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Velten Neustart für die Linke
Lokales Oberhavel Velten Neustart für die Linke
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18:03 26.11.2018
Alexander Moser-Haas lebt mit seiner Familie seit 2014 in der Ofenstadt. Quelle: Marco Paetzel
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Velten

Wer nach der Veltener Linken recherchiert, stößt unweigerlich auf die Webseite. So weit, so normal. Das Dumme nur: Die Homepage wurde im Oktober 2003 zuletzt aktualisiert. „Die linke Kraft – PDS“ heißt es dort noch. Alexander Moser-Haas, der im November zum neuen Vorsitzenden der Veltener Linken gewählt wurde, ist sie etwas unangenehm, die Seite aus der Internet-Steinzeit. Künftig werde die Linke nicht nur eine aktuelle Webseite, sondern auch Kanäle wie Twitter und Facebook haben. „Da wollen wir uns stärker öffnen. Eine Handynummer wird es dort auch geben, damit die Leute uns erreichen können.“ Alexander Moser-Haas, gerade 38 Jahre alt geworden, steht für den Neustart des Linken-Verbandes in Velten, der in den vergangenen Jahren immer mehr überaltert war. Auf der Liste für die Kommunalwahl finden sich nun Kandidaten von 18 bis 78 Jahre. „Wir sind jetzt breiter aufgestellt“, sagt Moser-Haas, der die Liste anführt.

Springer für Kitas bei Personalmangel

2014 ist der Jurist, in Gießen geboren, mit seiner Frau aus Berlin-Neukölln nach Velten gezogen. „Das war Liebe auf den ersten Blick. Die alten Ofenfabrik-Gebäude haben uns gleich angezogen“, so der zweifache Vater. Moser-Haas will vor allem soziale Verbesserungen für die Veltener erreichen. Aus eigener Erfahrung weiß der Vater etwa, wie dünn die Personaldecke in der Kita „Kinderland“ werden kann. Niemand verbiete der Stadt, über das absolut rechtlich notwendige Minimum hinaus vorzusorgen. „Man könnte Kräfte einstellen, die während der Urlaubszeit oder bei Krankheit in den Veltener Kitas aushelfen könnten.“

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Auch am Azubimangel, den viele Unternehmen in der Ofenstadt beklagen, will Moser-Haas etwas ändern. Ein Problem sei, dass in den frühen Morgenstunden kein Bus in den Businesspark fahre. „Wie also sollten die Azubis, die nach Velten pendeln, zur Arbeit kommen?“ Der Linken-Chef schlägt dafür ein E-Leihad-System vor, das Velten zusammen mit Nachbargemeinden aufbauen könnte. Das käme auch anderen Pendlern zugute.

Die Stadt könnte Grundstücke für Wohnraum kaufen

Zudem müsse Wohnraum bezahlbar bleiben. Denkbar wäre eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme. „Die Stadt könnte Grundstücke ankaufen. Die Wertsteigerung könnte verwendet werden, um soziale Infrastruktur wie Kita- und Hortplätze auszubauen.“ Was die Belebung der Veltener Innenstadt angeht, so reiche der Bau eines Vollsortimenter-Marktes nicht aus. Es brauche ein schlüssiges Konzept. „Man braucht etwa auch sowas wie einen Community Manager, der Anlässe schafft, damit Leute in die Innenstadt kommen und so die Geschäfte beleben.“

Von Marco Paetzel