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Zehdenick Das Bergsdorfer Wiesenrind hat ein schönes Leben bis zum Schluss
Lokales Oberhavel Zehdenick Das Bergsdorfer Wiesenrind hat ein schönes Leben bis zum Schluss
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00:21 23.01.2019
Das Bergsdorfer Wiesenrind hat ein schönes Leben bis zum Schluss. Quelle: Uwe Halling
Zehdenick

Rinder knabbern an Heubunden und haben auf einer Riesen-Wiese rund um die Uhr Auslauf. Auch die Kälber dürfen bei ihrer Mutter bleiben und Milch trinken so oft sie wollen – so ein „glückliches Tierleben“ haben die 450 Rinder der Rasse Uckermärker bei der Agrar GmbH Bergsdorf am Liebenberger Weg 12. Aber weil die meisten Menschen auch gerne Fleisch essen, muss ein Teil der Rinder auch geschlachtet werden. Unter der Marke Bergsdorfer Wiesenrind vermarktet das mittelständische Unternehmen das Fleisch der Tiere.

Um den Rindern den letzten Gang zur Schlachterei so stressfrei wie möglich zu machen, wird seit Dezember letzten Jahres direkt neben den Weiden ein Schlacht- und Verarbeitungshaus gebaut. „So ersparen wir den Tieren Leid und unnötige, lange Transportwege“, sagt Geschäftsführer Christoph Lehmann (37). Denn man habe die Tiere zwei Jahre liebevoll aufgezogen und will, dass sie möglichst ohne Stress ihren letzten Gang gehen.

Lange Transportwege entfallen

Ziel der Agrar GmbH Bergsdorf sei es nicht, einzelne Teilstücke des Rindes in unbegrenzter Menge zur Verfügung zu stellen. „Die Wertschätzung für das gesamte Erzeugnis ist uns sehr wichtig. Das Bergsdorfer Wiesenrind ist kein Massenprodukt“, sagt Christoph Lehmann.

Auch sämtliche Fleisch- und Wurstprodukte sollen in dem Neubau verarbeitet werden – von der Bratwurst bis zur Roulade. „Der Rohbau ist bereits fertig. Wir planen, zum 1. April des Jahres den Betrieb aufnehmen zu können“, sagt der studierte Agrar-Wissenschaftler, der seit 2008 das Unternehmen leitet. „Alles aus einer Hand“ soll dann das Motto sein.

Geschäftsführer Christoph Lehmann (37) zeigt die Pläne für das neue Schlachthaus von der Agrar GmbH Bergsdorf. Quelle: Uwe Halling

Rund 200 Hektar Wiesen und Auslauffläche haben die 450 Rinder (davon sind 250 Tiere Mutterkühe) zur Verfügung. Alle Tiere wachsen im Herdenverband auf und verbringen ihr ganzes Leben draußen auf den Bergsdorfer Wiesen und jetzt, während der kalten Jahreszeit, auf der Winterkoppel am Fichtenberg.

„Aus unserem Bestand schlachten wir Färsen, das heißt weibliche Jungrinder im Alter von etwa 22 Monaten“ so Lehmann. Denn Färsenfleisch sei durch die feinere Marmorierung und die kürzeren Muskelfasern zarter und intensiver im Geschmack – im Vergleich zu Bullenfleisch. „Da wir das Fleisch drei Wochen reifen lassen, hat es wenig Wasseranteil und schrumpft nicht in der Pfanne zusammen“, erklärt der Landwirt. Eine hundertprozentige Transparenz von der Geburt des Tieres bis hin zum fertigen Lebensmittel auf dem Teller sei gegeben.

Das Fleisch der Uckermärker Rinderrasse soll besonders zart sein

Dass die Produkte Qualität haben und gut schmecken, hat sich schon im Land herumgesprochen. Bis nach Berlin liefert die Agrar GmbH ihre Produkte wie das Wochenendpaket samt 1 Kilo Rouladen, 1 Kilo Gulasch und 1 Kilo Suppenfleisch für 36 Euro.

Auf weiteren 600 Hektar baut die 1991 gegründete Agrar GmbH auch Getreide an. Elf Mitarbeiter sind in dem Unternehmen angestellt. Besonders stolz ist man auch, dass in jedem Lehrjahr ein Tier- beziehungsweise Landwirt ausgebildet wird. „Interessierte junge Leute sind uns immer willkommen“, sagt Christoph Lehmann.

Auch auf der Grünen Woche will man sich präsentieren

Jetzt will sich die Agrar GmbH Bergsdorf auch auf der Grünen Woche präsentieren. In der Brandenburghalle am Gemeinschaftsstand Oberhavel will sie ihre Produkte den Messebesuchern schmackhaft machen. Neben speziellen Salamisorten sowie Leber- und Metwurst im Glas soll es auch eine Fleischpraline zur Verkostung geben. Der zwei mal zwei Zentimeter große Würfel soll mit Schokolade überzogen und mit einer Cranberry verziert werden. Na dann guten Appetit.

Von Jeannette Hix

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