Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Zehdenick Löschwasserversorgung in Klein-Mutz zusammengebrochen – Tanker holen Wasser aus Mutzer Stich
Lokales Oberhavel Zehdenick Löschwasserversorgung in Klein-Mutz zusammengebrochen – Tanker holen Wasser aus Mutzer Stich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:56 04.07.2019
Die Strohballen werden aus den Scheunen herausgeholt und abgelöscht.
Die Strohballen werden aus den Scheunen herausgeholt und abgelöscht. Quelle: Uwe Halling
Anzeige
Klein-Mutz

Seit Mittwochnachmittag befindet sich die Zehdenicker Feuerwehr mit all ihren Löschgruppen im Großeinsatz. Gegen 16 Uhr wurde aus Klein-Mutz ein Scheunenbrand auf dem Gutshofgelände gemeldet. Wie Gerd Leege sagte, brannten zwei dicht nebeneinander liegende Scheunen auf einer Gesamtlänge von 87 Metern und einer Breite von 13 Metern. In den Scheunen, so Zehdenicks Stadtbrandmeister und Einsatzleiter habe sich ausschließlich Stroh und Heu befunden. Sie brannten mitsamt den komplett aus Asbest bestehenden Dächern nieder.

Nebengebäude in Mitleidenschaft gezogen

Zudem seien auch drei Nebengebäude in Mitleidenschaft gezogen worden. Diese wurden durch die Flammen, die teilweise nach Funkenflug entstanden sind, beschädigt, konnten aber nach Auskunft von Gerd Leege von der Feuerwehr gehalten werden.

Elf Anwohner zeitweise evakuiert

Elf Anwohner mussten evakuiert werden, konnten aber gegen Abend wieder in ihre Wohnungen zurück. Im Einsatz waren ein Löschzug aus Zehdenick sowie sämtliche Löschgruppen der Stadt. Zusätzlich wurden Kameraden aus Liebenwalde mit dem Drehleiterfahrzeug und einem Tanken sowie zwei Tanker aus Gransee heranbeordert. Zeitweilig waren bis zu 85 Feuerwehrleute mit 24 Fahrzeugen im Einsatz.

Erst Rauch, dann offene Flammen

„Das ist ein herber Verlust für uns“, sagte Andreas Paries von der Grüpa-Hof GbR, zu der die Scheunen auch die anderen vom Feuer betroffenen Nebengebäude gehören. Er danke den Feuerwehrleuten für deren unermüdlichen Einsatz. Wie Andreas Paries sagte, würden in den Scheunen auch zwei Pferde stehen, die zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Brandes glücklicherweise auf der Koppel waren. Die Tochter der Pferdebesitzerin habe als Erste am Mittwochnachmittag Rauchwolken in der Scheune bemerkt. Wenig später seien bereits Flammen zu sehen gewesen. Obwohl die sofort alarmierte Feuerwehr schnell am Unglücksort war, seien die Scheunen nicht mehr zu retten gewesen.

Löscharbeiten dauern immer noch an

Die Löscharbeiten gingen die ganze Nacht durch und dauerten am Donnerstag weiter an. Mit Hilfe von Radladern und anderem landwirtschaftlichen Gerät sowie unter Einsatz von herbeigerufenen Kräften des Technischen Hilfswerkes, wurden das Heu und Stroh aus den Resten der Scheune geholt, ausgebreitet und abgelöscht. Anwohnern wurde geraten, Fenster und Türen geschlossen zu halten, da der Wind die Rauchwolken genau in Richtung des Dorfes wehte.

Löschwasserversorgung zusammengebrochen

Etwa um die Mittagszeit brach die Löschwasserversorgung in Klein-Mutz zusammen. Die Vorratsbehälter waren leer. Folglich wurde entschieden, das Löschwasser mit Tankern aus dem etwa einen Kilometer entfernten Mutzer Stich heranzuholen. Dazu wurden dort zwei Wasserentnahmestellen eingerichtet und zusätzliche Tanklöschfahrzeuge angefordert, so unter anderem aus Liebenwalde und Gransee. Nach Aussage von Einsatzleiter Gerd Leege werden die Löscharbeiten noch Stunden andauern. Wie Zehdenicks Stadtbrandmeister sagte, bereite sich das THW darauf vor, die Einsatzstelle auszuleuchten, um die Löscharbeiten auch bei Einbruch der Dunkelheit fortsetzen zu können. „Wir haben und selbst das Ziel gestellt, das Feuer bis Mitternacht gelöscht zu haben“, sagte Einsatzleiter Gerd Leege am Donnerstagnachmittag gegen 16 Uhr. Man sei jetzt ganz massiv dabei, mit Hilfe der Technik und mit Kräften des THW systematisch alle Strohballen aus den Ruinen der beiden Scheunen zu holen und abzulöschen.

Zur Brandursache ermittelt die Kriminalpolizei. Bislang konnte der Brandort jedoch aufgrund der andauernden Löscharbeiten noch nicht eingehend untersucht werden.

Von Bert Wittke

06.07.2019
02.07.2019