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Zehdenick Aus diesem See werden 39 Nebelwurfkörper geborgen
Lokales Oberhavel Zehdenick Aus diesem See werden 39 Nebelwurfkörper geborgen
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00:37 21.05.2018
Der Fundort am Waldstich Zehdenick. Quelle: Bert Wittke
Zehdenick

Die erste Nachricht klang beängstigend: „Nebelgranate beim Baden gefunden.“ Frank Pestel erhielt diese Information am Montagabend um 19.30 Uhr. Er ist Sprengmeister beim Kampfmittel-Beseitigungsdienst (KMBD) des Landes Brandenburg und setzte sich daraufhin sofort ins Auto, um zur Fundstelle nach Zehdenick zu fahren; zur Gefahrenabwehr. Kinder hatten die militärischen Relikte aus der DDR-Zeit entdeckt und beim Baden im Waldstich einige Exemplare herausgeholt. „Beim Tauchen haben sie ’etwas’ gefunden und heraufgeholt. Nachdem sie die erste Tüte aufgerissen hatten, warfen sie einen Teil davon in Panik wieder ins Wasser, fünf von den ’Nebelkörpern’ blieben an Land der wilden Badestelle“, sagt Frank Pestel. „Aber die Kinder haben ihren Fund danach nicht mehr angefasst und schließlich die Polizei verständigt. Ein großes Lob. Sie haben absolut richtig gehandelt.“

Frank Pestel stellte fünf Nebelkörper sicher und transportierte sie nach Wünsdorf auf den Sprengplatz. Am Dienstag wurde in Absprache mit dem Bereichstruppführer Jens Simon veranlasst, dass Taucher eines externen Unternehmens den Bereich absuchen, in dem das militärische Material gefunden wurde. Der Taucher barg 39 Nebelwurfkörper und 50 Glühbrückenzünder. Die Handnebelwurfkörper sind aus Beständen der Nationalen Volksarmee (NVA). Genutzt wurden diese Übungsimitationsmittel insbesondere zu Ausbildungszwecken im Gelände, um die Bedingungen durch den Qualm zu erschweren. Die Glühbrückenzünder werden verwendet, um Zündschnüre elektrisch anzuzünden.

Der Experte geht davon aus, „dass sich da einer entsorgt hat“. Die Nebelwurfkörper lagen seiner Meinung nach keine 25 Jahre im Wasser, sonst würden sie anders aussehen, auch wenn sie in Folie eingeschweißt waren. Wann die Zünder und die Nebelwurfkörper in den Zehdenicker Waldstich – ersten Informationen nach habe es sich um den danebenliegenden Prerauer Stich gehandelt – kamen, weiß Frank Pestel auch nicht. „Es ist jedenfalls eine Sauerei von dem, der so etwas macht.“ Eine Gefahr geht von den Nebelwurfkörpern nicht aus, wenn sie im Wasser liegen. „Aber im trockenen Zustand schon, wenn so ein Ding losgeht.“ Der darin enthaltene Stoff ist ätzend und somit gefährlich.

Die Funde in Zehdenick. Quelle: Raphael Kurb

Über die Herkunft kann derzeit nur spekuliert werden. Insbesondere in der Nähe von ehemaligen Truppenübungsplätzen  gebe es solche Funde  eher als in einer militärfreien Zone. „Und die Gegend um Gransee herum hatte ja Militärflächen.“ So manch einer hätte sich mit solchem Zeug wie die „Nebelkörper“ oder Zündschnüre illegal vollgesaugt,  bekäme jetzt kalte Füße und werfe es weg. Vielleicht sei auch  ein  Körper hochgegangen.

Die Stadt Zehdenick tangierte das Thema auch, aber eher am Rande. „Wir waren mit der Feuerwehr und dem Ordnungsamt vor Ort – insbesondere zur Gefahrenabwehr“, sagt Fred Graupmann, Fachbereichsleiter II in der Stadtverwaltung Zehdenick. Weil bei den Tauchgängen auch noch ein Fass Öl gefunden wurde, wurden die Kameraden tätig. Dass die Stadt Konsequenzen aus dem Fund zieht, um eine Suchaktion auszudehnen, hält Fred Graupmann für ausgeschlossen. „Diesen Aufwand kann man bei den vielen Stichen gar nicht betreiben.“

Der Nebelkörper. Quelle: Raphael Kurb

Von Stefan Blumberg

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