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Velten Stolpersteine für die Ofenstadt
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17:20 10.02.2020
Der Kölner Künstler Gunter Demnig rief Mitte der 1990er-Jahre die Stolperstein-Aktion in ganz Deutschland ins Leben. Quelle: Stefan Puchner/dpa
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Velten

Die AG „Stolpersteine“ in der Veltener „Initiativgruppe gegen Gewalt und Rassismus“ arbeitet seit mehr als fünf Jahren daran, das Gedenken an drei frühere Einwohner, die in der Zeit des Nationalsozialismus zu Opfern politischer Verfolgung wurden, wieder im örtlichen Stadtbild sichtbar zu machen. Mit der Verlegung der Stolpersteine für Erna und Gustav Gersinski sowie Richard Ungermann soll am Donnerstag, 20. Februar, ab 15 Uhr in der Wilhelmstraße vor der Hausnummer 13 und Nummer 19 das Gedenken an diese ehemaligen Veltener Persönlichkeiten zurückgeholt werden. Die Verlegung ist öffentlich.

„Wir möchten an Gustav Gersinski und dessen Ehefrau Erna sowie an Richard Ungermann mit der Verlegung von drei Stolpersteinen in der Wilhelmstraße, dem letzten frei gewählten Wohnort dieser drei Menschen, erinnern“, heißt es von der AG. Gustav Gersinski wirkte 13 Jahre lang in Velten als Gemeindevertreter. Darüber hinaus war er Abgeordneter des Kreistages Osthavelland bis zum Jahr 1933. Dass ihm die damaligen Machthaber auf Grundlage der so genannten „Reichstagsbrandverordnung“ sein Mandat nahmen, er verfolgt und in verschiedene Konzentrationslager interniert wurde und noch im April 1945 im KZ Bergen-Belsen umkam, zeigt, dass es einen auf Rechtsstaatlichkeit beruhenden menschenwürdigen Umgang mit dem politischen Gegner und Andersdenkenden zu verteidigen gilt.

Auch der Gewerkschafter Richard Ungermann wurde kurz nach der faschistischen Machtergreifung Opfer brutaler Gewalt und systematischer Folter und bereits Anfang April 1933 im nahegelegenen KZ Meißnershof bei Velten-Hohenschöpping ermordet. Erna Gersinski wurde im Herbst 1933 im damaligen Konzentrationslager „Alte BrauereiOranienburg inhaftiert und gefoltert, was sie jedoch nicht davon abbrachte, mit ihrem Mann bis zum Ende des zweiten Weltkrieges das faschistische System zu bekämpfen. Beide unterstützten etwa Zwangsarbeiter, die in Veltener Fabriken arbeiten mussten.

Die Aktion „Stolpersteine“ ist ein Kunstprojekt des Künstlers Gunter Demnig; dabei wird seit Mitte der 1990er- Jahre mit in den Bürgersteig eingelassenen Pflastersteinen, auf denen sich eine Messingtafel befindet, an das Schicksal während der NS-Zeit verfolgter Bürger erinnert. Die Veltener AG „Stolpersteine“ bittet um Spenden für ihre Arbeit.

Von Marco Paetzel

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