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Velten Wolfgang Lindner: Ein Leben für die Keramik
Lokales Oberhavel Velten Wolfgang Lindner: Ein Leben für die Keramik
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08:41 29.03.2019
Töpfermeister Wolfgang Lindner aus Velten. Quelle: MAZ-Archiv
Velten

„Gut und schnell drehen“ konnte der am 8. März kurz nach seinem 82. Geburtstag verstorbene Töpfermeister Wolfgang Lindner. Am Freitag, 29. März um 14 Uhr findet die Trauerfeier auf dem Veltener Friedhof statt. Doch eigentlich wollte Lindner, der 1937 in Waldenburg geboren wurde, Elektriker werden, erinnert sich seine Frau Hildegard (81).

Töpfermeister Wolfgang Lindner aus Velten mit Frau und Tochter. Quelle: privat

Eine Lehrstelle aber war nicht zu finden, dafür bot ihm sein Großonkel einen Ausbildungsplatz in seiner Töpferei an. „Es war vielleicht doch das Richtige“, glaubt Hildegard Linder, denn schon nach 2,5 Jahren beendete ihr Mann seine Ausbildung. „Die wussten nicht mehr, was sie ihm noch beibringen sollten.“ Sogar an andere Töpfereien in Naumburg sei Lindner damals ausgeliehen worden, so die 81-Jährige, die ihren Mann 1956 beim Fasching im Schützenhaus kennengelernt hatte.

Töpfermeister Wolfgang Lindner aus Velten Quelle: privat

1959 wurde geheiratet und später Tochter Birgit geboren. 1965 schloss Wolfgang Lindner seine Meisterausbildung ab. Hergestellt wurde Gebrauchskeramik , aber auch Figuren und Bodenvasen, die auf der Gartenbauausstellung in Erfurt gezeigt wurden. 1970 ging Lindner mit seiner Familie nach Coswig, wo er von 1972 bis 1983 den VEB Keramikbetrieb leitete.

Töpfermeister Wolfgang Lindner (r.) aus Velten Quelle: MAZ Archiv

1977 erhielt Lindner seine staatliche Anerkennung als Kunsthandwerker. Über den Kontakt zu Hedwig Bollhagen kam Lindner dann 1985 nach Velten, wo er bis zur Wende den Staatlichen Kunsthandel und später Grothe-Keramik in der Luisenstraße leitete. 1996 wurde die Grothe Keramik GmbH aufgelöst. Ofenfabrikant Rolf Schmidt bot dem Töpfermeister, der lange Vorsitzender vom Förderverein Ofen- und Keramikmuseum war, an, am Museum unterzukommen. Dazu wurde das Heizhaus umgebaut.

Töpfermeister Wolfgang Lindner aus Velten Quelle: MAZ Archiv

„Er hat es genossen, ohne Chef zu arbeiten“, weiß seine Familie. „Er hat nur noch seine Sachen gemacht.“ Er verkaufte die Keramik auf Märkten und unterrichtete Kurse. Privat liebte er die Musik, Süßes, Wintersport und das Reisen. Bis ihn 2008 plötzlich ein Schlaganfall traf. Seine Schüler hielten bis zuletzt Kontakt zu ihm.

Von Ulrike Gawande

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