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Zehdenick Bürgermeister gegen Erdgasförderung
Lokales Oberhavel Zehdenick Bürgermeister gegen Erdgasförderung
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17:47 17.05.2019
Dirk Wendland, Frank Stege, Karola Gundlach, Detlef Tabbert und Robert Philipp (v.l.n.r.) unterschreiben die Briefe. Quelle: Martina Burghardt
Hammelspring

 Die geplante Erdgasförderung in der Region zwischen Zehdenick und Templin bereitet nicht nur Bürgern und Kommunalpolitikern Sorge. Jetzt wenden sich die Bürgermeister von Templin, Detlef Tabbert, Lychen, Karola Gundlach (beide Landkreis Uckermark), Zehdenick, Dirk Wendland, und Fürstenberg/Havel, Robert Philipp, sowie der Amtsdirektor von Gransee, Frank Stege (alle Landkreis Oberhavel), gemeinsam an die Fraktionen des Landtags und an die Landesregierung, um die Förderung zu verhindern. Am Freitag unterzeichneten sie an der Schleuse Kannenburg die Briefe.

Risiken „unkalkulierbar“

„Das Risiko einer Verunreinigung mit entsprechenden Folgen für Natur, Umwelt und Tourismus ist unkalkulierbar und muss durch ein Verbot der Förderung von Erdgas ausgeschlossen werden“, heißt es darin. Die Region habe bereits ihren Beitrag zur Energiewende geleistet.

„Wir sind keine Totalverweigerer“, so Detlef Tabbert, Bürgermeister von Templin. „In der Region werden mehr als 200 Prozent des Energiebedarfs aus regenerativen Energien gewonnen.“ Als Beispiele nannte er die Windkraftanlagen und den Solarpark Groß Dölln, einen der größten seiner Art. Die Förderung von Erdgas passe nicht in die Zeit, sagte er, weil sie „gravierende Risiken für Gesundheit und Tourismus“ bedeute.

Nachweise gefordert

„Wir fordern ein Moratorium von der Landesregierung“, sagte Ulrike Werner, Ortsvorsteherin von Hammelspring und aktiv in der Ende Januar gegründeten Bürgerinitiative gegen Gasbohren. Die Vorbereitungen für die Erdgasförderung sollen gestoppt werden, bis die Landesregierung nachweist, dass dadurch weder das Klima noch die Umwelt, noch die Gesundheit geschädigt werden. In dem Schreiben an den Wirtschaftsminister und die Landtagsfraktionen wird darüber hinaus gefordert, zu überprüfen, „ob das vorhandene Erdgas in seiner Qualität einen Beitrag zur Energiewende leistet“.

Die Bürgerinitiative brachte neue Plakate zum Bürgermeistertreffen an der Schleuse Kannenburg mit. Quelle: Martina Burghardt

Bürgermeister Robert Philipp erinnerte daran, dass „Millionen in die Entwicklung der touristischen Infrastruktur“ gesteckt worden seien. Mit den Plänen, Erdgas zu fördern, würde nicht nur in dieser Hinsicht, sondern auch in Bezug auf den Zuzug, unter anderem von dringend benötigten Fachkräften wie Lehrern und Ärzten, das Gegenteil erreicht. Detlef Tabbert stellte dazu die rhetorische Frage: „Wer will schon auf einem Gasfeld Urlaub machen?“

Schreiben vom Februar unbeantwortet

Kein Verständnis haben die Hauptverwaltungsbeamten dafür, dass ein bereits im Februar an den Ministerpräsidenten gerichtetes ähnliches Schreiben bislang unbeantwortet blieb. In der Runde war man sich einig, dass sowohl die Politiker des Landtags als auch des neuen Kreistags für das Thema sensibilisiert werden sollten.

Von Martina Burghardt

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