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Zehdenick Protest gegen Erdgasförderung
Lokales Oberhavel Zehdenick Protest gegen Erdgasförderung
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18:37 24.02.2019
Bei der Ortsbeiratssitzung in Wesendorf zum Thema Gasbohren. Quelle: Martina Burghardt
Wesendorf

 Bei einer Ortsbeiratssitzung Sonntagvormittag in Wesendorf wurde erneut gegen die geplante Erdgasförderung in dem Gebiet zwischen Zehdenick, Templin und Gransee protestiert. Zahlreiche Bürger, auch aus umliegenden Orten, hatten sich im Gemeindezentrum eingefunden. Sie sorgen sich vor allem wegen der schädlichen Folgen der Erdgasgewinnung, sowohl für die Gesundheit als auch für das Grundwasser und die Natur.

Protestbanner kurz vor dem Ortseingang von Wesendorf. Quelle: Martina Burghardt

Die vor vier Wochen gegründete Bürgerinitiative gegen das Gasbohren bereitet derzeit eine Petition vor, wie Ralph Riesenberg aus Zehdenick berichtete. Bisher habe sich lediglich die CDU-Fraktion der Stadtverordnetenversammlung gegen die Pläne des Unternehmens Jasper Resources, das Erdgas aus etwa 4000 Metern Tiefe zu fördern, positioniert. Der Druck auf die Politik soll deshalb erhöht werden. Unter anderem werden Banner und Protestschreiben verbreitet.

Unterschriftensammlung gegen das Gasbohren in Wesendorf. Quelle: Martina Burghardt

Sonntag wurde außerdem von Wesendorfern eine Unterschriftensammlung begonnen, mit der der sofortige Stopp des Vorhabens gefordert wird. „Wir sind nicht bereit, die erheblichen Risiken für unsere Gesundheit und die unserer Kinder zu tragen“, heißt es weiter, „Schäden an unseren Häusern und Grundstücken durch Erdabsenkungen und Verwerfungen, sowie nachhaltige Spätfolgen an unserer Natur hinzunehmen.“

Die Bürgerinitiative habe einen Runden Tisch in Zehdenick angeregt, an dem Politiker, Behörden und Unternehmen gehört werden sollen, so Ralph Riesenberg. „Wir sind als Bürgerinitiative noch nicht einmal eingeladen“, sagte er. „Jasper Resources hat bisher nur die schönen Seiten dargestellt und nicht die möglichen Gefahren der Erdgasförderung benannt.“

Ein Befürworter im Ortsbeirat

Hören wollte man bei der Versammlung auch die Argumente der Befürworter der Gasförderung. Lediglich Ortsbeiratsmitglied Hans Peter Wolf bekannte sich dazu. Er sei dafür, wolle aber auch nicht, dass die Umwelt „vergiftet“ wird. Er machte auf die schlechte Trinkwasserqualität in Zehdenick, speziell in Wesendorf, aufmerksam.

Gabriele Seydel, Heilpraktikerin aus Templin-Hammelspring, warnte davor, dass sich die Probleme durch zutage geförderte schädliche Stoffe nicht addieren, sondern multiplizieren würden.

Appell an Grundstückseigentümer

An die Grundstückseigentümer appellierte Ralph Riesenberg. Sie sollten Förderanlagen oder Pipelines nicht zulassen. Sollte es zur Erdgasförderung kommen, würden die Grundstückspreise fallen und Touristen sowie Zuzügler die Region meiden, sagte er.

Für Ortsvorsteher Reinhard Lenz steht fest, dass sich die Bürger „stark machen müssen“. Ihm sei wichtig, dass Wesendorf der Ort ist, der „mit friedlichen Mitteln geschafft hat, dass nicht nach Gas gebohrt wird“.

Wer dafür auf einer der Listen unterschreiben will, kann dies noch am Dienstag von 17 bis 19 Uhr bei der Ortsvorsteher-Sprechstunde im Gemeindebüro Wesendorf tun.

Von Martina Burghardt

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