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Velten Hinaus in die Welt nach dem Abitur 2017
Lokales Oberhavel Velten Hinaus in die Welt nach dem Abitur 2017
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00:19 20.06.2018
Judith und Isabelle de Oliveira Pfeifer aus Velten zogen ein Jahr in die Welt hinaus.
Judith und Isabelle de Oliveira Pfeifer aus Velten zogen ein Jahr in die Welt hinaus. Quelle: privat
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Velten

Bei den Abiturprüfungen am Hedwig-Bollhagen-Gymnasium in Velten im Sommer 2017 waren die Zwillinge Isabelle und Judith de Oliveira Pfeifer gerade einmal 17 Jahre alt. Jung genug also, die Zeit nach dem Abitur noch einmal zum Reisen zu nutzen. Bevor mit dem Studium der Ernst des Lebens beginnt. „Es war der perfekte Zeitpunkt, man ist weder zu jung, noch zu alt. Man konnte mal was anderes machen und Pläne für die Zukunft schmieden“, erklärt Isabelle de Oliveira Pfeifer.

Au-Pair-Stellen in Australien und auf Bali

Und so flogen die beiden heute 18-Jährigen erst einmal zu einen ausgedehnten Familienbesuch nach Südamerika, wo sie in Brasilien Verwandtschaft besitzen. Nach einem winterlichen Abstecher zurück in der deutsche Heimat gingen die Schwestern dann getrennte Wege. Isabelle zog es nach Australien, wo sie für zwei Monate in Canberra eine Au-Pair-Stelle annahm. „Australien war super cool.“ Nach einem Besuch in Sydney reiste Isabelle weiter über Singapur nach Bali, wo sie bei einer befreundeten Familie wieder eine Au-Pair-Stelle übernahm.

Die eine in Asien, die andere in Südamerika

Während die eine also Asien erkundete, nutzte die andere die Zeit, um in Brasilien an einer Sprachschule Deutsch und Englisch zu unterrichten. Die dortige Landessprache Portugiesisch hatten die jungen Frauen schon mit der Muttermilch aufgenommen. Doch in der Sprachschule lernte Judith, die erst vor wenigen Tagen nach Velten zurückgekehrt ist, viele neue Leute kennen und legte außerdem die Grundlagen für ihr Studium, das sie im August beginnen will. „Und in so einem Jahr wird man selbstständig“, ist ihre Schwester überzeugt.

Internationale Studiengänge in den Niederlanden

Studieren wollen beide wieder im Ausland, genauer in den Niederlanden. Judith will in der Nähe von Zwolle Internationales Grundschullehramt studieren und Isabelle Internationales Recht in Den Haag, wo sie schon ein Zimmer zur Untermiete gefunden hat. „So ein Studium gibt es in Deutschland nicht, sonst wären wir auch geblieben“, versichert die 18-Jährige, die sich auch zukünftig vorstellen kann, im Ausland zu leben. Auf ein bestimmtes Land will sie sich aber nicht festlegen.

Studiensprache Englisch

Doch erst einmal kommt jetzt das Studium. „Ich bin aufgeregt, schließlich ist das ganz was anderes. Mit Studenten aus der ganzen Welt“, gibt sie zu. Einen Numerus Clausus gab es an den niederländischen Hochschulen nicht, es musste lediglich der Nachweis gebracht werden, genug Englisch zu sprechen. Denn das ist die übliche Studiensprache. Kein Problem für die sprachgewandten Veltenerinnen.

Breite Wissensvermittlung an deutschen Schulen

Als großen Pluspunkt empfindet Isabelle daher auch den Bildungsstandard deutscher Schulen. „Der ist hoch, man bekommt ein breit gefächertes Wissen vermittelt.“ Sie habe den Vergleich, so Isabelle, denn sie habe weltweit verschiedene Schulen gesehen. Besonders die Fremdsprachenkenntnisse, die am Bollhagen-Gymnasium vermittelt wurden, haben ihr stets weitergeholfen.

Von Ulrike Gawande