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Oberhavel Wieder vibriert Oberhavel – wieder steckt dahinter die Luftwaffe
Lokales Oberhavel Wieder vibriert Oberhavel – wieder steckt dahinter die Luftwaffe
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01:18 11.05.2019
Sorgte erneut ein Eurofighter für den Knall in Oberhavel? Quelle: Ingo Wagner/picture alliance/dpa
Oberhavel

Oberhavel kommt nicht zur Ruhe: Wieder gab es am Mittwochvormittag einen lauten Knall. Wieder vibrierten die Fensterscheiben, wieder gab es eine Druckwelle. Diesmal um 10.20 Uhr. Schon am Dienstag hatte ein Knall die Region um Kremmen und Oberkrämer aufgeschreckt. „Das war um 10.17 Uhr“, weiß Mandy Heisler, die in der Kremmener Wolfsgasse lebt. „Der Knall kam aus Richtung Sommerfeld. Meiner Meinung nach werden irgendwo Kampfmittel gesprengt. Das klang wie damals, als in Oranienburg-Süd eine Bombe gesprengt wurde. Derselbe Knall. Dieselben Begleiterscheinungen. Ich hatte die Sprengung damals miterlebt, da ich in Oranienburg lebte.“

Am Dienstag hatte das Luftfahrtamt der Bundeswehr mitgeteilt, dass Luftfahrzeuge vom Typ Eurofighter der Bundeswehr über Kremmen unterwegs waren, die einen Übungsflugbetrieb geflogen seien. Dabei kam es auch zu Anteilen im Überschallbereich. Gegen 8.31 Uhr befand sich ein Luftfahrzeug im Überschallbereich in ca. 17 nautischen Meilen nordwestlich von Kremmen, hieß es. Der Eurofighter befand sich dabei in einer Höhe von 39524 Fuß (ca. 12046 m über Grund) mit einer Geschwindigkeit von 708 Knoten (ca. 1.311 km/h).

„Fühlte mich schon veralbert“

„Als die Nachricht kam, dass Eurofighter über Kremmen geflogen sind und das den Knall ausgelöst haben soll, fühlte ich mich schon veralbert. 8:31 Uhr fliegen die. Um 10.17 Uhr war der Knall. Brauchen die Schallwellen anderthalb Stunden?“ Am Mittwoch wurden diesmal aus allen Himmelsrichtungen Oberhavels gemeldet, dass es einen lauten Knall gab. Von Zehdenick bis Klein-Mutz. Von Beetz bis Oranienburg – eine Region vibrierte.

Auf MAZ-Nachfrage bei der Luftwaffe teilte ein Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr am Mittwochnachmittag dann mit, dass der Rumms in Oberhavel auch am Mittwoch mehreren Luftfahrzeugen vom Typ Eurofighter der Bundeswehr zugeordnet werden könne. Erneut habe die Luftwaffe einen Routinetrainingsflugbetrieb durchgeführt. Um 10.16 Uhr habe dabei ein Eurofighter 18 Nautische Meilen nordwestlich von Kremmen-Bärenklau Überschallgeschwindigkeit erreicht. Dies verursachte offenbar den enormen Knall, der von zahlreichen Oberhavelern wahrgenommen worden war.

Was bedeutet „Überschall“?

Als Überschallgeschwindigkeit (“Überschall“) wird die Geschwindigkeit von Objekten bezeichnet, die sich schneller bewegen, als sich der Schall im selben Medium ausbreitet.

Ab dem Zeitpunkt, bei dem die Schallgeschwindigkeit überschritten wird, bildet sich um das bewegte Objekt eine Stoßwelle, die sich kegelförmig ausbreitet und die von entfernten Beobachtern als Knall oder auch als Donnerschlag wahrgenommen wird.

Der Eurofighter befand sich während des des Übungsfluges am Mittwoch laut Informationen des Luftfahrtsamtes der Bundeswehr in einer Höhe von 40900 Fuß (ca. 12466 Meter über Grund) und war mit einer Geschwindigkeit von 753 Knoten (ca. 1394 km/h) unterwegs.

Routinetrainingsflugbetrieb der Luftwaffe

Die Luftfahrzeuge der deutschen Luftwaffe führen in einem zeitweilig reservierten sogenannten Luftraum MVPA, einer „Military Variable Profile Area“, einen Routinetrainingsflugbetrieb durch.

Der militärische Routinetrainingsflugbetrieb, insbesondere von Abfangjägern, erfordert in der Regel einen größeren Abschnitt freien Luftraumes, erklärt das Luftfahrtsamt der Bundeswehr. Aus Sicherheitsgründen muss dieser für den Zeitraum des Trainings von Verkehrsflugzeugen komplett freigehalten werden. Daher sind in Deutschland spezielle Lufträume eingerichtet, die bei Bedarf für einen bestimmten Zeitraum aktiviert, d.h. ausschließlich für den militärischen Flugbetrieb reserviert werden.

Nach Beendigung der jeweiligen Übung und dem Ausfliegen der angemeldeten Luftfahrzeuge wird der Luftraum entweder deaktiviert oder dem nächsten militärischen Nutzer zugeteilt. Solche Flüge werden durch die fliegenden Verbände der Bundeswehr in eigener Zuständigkeit geplant.

Laut Polizei und Feuerwehr liegen keine aktuellen Einsätze vor

Feuerwehr-Leitstelle und Polizei erklärten auf MAZ-Nachfrage am Mittwochvormittag, dass es bezüglich eines Knalls am Mittwochvormittag weder Meldungen gebe noch Einsätze bekannt seien.

Von Sebastian Morgner

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