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Velten Streetart gegen Graffiti
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17:11 28.11.2019
Bollhagen-Schüler entwarfen die Bilder für die Fenster vom neuen Bahnhofsübergang in Velten. Quelle: ENRICO KUGLER
Velten

Es ist sonniger Donnerstagvormittag, durch den gläsernen Bahnhofsübergang huschen Passanten. Sie müssen sich an der Schülergruppe vorbeidrücken, die im Gang steht. Die Bollhagen-Gymnasiasten sind gekommen, um der MAZ ihr Streetart-Kunstwerk zu zeigen. „Das sieht schon echt professionell aus. Das sagen uns auch andere Schüler, die nicht in dem Jahrgang sind, oder Kollegen“, sagt Kunstlehrerin Karin Hunger.

Gemeinsam mit Bürgermeisterin Ines Hübner hatte sie das Streetart-Projekt mit ihrem Kunstkurs ins Leben gerufen. Nicht nur, um die gläserne Personenüberführung, rund 31 Meter lang, zu verschönern und von Graffiti zu schützen, sondern auch um Vögel daran zu hindern, gegen die Überführung zu fliegen – eine häufige Todesursache.

Graffiti lassen sich leicht abwaschen

Die Motive, die im Unterricht als Skizzen entstanden sind, hatte die Stadt digitalisieren lassen, die Bahn sorgte dann für die Herstellung von Folien. Bei allen Arbeitsschritten waren die Schüler eingebunden, sie konnten den Grafikern bei der Digitalisierung über die Schulter schauen und einen Einblick in den Druckvorgang gewinnen. Im Oktober wurden die Folien schließlich in die Überführung geklebt. Auch heute ist noch immer kein Graffiti auf den Werken zu finden. „Und selbst wenn, dann lässt sich das relativ leicht abwaschen“, erklärt Karin Hunger.

Vielleicht liegt es auch an den Motiven, mit denen sich Veltener identifizieren können. Zu sehen sind in stilisierter Form unter anderem das Museumsgebäude, ein Ofen, der Hafen oder ein Schwan – in Anspielung auf das Gasthaus . Etwa eineinhalb Jahre haben die 17 Schüler an den Motiven gearbeitet, die sich über die linke Seite der Personenüberführung zieht.

Viele der Bilder erinnern an die Historie Veltens. Quelle: ENRICO KUGLER

Auffällig sind die Hände, die viele der Motive tragen. Sie gehören Bewohnern der Ofenstadt, von fünf bis über 90 Jahre alt. Dafür waren sie auf dem Marktplatz, im Altenheim und im Kindergarten, fotografierten die Hände und ließen sie ins Werk einfließen. „Die Bilder sollen ja auch alle Altersgruppen ansprechen“, erklärt Kunstlehrerin Karin Hunger. Auch Claudia Heimen, Schulleiterin des Hedwig-Bollhagen-Gymnasiums, war am Donnerstag gekommen. Sie ist angetan von dem Streetart-Projekt ihrer Schüler. „Hinter jedem Motiv verbirgt sich eine tiefgründige Bedeutung. Ich hoffe, dass sich Leute, die hier durchgehen, auch mal die Zeit und Muße nehmen, sich das anzuschauen.“

Die Kunst erstreckt sich über den gesamten gläsernen Gang. Quelle: ENRICO KUGLER

Auch das nächste Projekt steht schon an. Die Schüler des Kunstkurses entwickeln Produktdesigns für Souvenirs der beiden Veltener Museen. Dafür nutzen sie Keramik, passend zur Tradition Veltens. „Die Entwürfe sind fertig, nächste Woche berät uns ein Formgießer vor Ort“, erklärt Karin Hunger. Im kommenden Schuljahr sollen die Prototypen entwickelt werden, dann solle es eine kleine Ausstellung geben.

Ab Anfang 2020 wird das Vorplatz erweitert

Seit September ist die neue Überführung am Bahnhof indes in Benutzung, die Fahrstühle funktionieren seit dem 25. Oktober. Auf eine weitere Sperrung werden sich Bahnkunden im Januar einstellen müssen. Dann soll, wenn alles nach Plan läuft, die alte Personenüberführung – „Galgen“ gennannt – demontiert werden. Zu Beginn des Jahres will die Stadt zudem den Bahnhofsvorplatz erweitern, um ihn an den neuen Personenübergang anzubinden. Dabei werden etwa eine Wegeverbindung zum Park&Ride-Parkplatz, 28 Fahrradstellplätze sowie zwei neue Lichthocker entstehen.

Von Marco Paetzel

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