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Zehdenick Geschichten um den 9. November
Lokales Oberhavel Zehdenick Geschichten um den 9. November
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17:10 26.09.2019
Dorfansicht von Kurtschlag, einem Ortsteil von Zehdenick am Rand der Schorfheide. Quelle: Manfred Lentz
Kurtschlag

Welch ein Tag – der 9. November 1989. Drei Jahrzehnte ist das her, aber kaum jemand, der alt genug ist, hat vergessen, was er an diesem Tag getan und gedacht hat. So wie Manfred Lentz aus Kurtschlag. In Westberlin saß er damals mit Kollegen zusammen, feierte seinen 40. Geburtstag nach. Am Ende des Tages stand er am Schlagbaum in der Invalidenstraße und schließlich als einer der ersten auf der Mauer am Brandenburger Tor.

Ein Dutzend Geschichten

Ihn interessiert, was seine Nachbarn aus Kurtschlag am 9. November und den darauffolgenden Tagen erlebt haben. „Wir haben etwa ein Dutzend Leute dazu gebracht, ihre ganz persönlichen Erlebnisse und Erinnerungen an dieses einschneidende Ereignis aufzuschreiben“, so Manfred Lentz, der gemeinsam mit Christina Steddin die Internetseite des Ortes Kurtschlagbetreibt.

Die Idee kam an. „Die Bereitschaft dazu war groß, und die Berichte sind interessant“, so Manfred Lentz. Fast jeder, den er angesprochen hat, sagte zu, seine Erinnerungen zu Papier zu bringen. Manche schrieben kurz und knapp, andere ausführlicher. Nach und nach werden die ganz persönlichen Erzählungen der Kurtschlager auf die Webseite gestellt.

Ohnmächtig vom Überfluss

Axel Kulicke schreibt beispielsweise darüber, wie er mit der Frau eines jungen russischen Offiziers, die in Vogelsang als Lehrerin arbeiten sollte, zur Metro nach Westberlin fuhr. Der Überfluss, den sie da sah, ließ sie ohnmächtig werden. Oder Adeline Jaekel: Sie rechnete bei ihrer ersten Reise, die sie offiziell beantragt und für die sie ein Visum erhalten hatte, alle Preise in Kaffee um, der in der DDR sehr teuer war.

Ein Gefühlschaos erlebten Ingrid und Jürgen in den ersten Novembertagen 1989. Am 8. November nahmen sie nämlich Abschied von ihrem Sohn und seiner Familie. Deren Ausreise über die Tschechoslowakei verzögerte sich jedoch, und am 9. November hatte sie sich praktisch erledigt.

„Die Angst war immer zugegen“

Die Erinnerungen an den Mauerfall sind immer verbunden mit denen an die Zeit davor und danach. So schreibt Helmut Schöttler: „Auch in Zehdenick trafen wir uns, viele hundert Frauen und Männer in und an der Kirche. Wir diskutierten und äußerten unseren Unmut. Die Angst war immer zugegen, denn die Stasi war immer und überall dabei.“ Nach der Maueröffnung gab es weiter Drohungen, Skepsis und Unsicherheit, aber auch eine unvergleichliche Aufbruchstimmung.

„Lasst uns rein“, riefen die Westberliner an der Grenze. „Lasst und raus“, die Ostberliner. So hat es Manfred Lentz in Erinnerung. Dass der Fall der Mauer ihn seinen Job kosten und sein Leben verändern würde, gehört zu seiner ganz persönlichen Geschichte. Als Politologe war er auf die DDR spezialisiert. „Mein Metier existierte nicht mehr“, sagt er. „Deshalb habe ich angefangen, Romane zu schreiben.“

Erinnerungen an die Russen als Nachbarn

Und er sucht sich Projekte wie „Die Russen als Nachbarn“. Dafür haben er, Birgit Halle und Siegfried Haase 50 Gespräche mit Bewohnern geführt und anlässlich des 25. Jahrestages des Abzugs der sowjetischen Truppen auf der Website veröffentlicht. Als Manfred Lentz nach Kurtschlag zog, waren die Russen schon weg. Was bleibt, sind die Erinnerungen.

Dass die Geschichten um den 9. November schon jetzt veröffentlicht werden, hat einen einfachen Grund. „Wir haben so früh angefangen, weil es eine Weile dauert, bis alle Berichte veröffentlicht sind und weil dann zu dem Datum die Medien voll sein werden“, so Manfred Lentz. Am Sonnabend wird er eine weitere Geschichte einstellen. Und auch seine eigene wird bald zu lesen sein.

Von Martina Burghardt

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