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Zehdenick „Es muss schön laut sein“
Lokales Oberhavel Zehdenick „Es muss schön laut sein“
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00:19 23.05.2018
Saisonstart bei den Technikfreunden. Quelle: Uwe Halling
Mildenberg

Zuerst kommt das große Knattern: Belarus, Famulus & Co. tuckern durch Mildenberg und nehmen die Straße durchs Dorf in Beschlag. Nachdem sie mit keckem Töfftöff fast durch den ganzen Ort gefahren sind, biegen sie rechts ab. Weiter geht es Richtung Ziegeleipark: alles ganz gemütlich, alles friedlich und alle Fahrer gutgelaunt. „Das ist unser Anfahren für die Saison“, sagt Danny Herkt, Vorsitzender der Mildenberger Technik- und Schlepperfreunde (MTS). Im Ziegeleipark wird gemütlich ein Kaffee getrunken, für die Hungrigen ist der so genannte Drill-Grill auch dabei (eine umgebaute Drillmaschine, auf der Würstchen gegrillt werden). Dann geht’s auf dem selben Weg zurück, schließlich wollen alle pünktlich zum Beginn des Saisonstartes auf dem Gelände der MTS im Mühlenweg sein.

Saisonstart 2018

Die Technik- und Schlepperfreunde existieren seit fünf Jahren. „Wir sind stetig gewachsen und haben jetzt 41 Mitglieder“, sagt Danny Herkt. Der Verein wolle zum einen das technische Verständnis für landwirtschaftliche Maschinen wecken und fördern. Unter den Mitgliedern sind auch so manche gelernte Landmaschinenschlosser, die beruflich längst anders unterwegs sind, dennoch regelmäßig schrauben wollen. Der zweite Aspekt: Man wolle bei Kindern landwirtschaftlich Themen setzen, das passiert engagiert und regelmäßig mit dem Bildungsacker in einer Kooperation mit der Grundschule. Immer mittwochs um 13 Uhr beschäftigen sich Danny Herkt, Marcel und Hans-Georg Witzlau vom Verein mit den Kindern. So werden Beete angelegt, Kartoffeln angebaut Sonnenblumen gesät. Der Gemüseanbau hat mittlerweile einen hohen Stellenwert.

Ramon Fuchs ist ein Musterbeispiel für die Idee das Vereins. Der 18-jährige ist seit 2014 dabei und ein leidenschaftlicher Treckerfan. „Ich bin durch meinen Vater zum Verein gekommen, war aber schon vorher treckerbegeistert. Wir bewirtschaften selber eine kleine landwirtschaftliche Fläche und haben einen Trecker zu Hause. Ich bin früher auch mit den Treckern der Agrar GmbH mitgefahren. Meine Eltern sagten mir einst, dass ich beruflich mal was in der Richtung machen werde.“ Der Schüler des Oberstufenzentrums Zehdenick will im nächsten Jahr sein Abitur bauen und anschließend Landwirtschaft studieren. Zu Hause hat Familie Fuchs einen Belarus der Marke MTS 52. Vater und Sohn motzten ihn auf: Elektrik, Karosse, Lack – alles neu. „Es ist einfach spannend, wie die Technik funktioniert, wie die Kolben nach oben und unten rauschen oder die Einspritzpumpe arbeitet“, so Ramon Fuchs. Er findet es herrlich, wenn die Maschinen richtig Krach machen. „Es muss schön laut sein.“

Zum ersten Mal beim Saisonstart waren neben den Vereinsmitgliedern auch befreundete Vereine aus Grüneberg (Treckertreff) und Gransee (Oldtimerverein und -freunde). Unter den Besuchern weilte auch Jan Tobola. „Ich bin bekennendes Stadtkind“, sagt der Berliner, der auf dem Vereinsgelände ob der besonderen Technik große Augen bekam. „Ich war eher zufällig bei einem Kumpel. Da haben wir die Chance genutzt, um mal vorbeizugucken. In einer Fernseh-Dokumentation habe ich so etwas ähnliches mal gesehen. Das war ziemlich spannend.“ Voll auf ihre Kosten kamen am Sonnabend die Kinder; sie wurden auf kleinen Anhängern durch Mildenberg gezogen, fuhren aber auch mit der ganz großen, modernen Technik mit. Die Strohburg war ständig in Beschlag.

Für den Mildenberger Ortsvorsteher André Witzlau sind Technik- und Schlepperfreunde ein wichtiger Bestandteil des Dorflebens. Ihre Arbeit würde mit für den Zusammenhalt sorgen. Die MTS organisiere zudem den Ernteumzug – einem der größten im Nordkreis – hervorragend. Ob Kameradschaftsverein, SG Mildenberg, der Angelverein, der Imkerverein oder eben die MTS – alle arbeiteten laut André Witzlau Hand in Hand.

Passend zu den durchaus lauten Motorengeräuschen am Sonnabend spielte am Abend „Die Horde“ aus Liebenwalde. Ihre Rockmusik ging vibrierend ins Ohr.

Von Stefan Blumberg

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