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Velten Spenden für den Taufstein
Lokales Oberhavel Velten Spenden für den Taufstein
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00:23 18.05.2019
Vier Generationen: Barbara Ehlert, Enkel Wilhelm Malte, Tochter Julia Ehlert und Mutter Ilse Tuch (v.l.) mit Pfarrer Markus Schütte. Quelle: Foto: Marco Paetzel
Velten

Die Jahrzehnte haben ihre Spuren hinterlassen, an vielen Stellen platzt die Farbe vom alten Taufstein ab. „Früher“, sagt Ilse Tuch, „hatten die Farben noch viel mehr Kraft.“ Sie muss es wissen: Die 97-Jährige kennt den Taufstein in der Veltener Kirche ihr ganzes Leben lang, 1921 wurde sie hier getauft. Genau wie die Generationen nach ihr. Tochter Barbara Ehlert anno 1959, Enkelin Julia Ehlert 1983 und schließlich Urenkel Wilhelm Malte, der im Jahr 2017 mit dem Taufritual feierlich in die Kirchengemeinschaft aufgenommen wurde.

Die vier Generationen der Veltener Familie machen sich nun dafür stark, dass der Taufstein endlich restauriert wird. „Das liegt uns schon sehr am Herzen, es ist ja ein Stück Velten“, sagt Barbara Ehlert (63), die in der Ofenstadt eine Stilberatung hat. Veltens Pfarrer Markus Schütte empfing die Familie gestern in der Kirche, gemeinsam wollen sie nun für Spenden zur Restaurierung des Steins, der eigentlich komplett aus Holz ist, trommeln. Und das wird nicht billig: Rund 10 000 Euro hat eine Potsdamer Restauratorin geschätzt, könnte die Generalüberholung kosten. „Es wären etwa vier bis sechs Tage intensive Arbeit zu leisten“, so Pfarrer Markus Schütte.

Das älteste Kunstwerk der Ofenstadt

Der Taufstein, sagt er, ist das wahrscheinlich älteste Kunstwerk der Ofenstadt – der Kirche aber in jedem Fall. Gestiftet wurde er anno 1671 von Marcus von Lüttke, er war der Patron von Velten und wohnte im Schloss Ziethen. „Er war Generalmajor unter dem großen Kurfürsten im 30-jährigen Krieg.“ Mit seiner Frau Florentina von Huwalt stiftete er den Taufstein. Er ist 80 Jahre älter als die Kirche, die um 1750 erbaut wurde. „Das heißt, der Taufständer muss noch in der Vorgängerkirche, vermutlich eine Feldsteinkirche, gestanden haben.“ In den 1930-Jahren wurde er bereits überarbeitet, in den Jahrzehnten darauf wurden kleinere Stellen immer wieder übermalt – allerdings mehr schlecht als recht. Der Taufstein soll nun wieder genau so erstrahlen, wie er einst vor rund 350 Jahren in die Kirche gestellt wurde.

Veltens Pfarrer Markus Schütte hofft, dass die rund 10000 Euro für die Restauration rasch zusammenkommen, damit der Taufstein im Jahr 2020 schon überarbeitet werden kann. Er hat gute Erfahrungen mit der Spendenbereitschaft der Veltener gemacht. Allein im vergangenen Jahr kamen rund 9000 Euro für Restaurationsarbeiten im Inneren der Kirche zusammen.

Innensanierung ist fast abgeschlossen

Und es ist eine Menge passiert: Rund 25 000 Euro haben die Arbeiten im Inneren des Gotteshauses gekostet, im Sommer 2018 waren sie abgeschlossen. Unter anderem wurde das Milchglas der Kirchenfenster durch normale Doppelverglasung ersetzt, die Innenwände wurden gestrichen und die Fenster farblich abgesetzt. Mit Hilfe von Ehrenamtlichen wurde eine neue Beleuchtung angebracht, die an den Seitenwänden zukünftige Ausstellungen im besten Licht präsentieren soll. Es wurden barocke Messingkerzenleuchter montiert, die bei Abendveranstaltungen für harmonisches Licht sorgen sollten.

Wenn der Taufstein restauriert ist, sind die Arbeiten im Inneren des Gotteshauses vorerst abgeschlossen. Dann aber geht es draußen weiter: Erste Baustelle ist laut Pfarrer Markus Schütte das auf dem Kirchturm, die vier Uhren gehen seit rund 25 Jahren nicht mehr. Nach ersten vorsichtigen Schätzungen könnten diese Arbeiten mehr als 20 000 Euro kosten. „Da muss ein neuer Antrieb und ein neues Uhrwerk eingebaut werden.“ Anschließend plant der Pfarrer Arbeiten an der Fassade der Kirche. Auch dort nagt der Zahn der Zeit, es gibt viele Abplatzungen im Putz und Schmierereien. Der Pfarrer rechnet dafür mit Kosten von rund 30 000 Euro. „Ich stelle mir auch eine Außenbelichtung vor, aber das ist alles eine finanzielle Frage.“

Gemeinsam mit der Stadt Lösungen suchen

Für den Außenbereich könnte es aber – im Gegensatz zum Inneren der Kirche – eine Förderung geben. Im letzten Schritt wäre der Vorplatz in Richtung Viktoriastraße komplett zu erneuern. „Ich sehe es als Gemeinschaftsaufgabe der Kirche als Eigentümer und der Stadt, den Vorplatz neu zu gestalten“, erklärt der Pfarrer. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung müsse man dafür nach Lösungen suchen, immerhin sei der Platz prägend für das Stadtbild Veltens.

Freuen würde sich Markus Schütte aber zunächst, wenn die Spenden für den Taufstein zahlreich fließen würden. Die Ehlerts werden die ersten Spender sein.

Von Marco Paetzel

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