Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Zehdenick Andreas Paries – Bauer in Klein-Mutz
Lokales Oberhavel Zehdenick Andreas Paries – Bauer in Klein-Mutz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:16 02.07.2019
Andreas Paries am Melkstand auf seinem Hof in Klein-Mutz. Quelle: Uwe Halling
Klein-Mutz

Milch hat Andreas Paries gerade nicht zur Hand. Schon als Kind mochte er sie nicht trinken. Er schmunzelt selbst, wenn er das erzählt, denn in den Ställen des Familienbetriebs stehen 400 Kühe, die täglich 13.000 Liter Milch produzieren – seinen Lebensunterhalt. Man müsse die Melk- und Transportpausen abpassen, erklärt er, um Milch abzuzapfen. Seine fünf Kinder, zwischen elf und eineinhalb Jahre alt, haben die Abneigung des Vaters jedenfalls nicht geerbt.

Andreas Paries aus Klein-Mutz kümmert sich auf dem eigenen Hof um die Tiere. Quelle: Uwe Halling

Paul Paries, der seit 1980 in Klein-Mutz lebte, dort LPG-Vorsitzender war und 2015 verstorben ist, hatte den Landwirtschaftsbetrieb 1992 zusammen mit Armin Grün gegründet. Er kannte sich mit Tieren aus, sein Partner mit Pflanzen. Inzwischen bewirtschaften Andreas Paries (38) und sein Bruder Christian (37) gemeinsam mit ihrer Mutter Gisela Paries den Hof mit den Kühen und der Nachzucht, 1500 Hektar Acker und Grünland. Auf den Feldern wachsen Getreide und Raps sowie Mais als Futter und für die 2007 errichtete Biogasanlage in Häsen. Die Grüpa-Hof GbR Landwirtschaftsbetrieb Paries und Söhne beschäftigt 20 Mitarbeiter.

Dass sein Bruder in der Landwirtschaft bleiben würde, hatte sich wohl schon früh gezeigt. Andreas Paries hingegen nahm einen ordentlichen Umweg. „Ich habe lieber vor dem Computer gesessen, während mein Bruder Trecker gefahren ist“, erzählt er. Nach dem Abitur im Jahr 2000 am Oberstufenzentrum Zehdenick leistete Andreas Paries seinen Zivildienst bei der Lebenshilfe in Zehdenick und begann bei einer Bank in Frankfurt (Main) seine Ausbildung zum Fachinformatiker. Seine Freundin aus Buberow kam mit, sie studierte in Mainz.

Bonn oder Klein-Mutz

Von dort zogen sie nach Bonn. Die künftige Lehrerin absolvierte dort ihr Referendariat, ihr Mann arbeitete inzwischen bei der Telekom. Die ersten drei Kinder kamen in Bonn zur Welt. Bevor die Einschulung des ältesten Sohnes anstand, drängte sich eine Entscheidung auf: Dort bleiben oder doch zurückkehren nach Klein-Mutz? Da hatte Andreas Paries schon ein Agrarwissenschafts-Studium begonnen. Denn auf dem elterlichen Hof wohnen und nach Berlin zur Arbeit fahren, kam für ihn nicht in Frage.

Das Studium setzte er in Berlin fort, beendete es mit dem Bachelor of Science. Den akademischen Titel wird man auf seinen Visitenkarten, die sowieso meist im Schreibtisch liegen bleiben, jedoch nicht finden. Er winkt ab. So etwas hat für Andreas Paries keine Bedeutung. Wichtiger ist ihm ein realistisches Bild von der Landwirtschaft, zu der viele Menschen keinen Bezug mehr haben. Deshalb lädt er Schulklassen ein, engagiert sich im Bauernverband, ist seit anderthalb Jahren dessen Kreisvorsitzender.

Bürokratie und Fördermittel

Mit seiner Einstellung zu Fördermitteln in der Landwirtschaft steht er sicherlich nicht allein da. „Das ist alles so kompliziert, der Bürokratieaufwand ist viel zu hoch“, sagt er. Seine Meinung, dass Fördermittel-Zahlungen generell eingestellt werden sollten und sich dann vieles von allein regeln würde, dürfte hingegen immer wieder für Diskussionsstoff unter Berufskollegen sorgen.

Aufwendig ist auch die Umstellung auf die Biomilch-Produktion, wie es die Familie Paries jetzt vorhat. Das bedeutet unter anderem, zwei Jahre lang Biofutter anzubauen, danach ein halbes Jahr die Kühe damit zu füttern und etliche andere Auflagen zu erfüllen – dann erst bekommt die Milch das Bio-Siegel. „Der Kontrollaufwand steigt immens“, so Andreas Paries. Dafür ist der Milchpreis zwischen 45 und 50 Cent pro Liter in den letzten fünf Jahren stabil geblieben. Damit kann man besser rechnen als mit 20 bis 40 Cent. 2021 wird es soweit sein. Andreas Paries kann ja mit Zahlen. Die braucht man eben auch in der Landwirtschaft. Er ist gern Bauer. Und wenn eines der Kinder irgendwann einmal den Hof übernehmen will, „dann würde ich mich freuen“, sagt er.

Von Martina Burghardt

Ein Gerstenfeld geriet am Montagabend bei Osterne (Zehdenick) während Mäharbeiten in Brand. Rund 500 Quadratmeter Fläche waren betroffen.

02.07.2019

Oberhavels Feuerwehrleute sind seit Wochen im Dauereinsatz. Oft werden sie direkt von der Arbeit zum Einsatz gerufen. Für die Kameraden ein schwieriger Spagat, aber auch für deren Arbeitgeber.

01.07.2019

André Gorzelany und Sissy Kalmutzke bieten Beratung und Coaching, Hypnose und Glückworkshops an. Mit einem festen Standort für das Life Master Institut hat sich André Gorzelany einen Wunsch erfüllt.

01.07.2019