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Oberhavel Wie der „längste Trabi der Welt“ Ost und West verbindet
Lokales Oberhavel Wie der „längste Trabi der Welt“ Ost und West verbindet
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19:22 30.10.2019
Der „längste Trabi der Welt“ taucht bei den Hammeraner Feuerwehrleuten in Oberhavel ins Mauerwerk ein. Quelle: Bert Wittke
Hammer

Irgendwie sind sie schon ein bisschen verrückt – die Feuerwehrleute aus Hammer. Positiv verrückt. Vor allem aber haben sie Enthusiasmus, Freude, Begeisterungsfähigkeit und auch einen Schuss Fantasie.

Würden sie sonst von sich behaupten, sie hätten den längsten Trabi der Welt? Genauer gesagt, eine Hälfte davon? Vom Frontscheinwerfer bis zum Schloss der Kofferraumklappe misst er fast 700 Kilometer. Nein, kein Schreibfehler. 700 Kilometer. Na ja, wie gesagt – die Hammeraner sind positiv verrückt.

Das begann schon damit, dass sie 2009 einen Trabi mit in die Eifel nahmen. Dort, 700 Kilometer von Oberhavel entfernt, liegt die Gemeinde Simmerath. Lange Jahre Partnergemeinde des ehemaligen Amtes Liebenwalde. Von dort haben die Brandenburger Unterstützung bekommen, als sie nach 1990 lernten, wie man ein Amt gründet, aufbaut und führt.

Feuerrotes Symbol der Partnerschaft

In Simmerath, nicht weit von Aachen entfernt, gibt es auch einen Ortsteil der Hammer heißt. Von dieser Entdeckung an war es damals nicht mehr weit bis zu einer besonderen Kameradschaft zwischen den zwei gleichnamigen Orten. Eine Kameradschaft, die bis heute hält. Immer wieder besuchen sich die Feuerwehrleute mit und ohne Familien gegenseitig oder treffen sich irgendwo auf halbem Weg. Denn wie gesagt – die Entfernung zwischen beiden ist weit.

Die vordere Hälfte des Feuerwehr-Trabants aus Hammer –man beachte das Kennzeichen... Quelle: Bert Wittke

Im Jahr 2009 rüsteten sich die Hammeraner Kameradinnen und Kameraden aus Oberhavel mal wieder für eine längere Tour gen Westen und nahmen dabei ein „feuerrotes Spielmobil“ mit in die Eifel – einen Feuerwehr-Trabi. Er war seinerzeit als Geschenk zum 75-jährigen Bestehen der Hammeraner Feuerwehr in der Eifel gedacht.

Und weil die Hammeraner Wehr aus Oberhavel zu dieser Zeit 105 Jahre zählte, wurde der gemeinsame 180. Geburtstag gefeiert. Der Feuerwehr-Trabi aus dem Osten blieb anschließend im Westen zurück – allerdings nicht für eine lange Zeit.

Weil die dortige Wehr schon bald mit der Wehr des Nachbarortes Dedenborn fusionierte und es in Hammer kein Feuerwehrgerätehaus mehr gab, brachten die Jungs den Trabi wieder zurück zu den Freunden nach Oberhavel. Dort sei das gute Stück weitaus besser aufgehoben, als in irgendeinem Schuppen in der Eifel. Seither wird der Trabi also wieder von den Feuerwehrleuten im hiesigen Hammer gehegt und gepflegt und ist bei feierlichen Anlässen im Dorf oder in Nachbarorten „in freier Wildbahn“ zu sehen.

Ein halber Trabi steckt in der Mauer

Ganz auf eine Rennpappe verzichten müssen aber auch die Kameradinnen und Kameraden in der Eifel nicht. Seit einiger Zeit dürfen sie sich zumindest über die vordere Hälfte eines Trabis freuen. Die ziert bei ihnen im Ort ein Podest, das so aussieht, als würde der Trabi ein Stück Mauer durchbrechen. Das Gegenstück – das Heckteil – ziert die Wand einer Scheune von Heiko Bernhardt, der seit mehr als zehn Jahren Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Hammer ist.

Mit Vollgas rückwärts ausgeparkt? Der Feuerwehr-Trabant aus Hammer. Quelle: Bert Wittke

Als er das Heck in eine Mauer auf seinem Hof eintauchen ließ, stand für die Kameraden fest, dass sie das Vorderteil zu den Freunden in die Eifel bringen würden, damit es dort ähnlich originell platziert werden kann. Darum gekümmert hat sich in erster Linie Heinz Breyer, Ehrenmitglied der Hammeraner Feuerwehr in der Eifel und dort auch lange Jahre Wehrführer. Inzwischen hat er diese Aufgabe an seinen Sohn weitergegeben. Bei Heinz Breyer war die vordere Hälfte des Trabis in guten Händen. Er hat alles getan, damit sie dort weithin sichtbar ist und an die Kameradschaft mit den Feuerwehrleuten im tiefen Osten erinnert.

Von Hammer zu Hammer

In der vorigen Woche war es nun soweit: Die Oberhaveler Hammeraner machten sich auf den Weg in die Eifel und haben dort den „längsten Trabi der Welt“ eingeweiht, begossen, gefeiert. „Der ist quasi bei uns im Osten ins Mauerwerk eingedrungen und kommt im Westen wieder raus“, sagt Thomas Balke.“

Nicht nur für den Wehrleiter der Hammeraner Feuerwehr aus Oberhavel ist der Wagen damit „der längste Trabi der Welt – 700 Kilometer, von Hammer bis Hammer.“ In einer Zeit, da landauf und landab das Mauerfalljubiläum gefeiert wird, besitzt der Mauern sprengende Trabi zudem auch jede Menge Symbolkraft.

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