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Oberhavel Worte und Blumen zur Erinnerung
Lokales Oberhavel Worte und Blumen zur Erinnerung
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00:46 25.04.2018
Kranzniederlegung am Sonntag bei der Gedenkveranstaltung zum 73. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Ravensbrück. Dort waren in den Jahren von  1939 bis 1945 insgesamt 132 000 Frauen, 20 000 Männer und 1000 junge Mädchen gefangen gehalten und gequält worden. Am 30. April 1945 befreite die Rote Armee das Lager.
Kranzniederlegung am Sonntag bei der Gedenkveranstaltung zum 73. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Ravensbrück. Dort waren in den Jahren von 1939 bis 1945 insgesamt 132 000 Frauen, 20 000 Männer und 1000 junge Mädchen gefangen gehalten und gequält worden. Am 30. April 1945 befreite die Rote Armee das Lager. Quelle: Martina Burghardt
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Fürstenberg/Havel

An der zentralen Gedenkveranstaltung anlässlich des 73. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Ravensbrück nahmen am Sonntag zahlreiche Gäste, überwiegend aus Polen, teil. Unter ihnen Überlebende, Schüler aus Polen, Vertreter von Religionsgemeinschaften, Politiker und Diplomaten.

Stelle Nikoforowa, Überlebende des KZ Ravensbrück, bei der Gedenkveranstaltung zum 73. Jahrestag der Befreiung Quelle: Martina Burghardt

Stella Nikiforowa, die als Vierjährige nach Ravensbrück deportiert wurde, erinnerte an „die mutigen Frauen, die so viel getan haben, damit sich das nicht wiederholt“. Ihnen widmete sie ein Gedicht, mit dem sie vor den neuen Gefahren warnte.

Dank denen, die das Gedenken pflegen

Die Erinnerung als Mahnung zu begreifen, nie wieder so etwas Schreckliches wie den Zweiten Weltkrieg und die Vernichtung von Menschenleben zuzulassen, ist all denen wichtig, die sich an den zweitägigen Gedenkfeierlichkeiten am vergangenen Wochenende beteiligten. In Gesprächsrunden, bei Buchvorstellungen und Lesungen, einer Ausstellungseröffnung und einer Theatervorführung war dies die Kernbotschaft.

Agata Kornhauser-Duda, die Frau des polnischen Staatspräsidenten, legt bei der Gedenkfeier zum 73. Jahrestag der Befreiung des KZ Ravensbrück einen Kranz nieder. Quelle: Martina Burghardt

„Nie wieder Ideologie, die Hass und Verachtung schürt“, forderte auch Agata Kornhauser-Duda, die Frau des polnischen Staatspräsidenten. In dessen Namen bedankte sie sich „bei allen polnischen und deutschen Personen und Institutionen, die seit Jahren das Gedenken an die ehemaligen Häftlinge von Ravensbrück und seinen Nebenlagern, auch das der Namenlosen, pflegen“.

Rituale reichen nicht aus

„Es liegt an uns, die Erinnerung und die Auseinandersetzung damit in die Zukunft zu tragen“, sagte Diana Golze, Arbeits- und Sozialministerin in Brandenburg (Linke). Dass die Aufklärung über die Verbrechen des Nationalsozialismus zur politischen Bildung gehören muss, forderte Robert Philipp, Bürgermeister von Fürstenberg. In Zeiten, in denen es an Mitgefühl und Respekt fehle, Rassismus alltäglich werde, würden Rituale und Professionalität nicht ausreichen. „Die Geschichten der Zeitzeugen sind eine unverzichtbare Sammlung zur Demokratiebildung“, sagte er. Sich gegen das Klima der Ausgrenzung, des Rassismus und der Gleichgültigkeit zu stellen, dazu forderte die Autorin Gila Lustiger auf.

Am Mahnmal „Tragende“ legten sowohl Agata Kornhauser-Duda als auch der polnische Botschafter Andrzej Przylebski und die französische Botschafterin Anne-Marie Descôtes Kränze nieder.

Von Martina Burghardt

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