich weltweit gefunden

Ebenfalls am 11. Mai organisiert Emmas Onkel Björn Vogel eine Typisierungsaktion in Augsburg. Dennoch ist die Chance gering, dass sich bei beiden Aktionen ein Spender für Emma findet. 8,6 Millionen Menschen sind weltweit registriert, doch statistisch gesehen werden jeden Tag nur 20 Spender auf dem gesamten Globus gefunden. Das weiß auch Emmas Mutter Friederike Druckrey. „Vielleicht“, sagt sie, „finden wir ja auch jemanden für andere Kinder auf Emmas Station.“

Von Marco Paetzel

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