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Zehdenick Künstlerinnen geben Denkanstöße
Lokales Oberhavel Zehdenick Künstlerinnen geben Denkanstöße
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18:31 07.01.2020
Werke zum Thema „Hinter/vor und nach der Mauer“ von Künstlerinnen in der Klosterscheune Zehdenick. Quelle: Martina Burghardt
Zehdenick

Welche Gefühle entstehen, wenn eine reale Mauer stürzt und politische Veränderungen persönliche Lebenswege beeinflussen? Was ist mit den Mauern im eigenen Denken, mit Abgrenzung? Dies sind Fragen, mit denen man sich gegenwärtig in der Klosterscheune Zehdenickbeschäftigt. Besucher sollten auf Denkanstöße gefasst sein.

Der 30. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer ist Anlass für eine ganze Reihe von Veranstaltungen in der Klosterscheune seit Anfang Dezember und noch bis Ende Januar. Bei den Konzerten, Filmen, Lesungen, Diskussionen, Schülerprojekten und Workshops sind sie allgegenwärtig: die von Künstlerinnen geschaffenen Skulpturen, Malereien und Installationen unter dem Motto „Hinter/vor und nach der Mauer“. 30 Künstlerinnen aus Deutschland, Korea und Israel waren eingeladen, sich mit ihrem Blick des Mauerfall-Themas anzunehmen und ihre Werke in der Klostergalerie zu zeigen. 29 sind dabei.

Jörg Zieprig, Projektkurator der Ausstellung zum Mauerfall in der Klosterscheune Zehdenick. Quelle: Martina Burghardt

„Die Arbeiten der Künstlerinnen besitzen größere Offenheit und zeigen den Mut zum bedingungslosen Einlassen auf Emotionen und Erfahrungen“, davon ist Jörg Zieprig, Kurator und Leiter der Klostergalerie, überzeugt. „Die Ausstellung will einen Ansatz zum Nachdenken bieten und die Möglichkeit eröffnen, die Schicksale der Künstlerinnen mit dem eigenen Leben in Verbindung zu setzen“, schreibt er im Begleitheft zur Ausstellung, das die künstlerischen Statements der beteiligten Frauen enthält. Die Künstlerinnen würden häufiger auf rationale, stets abgesicherte oder selbstherrliche Absolutheitsansprüche verzichten.

„Wir alle leben in einer Zeit auf dieser Erde – das ist der Geist, der bei allem mitschwingt“, so Jörg Zieprig. „Wir können daraus lernen, das Positive zu bewahren, menschlich und demokratisch miteinander umzugehen“, sagt er. Ein wichtiges Anliegen des Projektes ist es deshalb, Schüler mit einzubeziehen.

Weitere Veranstaltungen bis Ende Januar

Mehrere Veranstaltungen stehen im Zusammenhang mit der Ausstellung zum Mauerfalljubiläum noch auf dem Veranstaltungsplan der Klosterscheune, zum Beispiel ein Filmgespräch mit Hans Zischler, ein Konzert des Vogler-Quartetts, eine Podiumsdiskussion mit Schülern und eine szenische Lesung und Tanz zu den Statements der Künstlerinnen.

Bevor am 27. Januar mit der Vorführung von Dokumentarfilmen anlässlich des Holocaust-Gedenktages die Ausstellung beendet wird, findet am 26. Januar ein Chorkonzert statt, für das Jörg Zieprig erst Ende November die Zusage erhalten hat. The Diplomatic Choir of Berlin unter Leitung von Barbara Leifer ist zu Gast und hat sein Programm unter das Motto „Unter gleichem Himmel“ gestellt. Angehörige des Diplomatischen Korps gründeten diesen Chor im Jahr 2013. Die Sängerinnen und Sänger stammen aus 15 Nationen.

Skulptur in der gegenwärtigen Ausstellung zum Mauerfall in der Klostergalerie Zehdenick. Quelle: Martina Burghardt

30 Jahre ist es her, dass die Mauer fiel. Zehn Jahre später wurde die Klosterscheune als kulturelle Begegnungsstätte der Stadt Zehdenick übergeben. Im April ist der 20. Jahrestag, den auch Jörg Zieprig feiern kann. Als Berliner kam er damals über ein Wochenendgrundstück in der Havelstadt zu seiner neuen Arbeitsstelle. Der Kulturwissenschaftler hatte da bereits Erfahrungen, organisierte Kulturveranstaltungen jeglicher Art, arbeitete mit ausländischen Musikern zusammen. Genau dieses Profil sollte die Klosterscheune nach dem Umbau pflegen – Kunst und Kultur für einen kleinen Ort auf hohem Niveau. Dieser Anspruch gilt bis heute.

Auf Sponsoren und Geldgeber angewiesen

Für die Bewirtschaftung des Gebäudes und das Personal stellen die Stadt Zehdenick 46 000 Euro und das Mittelzentrum 5000 Euro jährlich zur Verfügung. Für Veranstaltungen ist das Haus auf Sponsoren und Mitveranstalter angewiesen. Aktuell sind das neben der Bundeszentrale für politische Bildung das Kulturministerium, die Mittelbrandenburgische Sparkassen in Potsdam, die Stadt Zehdenick, Gelsenwasser und die Friedrich-Ebert-Stiftung Brandenburg.

Von Martina Burghardt

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