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Zehdenick Gesundes Essen von klein auf
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17:50 08.10.2019
Genussbotschafterin Ria Pape-Döring, Heiko Bieniek und die Vorschulkinder der Kita Sonnenschein in Zehdenick. Quelle: Martina Burghardt
Zehdenick

„Wann kochen wir wieder?“ Wenn Ria Pape-Döring das von ihren Kindergartenkindern gefragt wird, freut sie sich ganz besonders. Denn das Interesse an Lebensmitteln, deren Verarbeitung und gleichzeitig Wissen über gesundes Essen zu vermitteln, hat sich die erste Zehdenicker Genussbotschafterin der Sarah-Wiener-Stiftung zur Aufgabe gemacht.

Ria Pape-Döring ist von Hause aus Diplom-Biologielehrerin. Sie stammt aus Zehdenick und kehrte vor zehn Jahren zurück zur Familie. In der Kita Sonnenschein, dem Haus der kleinen Forscher, arbeitet sie seit acht Jahren. Kochen mit den Kindern hat für die 55-Jährige immer auch etwas mit Entdecken und Erforschen zu tun. Die 2016 gemeinsam von der Stiftung der bekannten Köchin Sarah Wiener und der Barmer Krankenkasse ins Leben gerufene Initiative für praktische Ernährungsbildung von Kita- und Grundschulkindern unter dem Motto „Ich kann kochen“ hat eben dies zum Ziel: Kinder sollen durch eigene Erfahrungen lernen, was gesundes Essen bedeutet.

Andere Sichtweisen kennenlernen

Zwei Fortbildungstage hat Ria Pape-Döring bereits besucht, an einem Webinar mit Sarah Wiener teilgenommen. „So lernt man andere Sichtweisen kennen“, sagt sie über den Austausch der Genussbotschafter untereinander. Über die Ernährungspyramide wird in der Fortbildung ebenso gesprochen wie über Hygienevorschriften. Die Teilnehmer erhalten den Zugang zu Rezepten und zusätzlich praktische Tipps, wie zum Beispiel die Mengen-Berechnung und Arbeitsplatzgestaltung. Die einmalige Starthilfe von 500 Euro investierte der Kita-Träger, also die Stadt Zehdenick, in die Ausstattung der „Kinderküche“, unter anderem in Schürzen und Kindermesser.

Eltern werden mit einbezogen

Nicht nur wegen der scharfen Küchenwerkzeuge werden die Eltern über das Koch-Projekt informiert. Ihnen nahezubringen, wie viel die Kinder beim Zubereiten einer Mahlzeit lernen können, hält auch Ria Pape-Döring für besonders wichtig. Etwas abmessen, umschütten, variieren, sind nur Beispiele dafür. Mineralwasser verkosten, Apfel- und Kartoffelsorten unterscheiden, Gewürze riechen und zu beobachten, wie sich Eier beim Kochen verändern – es gibt so vieles, was die Kinder mit Hilfe all ihrer Sinne erfahren können. Natürlich auch, dass ein frisch gepresster Orangensaft gesünder ist als etwas Fertiges aus der Kunststoffverpackung.

Wertschätzung für die Lebensmittel und diejenigen, die daraus mit einigem Aufwand eine Mahlzeit zubereiten, ist ebenfalls etwas, was die Genussbotschafterin den Kindern vermitteln möchte. „Es duftet, es sieht gut aus, es schmeckt – Essen heißt genießen und nicht nur etwas in sich hineinstopfen“, ist ihre Devise.

Outdoor-Kochen als besonderes Erlebnis

Kochen in der Kita liegt nicht jedem. Dennoch ist Ria Pape-Döring nicht allein. Ihr Kollege Heiko Bieniek (42) zum Beispiel ist ebenfalls für das Thema zu haben. Marmeladekochen war eines der jüngsten Projekte. Gern erinnert sich Ria Pape-Döring an das Outdoor-Kocherlebnis im Juni. Auch so eine Anregung der Ernährungsbildungs-Initiative. Von der Summe, die durch einen Pflanzenableger-Verkauf und Spenden zusammenkamen, kauften die Vorschulkinder zusammen die Zutaten ein und kochten in einem Kessel auf dem Hof der Kita eine Kartoffelsuppe.

Mit dem Projekt „Ernährungsbildung mit allen Sinnen“, wie es inzwischen heißt, wollen die Stiftung und die Krankenkassen zehn Prozent aller Kitas und Grundschulen in Deutschland erreichen. Monatlich werden deshalb mehr als 50 Fortbildungen angeboten. Um die Wirkung beurteilen zu können, wird die Initiative fachlich begleitet, und zwar aus Sicht der Ernährungswissenschaft und der Gesundheitspsychologie sowie der Lehr-LernForschung.

Von Martina Burghardt

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