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Oberhavel Teure Drängelei auf der A10
Lokales Oberhavel Teure Drängelei auf der A10
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19:26 24.06.2014
Quelle: dpa
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Oranienburg

Mathias M. schilderte als Zeuge, wie er bei dichtem Verkehr, auf der Überholspur fahrend, vom Angeklagten mit dessen Skoda Octavia von hinten bedrängt wurde. Mit Lichthupe und unter Missachtung jeglichen Sicherheitsabstandes habe der gedrängelt und ihn und seine Frau dabei mit dem Handy gefilmt. Sie hätten regelrecht Angst bekommen und dies umso mehr, als der Skodafahrer sie auch nach der Abfahrt Birkenwerder über die B96 bis ins Zentrum von Oranienburg verfolgte. Er versuchte, sie zu überholen, was ihm aber bei regem Gegenverkehr nicht gelang, ergänzte Linda M. die Darstellung ihres Mannes. In der Kreisstadt habe ihr Verfolger aufgegeben.

An einer Tankstelle hätten sie angehalten und sofort per Internet Anzeige erstattet.

Roberto S. bestritt die Beschuldigungen. Er sei Kinder- und Jugendtrainer und schon durch diesen Beruf sei ihm jegliche Aggressivität fremd. An dieser Stelle las der Richter dem 53-Jährigen jedoch seine 17 Vorstrafen vor und zeigte ihm ein dickes Bündel von Verkehrsdelikten. „Die alle vorzulesen, erspare ich mir“, winkte der Vorsitzende ab und wandte sich mit der Frage, wie viele Anzeigen sie denn schon in ihrem Leben erstattet hätten, an die Eheleute. Die antworteten verdutzt, dass dies das erste Mal gewesen sei.

Der Angeklagte fand es unfair, dass man ihm seine Vergangenheit vorwerfe. Außerdem hätte das Ehepaar bei der Polizei angegeben, dass er bei der vermeintlichen Fahrt ein blaues Sakko mit rotem Futter getragen und ein weißes Handy in der Hand gehabt habe. Beides habe er nie besessen. Außerdem sei sein Skoda mokkabraun und nicht hell. Es sei alles sehr widersprüchlich und deshalb müsse es einen Freispruch mangels Beweisen geben.

Staatsanwältin und Richter waren anderer Meinung. Die Anklägerin beantragte 80 Tagessätze zu je 50Euro Geldstrafe und zwei Monate Fahrverbot für den Sportkoordinator aus Neuenhagen (Märkisch-Oderland). Das Gericht folgte dem, beließ es aber bei einem Monat Fahrverbot. Als Beweis, dass Roberto S. der Fahrer war, führte der Richter an, dass die Angaben des bedrängten Ehepaares über das Kennzeichen und den Fahrzeugtyp stimmten und es bei der Wahllichtbildervorlage durch die Polizei Roberto S. wiedererkannt hatte. hs

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