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Zehdenick Gut ausgebildet in der Heimatstadt
Lokales Oberhavel Zehdenick Gut ausgebildet in der Heimatstadt
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17:51 22.02.2019
Horst Kubitzky, Marian Goetz und Denis Kubitzky (v.l.n.r.) vor dem Büro des Zehdenicker Baubetriebes ZTV.
Horst Kubitzky, Marian Goetz und Denis Kubitzky (v.l.n.r.) vor dem Büro des Zehdenicker Baubetriebes ZTV. Quelle: Martina Burghardt
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Zehdenick

An seinen ersten Arbeitstag kann sich Marian Goetz gut erinnern. Er musste auf der Baustelle gleich mit anpacken und Bordsteine auswechseln. Der 17-Jährige ist inzwischen im zweiten Lehrjahr. Dass er Maurer werden will, hatte er bald herausgefunden. „Ich möchte sehen, was ich den Tag über geschafft habe“, sagt er.

In der Werner-von-Siemens-Oberschule Gransee konnte er in verschiedenen Betrieben ausprobieren, was ihm liegt. Und hat offenbar das Richtige für sich gefunden. Das Bewerbungsgespräch bei der Baufirma Zehdenicker Tief- und Verkehrsbau (ZTV), gleich bei ihm um die Ecke, war erfolgreich.

Viele Spuren hinterlassen

Das 1990 gegründete Unternehmen war in ganz Deutschland im Hoch- und Tiefbau tätig, hatte zu Spitzenzeiten um die 100 Mitarbeiter und bis zu vier Lehrlinge. Jetzt sind es noch 25 Mitarbeiter, die bis rund um Berlin auf die Baustellen fahren. In Zehdenick gibt es etliche Zeugnisse der Arbeit von ZTV, zum Beispiel an der Castrop-Rauxel-Allee oder in der Eisenbahnstraße. Eine Spezialität waren unter anderem Tankstellen.

Auf dem Bau lernt Marian Goetz von den Gesellen. Mörtel, Klinker, Ziegel, Holz, Stahl, Beton, mit solchen Materialien hat er zu tun. Baupläne studieren und auswerten, das lernt er auch in der Berufsschule, dem Eduard-Maurer-Oberstufenzentrum in Hennigsdorf. Dort haben die Azubis außerdem Deutsch- und Englischunterricht. Wirtschaft, Sozialkunde und Sport stehen ebenfalls auf dem Stundenplan. „Mauern macht am meisten Spaß“, sagt Marian Goetz. Auch wenn im Lehrbauhof alles wieder abgerissen wird – die Fähigkeiten müssen ja irgendwo trainiert werden und sind dann gefragt, wenn zum Beispiel Gebäude modernisiert werden.

Kein Mädchenberuf

In der Maurerklasse von Marian Goetz sind nur Jungen. Dass dies ein Mädchenberuf werden könnte, glaubt Firmenchef Denis Kubitzky nicht. Auch sein Vater Horst Kubitzky, der das Unternehmen aufgebaut hat und nun im Ruhestand ist, hat die Erfahrung gemacht, dass die schwere körperliche Arbeit auf Dauer nichts für Frauen ist.

Denis Kubitzky hat selbst Maurer gelernt, 2010 seinen Meisterabschluss gemacht und ist nun Geschäftsführer in dem Familienbetrieb. „Im Hoch- und Tiefbau suchen wir immer Leute“, so der Firmenchef. Zurzeit ist Marian der einzige Lehrling. Dass es mit ihm „gut passt“, ist keine Selbstverständlichkeit. „Wir haben uns auch schon von Lehrlingen während der Ausbildung getrennt“, so Horst Kubitzky. Von den mehr als 50 Azubis, die bei ZTV gelernt haben, ist noch ein einziger Mitarbeiter im Unternehmen. Wer neu dazu kommt, muss sich einfügen können.

Lernen muss man wollen

„Vom Keller bis zum Dach – unsere Leute machen alles, wir decken viele Gewerke ab“, so Denis Kubitzky. Das erwarten sowohl die Chefs als auch die Mitarbeiter von den Auszubildenden. Dass sie anfangs nicht dieselbe Leistungen bringen können wie ein Geselle, steht außer Frage.

„Im Betrieb lerne ich viel, komme gut mit den Kollegen aus, die mir immer etwas beibringen“, so Marian Goetz. Er hat außerdem an verschiedenen Lehrgängen teilgenommen, war unter anderem voriges Jahr für eine Woche zu einem Praktikum in Italien. Wenn Marian Goetz im nächsten Jahr seinen Gesellenbrief in der Tasche hat, wird er vielleicht dem nächsten Azubi bei ZTV etwas beibringen können.

Von Martina Burghardt