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Oberhavel Wie aus Tassen Lieblingsstücke werden
Lokales Oberhavel Wie aus Tassen Lieblingsstücke werden
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16:30 09.02.2017
Silvia Nußbäumer versieht jede bestellte Tasse mit dem gewünschten Motiv oder Spruch, bevor die Gefäße zum Brennen in den Ofen gehen. Quelle: Heike Bergt
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Oranienburg

„Mit einer Tasse samt coolem Spruch im Büro zu glänzen, das ist einfach in Mode“, weiß Florian Jacob. Und schmunzelt. „In jedem TV-Krimi hat der Kommissar heute eine Tasse in der Hand.“ Ob niedliche Katze darauf, die Enkelkinder oder ein Gruß für die Angebetete: „Vor allem individuell“ muss der Aufdruck sein, der eine ganz normale Tasse in Minuten zu etwas Besonderen, zum Lieblingsstück macht. Auch seine kleine Tochter komme derzeit nicht ohne die Einhorn-Tasse aus, verrät der Inhaber der Firma „Tassendruck.de“.

Nach der Gründung vor mehr als zehn Jahren in Berlin, hatte das Unternehmen ab 2012 seinen Sitz am Bötzower Platz 1. Und was Jacob anfangs nicht vermutet hatte: Der Tassenboom hält an, am Standort wurde es zu eng: „Es fehlten vor allem Lagerflächen.“ Im September war die Firma deshalb umgezogen, ins Gewerbegebiet in der Hans-Grade-Straße 4. Hier hatte vor wenigen Jahren das Unternehmen Dibora einen Firmensitz gebaut – der stand nun zum Verkauf. Der Lehnitzer hat 600 000 Euro in die Immobilie und auch die Neubeschichtung des Bodens in der Produktionshalle investiert, die Maschinen ins neue Quartier gebracht und weiter ging es. Jährlich werden in der Firma rund 150 000 Tassen mit Motiven versehen und an die Kunden verschickt. Doppelt so viele wie vor drei Jahren. Und das ist nicht das Ende der Fahnenstange. „Wir haben uns für das Grundstück entschieden, weil unsere Kundschaft via Internet bestellt und wir nicht unbedingt Citylage brauchten, aber mehr Platz. Vor allem aber, weil das Grundstück erst zu 50 Prozent bebaut ist.

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2017 will der Firmenchef zunächst zusammen mit der Firma „Energieinsel“ in Germendorf Solarzellen aufs Dach bringen „Wir haben ein Passivhaus mit Holzvergaserheizung, brauchen wenig Heizung, allerdings viel Energie für die Brenner. Die wollen wir selbst produzieren und damit bald ’grüne Tassen’“. Nach diesem Projekt plant Jacob eine weitere Produktionshalle auf dem 3000-Quadratmeter-Areal. Und auch die Mitarbeiterzahl soll von derzeit zehn bis Jahresende 2017 um weiter zwei bis vier steigen. Er sucht Mediengestalter, Programmierer und Produktionshelfer.

Die Tassen in allen Formen kauft der Firmenchef seit Jahren bei Firmen in Hamburg und Süddeutschland. Auf „Tassendruck.de“ können sich die Kunden ein Modell aussuchen, Motiv oder Schriftzug hochladen oder sich etwas aussuchen. Anschließend Farbe auswählen und in 3D anschauen. Bezahlen und schon geht das Modell in die Produktion. „Das Gros sind Einzelstücke und die gehen oft am selben Abend noch in die Post und sind am nächsten Tag da. Kunden gibt es bundesweit, aber auch in der Schweiz und in Österreich, Italien und Spanien. Rund 200 Sendungen sind jeden Abend versandfertig. Einzelstücke, aber auch große Chargen, die Firmen zu Werbezwecken bestellen. Gut verpackt geht alles auf die Reise, 99 Prozent der zerbrechlichen Fracht kommt unversehrt an. Wer seine Tasse in der Hans-Grade-Straße selbst abholt, spart fünf Euro Porto. „Inzwischen sind die Motive auch spülmaschinenfest, halten bis zu 2000 Wäschen durch.“ Das testet der Chef auch selbst zu Hause.

Neben den Tassen werden im Unternehmen auch I-Phone-Hüllen im Auftrag der Firma „deinPhone“ bedruckt. „Dieses Segment wollen wir ausbauen. Am neuen Standort ist einfach vieles mehr möglich“, ist Florian Jacob rundum zufrieden mit dem Standortwechsel.

Von Heike Bergt