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Velten Zeit für Tonentdecker
Lokales Oberhavel Velten Zeit für Tonentdecker
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16:37 07.02.2019
Jan Eckert (10) und sein Bruder Felix (r.) waren mit ihren Großeltern aus Alt-Reinickendorf nach Velten gekommen, um mal mit Ton zu arbeiten. Quelle: Enrico Kugler
Velten

Am Anfang ist es nur ein Klumpen aus Ton. Vorsichtig drückt Lucas ein Loch in die feuchte Erde, seine Finger wandern immer wieder um das Werkstück herum. Nach ein paar Minuten lässt sich erkennen, dass in den Händen des Siebenjährigen ein kleines Gefäß entsteht. „Das wird eine Vase für meine Eltern“, sagt der Junge. Mit einer Schraube drückt er ein Dekor in den Ton, auch zwei Henkel bekommt die künftige Vase noch verpasst. Es ist das erste Mal, dass Lucas in die Tonentdecker-Werkstatt im Bollhagen-Museum gekommen ist. Wie viele andere: An diesem Donnerstag sind alle Tische in der Werkstatt besetzt, etwa 15 Kinder, Eltern und Großeltern sind gekommen.

Ehrfurcht vor dem Handwerk

Immer in den Schulferien leiten Museumsmitarbeiter Kinder hier bei der Arbeit mit Ton an, oft sind es die ersten Berührungen mit dem Werkstoff. „Die Kinder sollen den Ton hier bei uns erstmal kennenlernen“, sagt Nicole Seydewitz, Leiterin des Museumsstandortes. Auf diese Weise entwickeln die Kinder Ehrfurcht vor dem Handwerk und vor den Öfen im Museum, die ja alle aus Ton entstanden sind. „Wenn sie damit selbst mal gearbeitet haben, sehen sie die Exponate mit ganz anderen Augen“, so Seydewitz. So hofft sie natürlich, die Kinder auch für das Ofenmuseum und das alte Handwerk zu begeistern.

Etwa seit 2010 gibt es die Tonentdecker-Werkstatt in den Ferien, anfangs fand sie noch drüben im Ofenmuseum zwischen den Exponaten statt. „Aber das ging nur in den wärmeren Monaten, weil es sonst auf Dauer zu kalt im Raum wird“, sagt Nicole Seydewitz. Zudem sei immer das Problem gewesen, dass die Mitarbeiter nach dem Workshop den Ton vom Boden kratzen mussten. Mit dem Bau des Hedwig-Bollhagen-Museums nebenan ist auch die Ferienveranstaltung dort eingezogen, die neue Werkstatt sei schön hell und habe einen tollen Ateliercharakter, findet Seydewitz.

Viele Kinder waren mit Eltern oder Großeltern gekommen. Quelle: Enrico Kugler

Die kleinen Gäste sind d’accord. „Es gefällt mir gut hier, die Arbeit mit Ton macht richtig Spaß“, sagt Felix Eckert (14). Mit seinen Großeltern ist er aus Alt-Tegel nach Velten gekommen. „Ich wollte in den Ferien mal was anderes machen“, sagt Felix, unter dessen Händen eine Obstschale entsteht. Und zwar mit der Daumendruck-Technik. Zunächst knetet der Junge den Ton, damit die Luft entweichen kann. Dann formt er eine Kugel, drückt mit dem Daumen ein Loch hinein. Daumen und Zeigefinger nutzt Felix dann, um langsam die Wände seiner Schale zu formen. Mit dem Modellierholz streicht er den Ton glatt, entfernt alle Unebenheiten. Bis zu zwei Wochen müssen die Tassen, Vasen und Schalen der Kinder nun trocknen, bevor sie gebrannt werden können. „Dann fahren wir wieder nach Velten und holen meine Schale ab“, sagt der Junge.

Der Rohstoff für die kleinen Entdecker. Quelle: Enrico Kugler

Unterdessen arbeiten Musesums­chefin Nicole Seydewitz und die Mitglieder des Fördervereins an der Zukunft des Standortes. Rund 1,4 Millionen Euro hatte das Land aus SED-Vermögen für den Ankauf der ehemaligen Ofenfabrik zur Verfügung gestellt. Anschließend hatte sich eine Stiftung zum Erhalt des Standortes gegründet. „Nun sind wir in Gesprächen darüber, wie es weitergehen soll“, sagt Nicole Seydewitz. In den kommenden Jahren gilt es, das Ofenmuseum zu sanieren – auf rund vier Millionen Euro hatte ein Architekt die Kosten dafür geschätzt. Elementar seien laut Udo Arndt vom Förderverein unter anderem Dämmungsarbeiten am Dachgerüst oder ein moderner Brandschutz für das komplette Ofenmuseum. Im Frühjahr soll es eine genauere Planung geben, auch bezüglich der Fördermittel für anstehende Sanierungen.

Von Marco Paetzel

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