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Velten Damit die Welt ein bisschen bunter wird
Lokales Oberhavel Velten Damit die Welt ein bisschen bunter wird
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01:15 06.04.2019
Die Ausstellung von Petra Heinz bei den Stadtwerken in Velten wird heute Abend eröffnet. Am Dienstag hing sie die Bilder auf. Quelle: Enrico Kugler
Velten

Wenn sie in ihrem Malzimmer sitzt, fühlt sich Petra Heinz frei. „Da mache ich meine Welt ein bisschen bunter“, sagt die 36-Jährige. Sorgen hat sie genug, vor allem um ihren Mann Peter. Im Mai 2016 bekam er die Diagnose: Der 42-Jährige leidet an einem Multiplen Myelom – eine unheilbare Krebserkrankung, die die Knochen angreift und das Knochenmark vernichtet. Auch Petra Heinz selbst ist krank, beide sind Erwerbsunfähigkeitsrentner. Familie Heinz wurde bekannt, als im März 2017 RTL 2 für die Sendung „Zuhause im Glück“ vor der Tür stand, um das baufällige Haus, Baujahr 1928, für die Familie herzurichten. Vor allem für die Drillinge Karolina, Anna und Viktoria (alle 6).

Ihre Kunst ist seit der Erkrankung ihres Mannes ein Ausweg für Petra Heinz. 60 Bilder hat sie in den vergangenen Jahren gemalt, eine Auswahl davon zeigt sie ab heute im Gebäude der Veltener Stadtwerke. Die Vernissage, begleitet von Musik, beginnt um 18.30 Uhr. „Ich hoffe, dass ich auf mich als Künstlerin aufmerksam machen und vielleicht ein paar Bilder verkaufen kann, um unser Einkommen aufzubessern.“

Es fing mit einem Adventskalender an

Gezeichnet hat sie als Teenager, dann jahrelang nicht mehr. Doch als ihr Peter im Oktober und November 2016 zur ersten Stammzelltransplantation im Krankenhaus war, sei das ein Tiefpunkt für sie und die Kinder gewesen. „Wir wussten nicht, ob er Weihnachten daheim ist, und in den Monaten zuvor war er auch schon mehr im Krankenhaus als Zuhause“, sagt die junge Mutter. Sie wollte ihren Kindern wenigstens schöne Adventskalender machen. „Am Ende hatte ich eine Leinwand übrig und darauf entstand mein erstes Bild.“ Eine Psychoonkologin, die sich um die Familie kümmerte, vermittelte eine Kunsttherapeutin, die Petra Heinz zur Seite stand. „Ich vertiefte es, meine Sorgen in meinen Bildern zu verarbeiten und intensivierte so mein neues Hobby.“

Im Jahr 2017 ging es das erste Mal zum neuen „Künstlertreff Velten“, die erste Ausstellung folgte im Juni 2017. Der Zuspruch war groß, sodass sie erste Aufträge bekam und ein Kleingewerbe anmeldete. Eine absolute Leidenschaft. „Ich kann mir ein Leben ohne Kunst nicht mehr vorstellen“, sagt Petra Heinz heute. Auf eine Stilrichtung hat sie sich noch nicht festgelegt, daher heißt die Ausstellung „Querbeet“ g Es sei alles dabei, Landschaften und Portraits, ein 30 Jahre altes Motorrad. „Auch weinende Frauen und Kinder, sowie mein Mann und meine Kinder in unbeschwerten Zeiten sind zu sehen“, sagt Petra Heinz. Ihr ganzes Leben spiegele sich in ihrer Kunst wider. Ihr Mann Peter sei ihr ehrlichster Kritiker und ermutige sie zum Weitermachen, wenn sie mal wieder voller Selbstzweifeln sei. „Es gab Zeiten, als ich am Ende meiner Kräfte an seinem Krankenhausbett saß und er mir zuredete, ich solle nach Hause fahren und malen.“

Peter Heinz geht es besser

Ihrem Mann Peter geht es besser, seit er im Juli 2018 eine Stammzellspende seines Bruders bekam. „Sein neues Immunsystem ist sehr stark.“ Mit regelmäßigen Bestrahlungen des Blutes werde nun versucht, Abstoßungsreaktionen des Körpers zu mildern oder zu beseitige. Doch das Leben sei für die Familie wieder so viel schöner, weil der Vater wieder zuhause ist. „Wir lachen und scherzen den lieben langen Tag.“ Peter Heiz genießt das Leben, das er hat und seine „vier Zicken“,, wie Petra Heinz es ausdrückt. „Und wir genießen jeden gemeinsamen Tag mit ihm.“ Auf Dauer hofft sie, sogar wieder in ihren alten Job zurückkehren zu können, genau wie ihr Mann. „Wir wollen wieder vollwertige Mitglieder Arbeitswelt sein, Stubenhocker sind wir nicht.“

Von Marco Paetzel

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