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Zehdenick „Die Goldfische“: Kino in der Industriekulisse
Lokales Oberhavel Zehdenick „Die Goldfische“: Kino in der Industriekulisse
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17:33 04.07.2019
Oliver (Tom Schilling, vorn) und seine Begleiter machen einen Ausflug. Quelle: Sony
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Mildenberg

Kino mitten in der Industriekulisse: Das ist am Sonnabend, 6. Juli, in Mildenberg möglich. Das „Mobile Kino“ aus der Uckermark macht es zum dritten Mal im Ziegeleipark möglich.

Gezeigt wird die deutsche Komödie „Die Goldfische“. Es geht um Oliver (Tom Schilling), der führt ein Leben auf der Überholspur. Er ist Banker, und in seinem Leben geht es um viel Geld. Als er wegen eines Staus einen wichtigen Termin verpasst, rast er auf eben jene Überholspur – und landet am Ende im Rollstuhl. Drei Monate danach ist er noch immer in der Rehaklinik. Und ist schrecklich unzufrieden. Denn das W-Lan ist in der Klinik ist mau, er kann nicht arbeiten. In der Behinderten-WG „Die Goldfische” ist das Internet gut, und dort kommt er auch auf eine Idee. Er könnte mit den Bewohnern einen Ausflug in die Schweiz machen. Stichwort: Kameltherapie. Und er selbst hätte Gelegenheit, sein dort gebunkertes Schwarzgeld zu holen.

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So macht er sich auf den Weg mit der blinden Zynikerin Magda (Birgit Minichmayr), dem Autisten Rainman (Axel Stein), dem schweigsamen Michi (Jan Henrik Stahlberg) und dem Down-Sydrom-Mädchen Franzi (Luisa Wöllisch). Betreut von Laura (Jella Haase) und Eddy (Kida Khodr Ramadan) gerät der Trip trotzdem bald vollkommen außer Kontrolle.

„Die Goldfische” ist das Kinodebüt von Regisseur Alireza Golafshan, und sein Film macht eine Wandlung durch. Zu Beginn erzählt er die Geschichte von Oliver, den sein schwerer Unfall kräftig aus der Bahn wirft. Da gibt es eher ruhige Minuten, für die sich erstaunlich viel Zeit genommen wird. Das ändert sich, als die Goldfische-WG ins Spiel kommt. Denn diese Gruppe hat echtes Komödienpotenzial. Normalerweise geht es ja oft darum, Behinderte mit Respekt und Pietät darzustellen. Hier geht es frech und munter zur Sache. Raiman macht interessante Entdeckungen, Franzi – die Darstellerin hat das Down-Syndrom auch in echt – zickt rum und wünscht sich ein sauteures Klamöttchen. Birgit Minichmayr spielt ihre Magda auf eine rotzige Art, die Spaß macht. Jan Henrik Stahlberg sagt zwar im Film kein einziges Wort, aber er spielt beeindruckend. Und zwischen Tom Schilling und Jella Haase – geht da was?

Dazu gibt es in Mildenberg einen rustikalen Grillimbiss, Popcorn, Eis und Getränke vom Gasthaus „Alter Hafen“. Besucher können auch die Chance nutzen und vorher die multimedialen Ausstellungen „Werktätige im VEB“ in der Maschinenziegelei oder „Bausteine für Berlin“ im Ringofen besuchen. Der Film spielt bei gutem Wetter in Ringofen-Nähe auf der Wiese neben dem Umlader. Wenn es regnet oder stürmt geht es ins Kino Kesselhaus.

Los geht es nach Einbruch der Dämmerung gegen 21.30 Uhr. Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Im Preis ist die Besichtigung der beiden Ausstellungen enthalten.

Von Robert Tiesler

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