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Zehdenick Eltern fordern mehr Mitspracherecht
Lokales Oberhavel Zehdenick Eltern fordern mehr Mitspracherecht
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18:11 18.10.2018
Essenszeit in der Lindengrundschule Zehdenick. Alle zwei Jahre wird die Versorgung neu ausgeschrieben. Quelle: Uwe Halling
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Zehdenick

 Die neue Kitasatzung, die Ausschreibung für die Essenversorgung in Grundschulen und Kitas, das Betreuungskonzept für die Vorschulkinder im Hort – vieles ist in Bewegung in Zehdenick. Eltern sollten mitreden dürfen. Aber daran mangelt es, kritisiert Monika Schultz.

Mitbestimmung sollte Anliegen der Stadt sein

Als Elternvertreterin im Hort der Lindengrundschule und Mitglied im Kita-Ausschuss der Stadt möchte sie sich einbringen. „Mir ist bewusst“, so Monika Schultz, „dass das Gesetz keine genauen Vorgaben zur Verfahrensweise von Elternbeteiligungen macht. Es muss aber doch ein Anliegen der Stadt sein, Bürger in Entscheidungen einzubeziehen, die sie direkt betreffen. Nur dann fühlen sich Eltern ernst genommen und identifizieren sich mit der Stadt.“

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Überprüfung der Kriterien

Die Ausschreibung der Essensversorgung beispielsweise ist Angelegenheit der Verwaltung. Das ist Monika Schultz und ihrem Mann Reiner Merker bewusst. Allerdings hätten die Eltern bei der Festlegung der Kriterien dafür beteiligt werden können. „Es wäre eine Chance zu überprüfen, ob die momentane Verpflegung in den Einrichtungen dem Anspruch gerecht wird, den wir für unsere Kinder haben“, so Monika Schulz. Die Verwaltung habe dies abgelehnt. Die Ausschreibungskriterien wurden ohne Elternbeteiligung festgelegt. Für das Probeessen seien Eltern kurzfristig ausgewählt worden. „Demokratie geht anders“, so Monika Schultz. „Selbst Eltern, die sich engagieren wollen, haben keine Chance sich einzubringen“, kritisiert sie. „Eine so konkrete Angelegenheit wie die Ernährung der Kinder wird über die Köpfe der Betroffenen hinweg entschieden.“

Stadt soll mit Eltern ins Gespräch kommen

Für Reiner Merker steht fest, dass die Verwaltung den Kern der Kritik nicht verstanden hat. Er stellt die Frage „Wie gehen wir miteinander um?“ Dass die Verwaltung für seine Kinder Entscheidungen trifft, mag er nicht hinnehmen. Aber: „Nach der Ausschreibung ist vor der Ausschreibung“, sagt er und hofft, dass die Stadt doch noch mit den Eltern ins Gespräch kommt. In anderen Kommunen würde das ja auch funktionieren.

Kurze Frist für Hortkonzeption

Ähnlich verhält es sich mit der Konzeption für den Hort an der Lindengrundschule. Die Einführung des kostenfreien letzten Kitajahres haben zu mehr Anmeldungen geführt. Die Kapazitäten der Einrichtungen sind aber ausgeschöpft. Kurzfristig wurden deshalb im Hort der Lindengrundschule Vorschulkinder aufgenommen. Innerhalb kürzester Frist sollte die Konzeption erarbeitet und beim Land eingereicht werden, die Eltern seien kurzfristig informiert worden, so Reiner Merker, um „unnötige Diskussionen zu vermeiden“, wie er vermutet.

Monika Schultz wandte sich deshalb an das Ministerium, das wiederum die Elternbeteiligung einforderte. Der Termin für die Abgabe der Konzeption ist nun auf das Jahresende verschoben worden.

Zeit bis Ende Oktober

„Für den Beteiligungsprozess wird die Zeit knapp“, so Reiner Merker. Das Konzept sei in der Kitaausschusssitzung am 2. Oktober besprochen worden, hieß es diese Woche in der Sitzung des Sozialausschusses, die Reiner Merker für eine entsprechende Nachfrage nutzte. Es habe „unzählige Gespräche“ zu dem Thema gegeben, nun sei es auch mal gut. Den Konzeptentwurf hatten die Ausschussmitglieder mit nach Hause bekommen und haben nun bis Ende des Monats Zeit, Hinweise zu geben.

Er wolle weder die Arbeit noch das Konzept schlecht machen, sagte Reiner Merker. Ihm gehe es um die Mitbestimmung.

Von Martina Burghardt

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