Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Verteidigung fährt schwere Geschütze auf
Lokales Oberhavel Verteidigung fährt schwere Geschütze auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:19 28.04.2014
Quelle: dpa
Neuruppin/Leegebruch

Die beiden müssen sich wegen Mordes der damals 17-jährigen Maike Thiel am 3.Juli 1997 beziehungsweise Anstiftung dazu vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Der Prozess war wegen der Erkrankung des Vorsitzenden Richters Gert Wegner für drei Wochen unterbrochen worden. Dass er nicht hätte verhandeln können, daran hatte die Verteidigung so ihre Zweifel. Das begründete sie unter anderem damit, dass Wegner nach neun Befangenheitsanträgen krank geworden sei, noch am 11. April von zu Hause aus dienstliche Beschlüsse ans Landgericht habe schicken können und keine Diagnose vorliege, sondern nur „eine nichtssagende Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung“, so König.

„Es wird mit unterschiedlichen Maßstäben gemessen“, sagte König. Michael Sch. habe einen Verhandlungstag versäumt wegen einer „akuten Durchfallerkrankung“. Prompt habe die Strafkammer den Haftbefehl wieder in Vollzug gesetzt und beide Angeklagte hinter Gitter gebracht. Allerdings nicht lange, das Oberlandesgericht gab der Haftbeschwerde nach und entließ Mutter und Sohn wieder in Freiheit.

Das Gericht lehnte den Aussetzungsantrag ab. Ebenfalls wurden die Befangenheitsanträge gegen den Vorsitzenden Richter Wegner abgelehnt. Dieser wies die Angeklagten darauf hin, dass auch in ihrer Abwesenheit verhandelt werden könne, wenn sie eigenmächtig und unentschuldigt fehlen würden. Den Anträgen der Verteidigung, weitere Sachverständige zu hören, erteilte das Gericht eine Abfuhr. Es hatte sich zuvor kundig gemacht, ob durch eine Biopsie sicher ausgeschlossen werden kann, ob sich am linken Unterarm des Angeklagten eine Narbe befindet. Diese soll durch einen Biss der um ihr Leben kämpfenden Maike Thiel entstanden sein. Zwei Zeuginnen hatten von einer derartigen Verletzung beziehungsweise Narbe gesprochen. Zwei Dermatologen hatten auf Anfrage des Gerichts unabhängig voneinander schriftlich erklärt, dass ein absoluter Beweis durch eine Biopsie nicht möglich sei. Auch die beiden bereits gehörten Rechtsmediziner waren zu keinem eindeutigen Schluss gekommen. Denn seit 2010 hat Michael Sch. eine großflächige Tätowierung am Unterarm. Um nun endgültige Klarheit zu bekommen, brachte Verteidiger Lüder Suling eine neue Variante ins Spiel. Sein Mandant sei bereit, sich die Tätowierung durch Lasern völlig entfernen zu lassen. „Danach wäre eine Narbe sichtbar, wenn denn eine da war“, so Suling. Einen Haken hat die Sache: Dieses spezielle Lasergerät gibt es nur in drei Städten in Deutschland. Die Behandlung erstreckt sich über zehn bis 15 Sitzungen im Abstand von vier Wochen. Das Gericht lehnte auch diesen Antrag ab.

Am 5. Mai wird weiter verhandelt.

Von Dagmar Simons

Polizei Oberhavel: Polizeibericht vom 28. April - Vollsperrung auf der B96 nach Unfall

+++ Germendorf: Schwindelanfall verursacht Unfall +++ Velten: Versuchter Einbruch im Veltener Rathaus +++ Oranienburg: Brandstiftung auf ehemaligem Fliegergelände +++ Oranienburg: Mann wird bei Sturz aus vier Metern Höhe schwer verletzt +++ Hennigsdorf: Transporter fängt Feuer +++

28.04.2014
Oberhavel Grundschule evakuiert und B96 komplett gesperrt - Gasleitung in Birkenwerder beschädigt

Zu einer Gashavarie kam es Montag gegen 12 Uhr auf der Hauptstraße in Birkenwerder, wo gegenwärtig ein Regenwasserkanal erneuert wird. Ein Baggerfahrer hatte ein Stromkabel gegriffen und damit eine Gasleitung angehoben.

28.04.2014

Ein 64-Jähriger wurde Montagmorgen auf der A111 zwischen Stolpe und Hennigsdorf von einem Lkw angefahren. Der Mann aus Stolpe verstarb wenige Minuten später an der Unfallstelle. Er war offenbar zu Fuß auf der Fahrbahn unterwegs gewesen, teilte Polizeisprecherin Dörte Röhrs mit. Es kam zu kilometerlangen Staus. 

29.04.2014