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Oberhavel Wenn der Chefarzt vorm Kaufland steht
Lokales Oberhavel Wenn der Chefarzt vorm Kaufland steht
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10:45 19.05.2015
Oberarzt Isaak Wontroba durchsuchte im Schlaganfall-Bus die Durchlässigkeit der Halschlagadern.
Oberarzt Isaak Wontroba durchsuchte im Schlaganfall-Bus die Durchlässigkeit der Halschlagadern. Quelle: Enrico Kugler
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Oranienburg

Wagen, vollgepackt mit Brot, Kuchen und Wurst, rollen am Infotisch des Chefarztes vorbei. Dazwischen jede Menge süße Limo und Hochprozentiges. „Wir leben einfach ungesund. Es geht uns zu gut“, sagt Karl Baum beim Anblick der Einkaufswagen vorm Kaufland. Der Chefarzt der Abteilung für Neurologie der Klinik Hennigsdorf stand Montag höchstpersönlich vom Oranienburger Konsumtempel.

Bundesweite Aufklärungskampagne "Herzenssache Schlaganfall"

Dort machte im Rahmen der bundesweiten Aufklärungkampagne „Herzenssache Schlaganfall“ der rote Doppeldecker, der so genannte „Schlaganfall-Bus“ Station. Hier wurden bis zum Nachmittag Blutdruck und Blutzuckerwerte kontrolliert, die Durchlässigkeit der Halsschlagadern getestet. Hier warb Karl Baum mit seinen Facharztkollegen und Schwestern für drei Dinge: Die Zeichen bei einem Schlaganfall zu erkennen, schnell zu reagieren und vor allem, es gar nicht erst so weit kommen lassen!

„Auslöser jedes dritten Schlaganfalls ist ein Pfropfen, der vom Herzen ausgeht“, erklärt der Mediziner. Das Gerinnsel löst Vorhofflimmern aus und wird dann ins Gehirn gespült. Der Schlaganfall ist da. 270 000 Menschen bundesweit erleiden ihn jährlich. 900 Patienten werden pro Jahr mit dieser Diagnose in die Hennigsdorfer Schlaganfall-Spezialstation (Stroke unit) eingeliefert. „52 Prozent von ihnen konnten ohne weitere Behandlung wieder nach Hause gehen“, so der Privatdozent. Damit das möglich wird, zählt jedoch jede Sekunde: „Man muss die Warnzeichen erkennen“. Viele Patienten meinten, ach, das geht schon wieder weg, wollten erst abwarten. „Beim Schlaganfall läuft die Uhr gnadenlos. Meine Botschaft: Sofort die 112 wählen.“

Bluthochdruck und Diabetes sind größte Risiken

Hauptrisiken gibt es zwei: Bluthochdruck und Diabetes. Doch gerade bei konsequenter Behandlung des Hochdrucks könne das Schlaganfall-Risiko um 40 Prozent gesenkt werden. Hinzu kämen zu viel Salz im Essen und Übergewicht. Das Schlaganfallrisiko steigt ab 70, doch in zehn Prozent der Fälle sind auch Kinder und Jugendliche betroffen.

„Der Mensch ist so alt, wie seine Gefäße aussehen.“ Der Schlaganfall sei eine „Frage überguter Ernährung“ und ein altes Menschheitsproblem weiß Karl Baum. Als die Mumie des Pharaos Ramses II., der mit etwa 82 Jahren starb, untersucht und mit sterblichen Überresten von Zeitgenossen verglichen wurden, die wohl nicht das Allerbeste aufgetischt bekamen, habe man festgestellt: „Was die Gefäße betraf, war Ramses ein Wrack.“

Von Heike Bergt

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