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Oberhavel Video: So dreht Moritz Bleibtreu in Oberhavel
Lokales Oberhavel Video: So dreht Moritz Bleibtreu in Oberhavel
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08:12 26.01.2017
Moritz Bleibtreu spielt den telefonierenden Rechtsmediziner Paul Herzfeld. Das Schneegestöber in Nassenheide ist künstlich. Quelle: Julian Stähle
Nassenheide

Deutsche Filmstars in Nassenheide _ das sprach sich am Dienstagnachmittag wie ein Lauffeuer im Dorf herum. Wer Zeit hatte, fand sich an der Sprint-Tankstelle am Teerofener Weg ein, um zu schauen. Denn dort war ab 14 Uhr schon richtig was los. Große Fahrzeuge versperrten die Straße, 60 Leute rannten hin und her, mit Beleuchtung und Kabeln, mit Make-up und anderen Utensilien. Ein großer Ventilator wirbelte Flocken aus Zellulose herum. Es wurde eine kurze Szene für einen Film gedreht. Für den Thriller „Abgeschnitten“ von Sebastian Fitzek mit den Schauspielern Moritz Bleibtreu und Lars Eidinger in den Hauptrollen.

Die Handlung dreht sich um den Gerichtsmediziner Dr. Paul Herzfeld (Moritz Bleibtreu). Dieser findet eine Kapsel im Kopf einer schwer verunstalteten Leiche. Seine Vermutungen bestätigen sich, als er aus der Kapsel ein Stück Papier zum Vorschein bringt, auf das nur eine Telefonnummer und der Name von Herzfelds Tochter Hannah geschrieben stehen. Herzfeld ist klar, dass seine Tochter entführt wurde und er alles dafür tun wird, um sie wieder in seine Arme zu schließen.

Filmdreh zu später Stunde: Nach Einschätzung vieler Beobachter am Rande des Spektakels an der Nassenheider Sprint-Tankstelle war die Stimmung im Filmteam locker. Alle Beteiligten seien gut gelaunt gewesen und hätten routiniert gearbeitet. Quelle: Julian Stähle

In Nassenheide wurde eine maximal zweiminütige Szene mit Bleibtreu und Eidinger gedreht. Eidinger spielt den Praktikanten und bezahlt die Tankrechnung. Bleibtreu holt sich einen Kaffee im Shop und telefoniert dann draußen im Schneegestöber. Es gab drei Einstellungen der gleichen Szene, jede Einstellung wurde zehn Mal wiederholt.

Auf dem Weg vom Tankstellen-Bistro zum Auto telefoniert Paul Herzfeld, gespielt von Moritz Bleibtreu. Quelle: Julian Stähle

Das berichtet Tankstellenpächter Andreas Storl, der erstaunt war über den „unheimlich großen Aufwand für eine kurze Filmszene“. Komparsen aus Berlin bewegten sich auf dem Gelände. Sogar eine Mitarbeiterin von Storl, Lulu Brandenburg, erhielt eine Rolle und spielte die Kassiererin. Sie beschreibt Bleibtreu als entspannt und bodenständig. Er habe sie gefragt, ob sie aufgeregt sei. Lulu Brandenburg sagte gleich zu, mitzuspielen: „Das interessiert mich. Ich habe mit dem Regisseur die Telefonnummern getauscht, falls er mal wieder eine Rolle für mich hat“, erzählt sie.

Tankstellen-Pächter Andreas Storl hat seine Tankstelle für den Filmdreh vermietet. Er ist solchen Aktionen stets aufgeschlossen gegenüber und erhofft sich Werbung für sein Unternehmen davon. Quelle: Enrico Kugler

Auch Nancy Neumann (29) aus Nassenheide konnte einen Blick auf die Schauspieler erhaschen. Gegen 20.30 Uhr ging sie ins Bistro, denn eine Freundin hatte Dienst. Diese sagte: „Schau mal, da hinten sitzt er.“ Moritz tickerte auf dem Handy, bis er von der Crew zum Dreh rausgeholt wurde. Später kam er rein und fragte nach mehr Zucker für seinen Espresso. „Er war völlig normal. Wer ihn nicht kennt, hätte ihn nicht als jemand Besonderes vermutet.“

Lulu Brandenburg arbeitet als Kassiererin in der Sprint-Tankstelle in Nassenheide und spielte auch beim Filmdreh diese Rolle. Quelle: Enrico Kugler

Gegen 21.30 Uhr war Drehschluss, die Schauspieler verschwanden. Mit einer Kehrmaschine der Firma Grunske wurde der Kunstschnee aufgenommen. Die Crew entfernte grüne Folien von den Leuchten und räumte ihre eigens mitgebrachte Sprint-Werbung ab. Nancy Neumann weiter: „Was mir während der Zeit dort aufgefallen ist, war die lockere Stimmung vom Team. Alle schienen gut gelaunt war, alle dutzten sich und auch das Tankstellenpersonal. Es lief sehr routiniert ab.“

Für Tankstellenpächter Storl war es nicht das erste Filmerlebnis. Bereits 2016 hatte er seine Station in Germendorf für einen Dreh der Polizeifachhochschule Oranienburg zur Verfügung gestellt. Die Filmgesellschaft suche die Tankstelle aus, die von der Größe und Lage her ins Drehbuch passe. Warum nimmt Storl eine mehrstündige Sperrung seiner Tankstelle für den Filmdreh in Kauf? „Ich kriege ja Miete für die Drehzeit. Zudem hatte ich bei Facebook drei Bildchen vom Filmdreh hochgeladen, in einer Stunde hatten das 600 Leute gesehen.“ Genauso mache er es mit der wöchentlichen Speisekarte seines Bistros, was viele Bauarbeiter veranlasse, bei ihm zu stoppen.

Von Marion Bergsdorf und Sebastian Morgner

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