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Oberhavel Wenn Gärtner nicht gießen dürfen
Lokales Oberhavel Wenn Gärtner nicht gießen dürfen
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16:35 01.06.2018
Nix da, um es in die Kanne zu schöpfen: In den Wassertonnen im Garten von Gudrun und Norbert Lenz in Schmachtenhagen herrscht schon lange gähnende Leere.  Quelle: Robert Roeske
Oberhavel

„Lieber ein brauner Rasen, als nichts zu trinken“, bringt Carola Rath vom „Esspunkt“ in Zühlsdorf ihre Haltung zum am Mittwoch vom Niederbarnimer Wasser- und Abwasserzweckverband (NWA) verhängten „Sprengverbot“ für Gärten auf den Punkt. Diese Maßnahme verbietet Gartenbesitzern unter anderem in Wensickendorf, Zühlsdorf, Schmachtenhagen und Zehlendorf in der Zeit zwischen 7 und 21 Uhr ihre Gärten mit Leitungswasser zu wässern, damit ausreichend Trinkwasser für die Menschen zur Verfügung steht. Bei ausreichend Regen soll das Verbot aufgehoben werden. Angedroht sind bis zu 50 000 Euro Bußgeld.

„So ein Verbot ist doch nicht neu“, weiß Werner Geisler aus Zühlsdorf. „Das ist doch vernünftig das man das reguliert. Und die Leute halten sich dran. Mittags sieht man hier keine Rasensprenger. Aber bei uns haben die meisten sowieso Brunnen“, verrät der 76-Jährige, der jedoch darauf hinweist, dass die Bürger trotzdem aufgefordert seien, Straßenbäume zu gießen. „Wir gehen aber auch sparsam mit unserem Brunnenwasser um. Gießen nur die schönen Pflanzen, wie unsere Rosen.“, berichtet Monika Hetscher, die früher das Strandbad am Rahmer See betrieben hat. Einen trockenen Rasen nimmt sie in Kauf oder wässert ihn vor 7 Uhr. „Aber auch früher gab es schon Jahre, in denen der Mai heiß war, dafür wurde dann der Sommer schlecht“, erinnert sich die Zühlsdorferin, die das Sprengverbot akzeptiert.

„Ich habe auch einen eigenen Brunnen“, sagt die gebürtige Schmachtenhagenerin Britta Piekarski. Aber sie verstehe die Einschränkungen, auch sie gieße maßvoll. „Und man kann sparen. Ich als DDR-Kind weiß, dass man nicht unbedingt dreimal am Tag duschen muss, sondern sich auch waschen kann.“ Sie habe mit dem Verbot kein Problem, ihre Blumenkästen und Tomaten gieße sie sowieso abends.

„Meine Coloradotanne bekommt gerade einen trockenen Ast nach dem anderen.“ Das macht Ines Barthel aus Schmachtenhagen schon traurig. „Ich gieße morgens und abends. Die Natur leidet, wir Menschen auch.“ Ansonsten gehe sie trotz Brunnen sparsam mit dem Nass um.

Auch Gudrun und Norbert Lenz sind in Schmachtenhagen zu Hause.“ Im letzten Jahr bekamen die Nachbarn, als es im Mai ebenso heiß war, mit ihren Brunnen Probleme, „wir befürchten, dass es bei uns auch so wird“, so Gudrun Lenz. Inzwischen seien alle Wassertonnen im Garten leer. Aber es gibt eine Menge zu gießen: „die Obstbäume, die Hecken, die Wiese, die Kübel“. Auf ihrer Obstbaumwiese ließen sie das Gras stehen, so verbrenne es nicht und müssen nicht gewässert werden. „Wir versuchen das schon umweltschonend zu machen.“ Für die Regelung zeigen sie Verständnis.

„Mir ist wichtig, dass ich duschen kann. Wenn da mal eine Pflanze eingeht, dann ist es eben so“, sieht es Steffen Kunze aus Wensickendorf. Er hat zwei große Regentanks in der Erde. Da ist noch was drin. Denn entweder stünde alles unter Wasser oder gibt eine Dürr. „Aber wenn das Verbot sein muss, dann muss es sein.“

Morgens um 5.30 Uhr nach seiner Nachtschicht beim Wachdienst wässert Manfred Verworn aus Zehlendorf seinen Garten. „Klar, Trinkwasser geht vor“, sagt er zu der Regelung.“ Aber auch er kann auf einen selbst gebauten Brunnen aus Betonringen zurückgreifen. Den Rasen habe er trotzdem aufgegeben. Der kommt ja wieder. „Woanders verdursten die Menschen, da muss man schon ein bisschen Respekt haben“, findet er. Irgendwie gebe es keine vier Jahreszeiten mehr, bedauert er, nur noch Hitze oder Hagel.

Von Ulrike Gawande, Heike Bergt

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