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Zehdenick Nadine Schätz will Landwirtin werden
Lokales Oberhavel Zehdenick Nadine Schätz will Landwirtin werden
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20:25 18.04.2019
Nadine Schätz, Auszubildende in Bergsdorf, darf zwar schon Traktor fahren, aber nur auf dem Acker. Zurzeit macht sie ihren Führerschein. Die Ausbildung zur Landwirtin dauert insgesamt drei Jahre. Für die Theorie fährt sie zum Oberstufenzentrum Prignitz nach Pritzwalk. Quelle: Martina Burghardt
Bergsdorf

 Als Nadine Schätz in der Schule ihren Berufswunsch verkündete, wurde sie belächelt. In der Landwirtschaft verdiene man kein Geld, erklärte man ihr. Aber das war für die 19-Jährige kein Auswahlkriterium. „Mir ist wichtig, dass ich meinen Beruf gern mache“, sagt sie. „Man muss mit dem Herzen dabei sein, sonst holt man sich bald nur noch die Krankenscheine.“

Die Eltern der Zehdenickerin sind ebenfalls in der Landwirtschaft tätig. Nadine Schätz ist jetzt im zweiten Ausbildungsjahr zur Landwirtin in der Agrargesellschaft Bergsdorf und froh über ihre Entscheidung. Am liebsten sitzt sie auf dem Trecker. Gerade macht sie ihren Führerschein. Auf dem Acker kann sie mit dem kleinen Traktor schon arbeiten.

Nadine Schätz, Auszubildende in der Agrar GmbH in Bergsdorf auf der Winterkoppel. Quelle: Martina Burghardt

Die junge Frau ist gern dabei, wenn Kälber geboren werden und ihr gefällt, dass sie ihnen beim Aufwachsen zusehen kann. Jedes Tier ist anders. Man lernt sie kennen in den zwei Jahren, die sie auf dem Hof heranwachsen. Nadine Schätz erzählt von der Kuh namens Torsten und der „leicht dämlichen“ Nummer 128. Die Mutterkühe lassen die angehende Landwirtin dicht an sich heran, obwohl sie sonst niemanden in der Nähe ihrer erst wenige Wochen alten Kälber dulden.

Schlachthaus wird fertig

Der respektvolle Umgang mit den Tieren – das ist einer der wichtigsten Grundsätze in der Agrar GmbH Bergsdorf. Deshalb wurde ein neues Schlachthaus auf dem Hof errichtet, das in einer Woche fertig sein soll. Kein Transportstress für die Rinder auf ihrem letzten Gang – dafür hat Christoph Lehmann (38) einiges investiert.

2010 übernahm der Bergsdorfer, der an der Humboldt-Universität Berlin Landwirtschaft studiert hat, den Betrieb. Seit 2008 ist er bereits Geschäftsführer. Die Umstrukturierung begann 2009 mit Abschaffung der Milchproduktion.

Inklusive Geschäftsführer hat der Bergsdorfer Agrarbetrieb elf Mitarbeiter, darunter ist ein Dual-Student, der gerade den theoretischen Teil der Ausbildung absolviert. 850 Hektar Fläche werden bewirtschaftet, davon sind 160 Hektar Grün- und Weideland. Insgesamt werden 450 Rinder gehalten, davon 250 Kühe. Alle Tiere wachsen in der Herde auf und verbringen ihr Leben auf den Bergsdorfer Wiesen, während der kalten Jahreszeit auf der Winterkoppel.

Voraussetzungen für Ausbildung erfüllt

Die Voraussetzungen, dass in Bergsdorf überhaupt ausgebildet werden kann, sind erfüllt. Auszubildende müssen nämlich mit zwei verschiedenen Richtungen vertraut gemacht werden. In Bergsdorf sind das Grünland- und Futterbau sowie Mutterkuh und Mast. Christoph Lehmann achtet darauf, dass die Lehrlinge nicht nur in einem Bereich bleiben.

„In unserem Betrieb mit dem überschaubaren Personalbestand wird der Azubi nach einem ,Warmlauf’ überall im Produktionsprozess eingesetzt“, so Christoph Lehmann. „Wir geben finanzielle Unterstützung für den Führerschein T (Traktor und Arbeitsmaschinen“, fügt er hinzu. Die satelliten- und computergesteuerte – und teure – Technik soll schließlich fachgerecht bedient werden. Andererseits liefern die modernen Maschinen auch ein Argument für die Ausbildung, so Christoph Lehmann. Die Arbeit soll ja schließlich Spaß machen.

Im Team wird geplant und gebaut

„Wir machen viel in Eigenleistung“, berichtet er und erzählt vom familiären Umgang miteinander. Von der Idee über das Projekt bis hin zum Bau wird jeder Mitarbeiter mit einbezogen. Das interne Erntefest wird dann jedes Mal in einem neu geschaffenen Bereich gefeiert.

Gerade läuft die Bewerberrunde für das nächste Ausbildungsjahr. Arbeitnehmer, die Verantwortung übernehmen, werden gebraucht in der Landwirtschaft. Christoph Lehmann liebt an seinem Beruf die Vielseitigkeit. Und auch die goldene Stunde, wenn man auf dem Feld in den Sonnentergang blickt.

Von Martina Burghardt

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