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Zehdenick Traumauto Streifenwagen
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09:00 30.05.2019
Ronny Giese fährt seit zwei Jahren einen amerikanischen Streifenwagen. Quelle: Martina Burghardt
Zehdenick

 Der amerikanische Streifenwagen fällt auf. Seit zwei Jahren ist der Ford Crown Victoria täglich auf den Straßen in Zehdenick unterwegs. Am Steuer sitzt allerdings kein Sheriff, der den Strolchen hinterherjagt, sondern Ronny Giese. Der 54-jährige Schlosser, seit vier Jahren Busfahrer, hatte schon immer ein Faible für Autos. „Hauptsache groß und schön“ mussten sie sein.

Zu DDR-Zeiten besaß er einen ausgemusterten Botschafts-Wolga, später stieg er um auf amerikanische Autos, die er von den US-Streitkräften in Deutschland oder Diplomaten kaufte und ersteigerte. „Ein Teil meiner Familie lebt in Oklahoma“, erklärt er sein spezielles Interesse. Die amerikanischen Autos seien einfach „was fürs Auge“, schwärmt er.

Ronny Giese gehört das ehemalige Einsatzfahrzeug seit 2017. Quelle: Martina Burghardt

Der „police intereceptor“ – wörtlich: Abfangjäger – der Einsatzkräfte in Natick (Massachusetts) setzt allerdings noch eins drauf. Denn an dem Fahrzeug wurde nichts verändert. Als ob die Natick-Police ausgestiegen und Ronny Giese eingestiegen wäre. Das Modell aus dem Jahr 2011 war 2016 von der Polizei in der Kleinstadt nahe Bostons ausgemustert worden, hatte 90.000 Kilometer auf dem Tacho.

Bei einem Treffen von Liebhabern amerikanischer Autos in Stuttgart machte Ronny Giese die entscheidende Bekanntschaft. Über direkte Kontakte zu Police-Departments in den USA sind bereits etliche solcher Fahrzeuge nach Deutschland importiert worden. Das kostet natürlich, aber das war es dem Zehdenicker wert.

Original Police car von Ronny Giese Quelle: Martina Burghardt

„An dem Ford Crown Victoria ist jedes Teil original“, versichert Ronny Giese. Vom Spiegel über die Sitze, den Suchscheinwerfer, die Signalleuchten bis hin zur Innenausstattung und Lackierung, nichts wurde verändert. Das kann der stolze Police-car-Eigentümer belegen. Er hat sogar die originale amerikanische Registrierung des Streifenwagens. An der Windschutzscheibe klebt noch die letzte Polizei-Plakette.

Dass alles so bleiben durfte, war nicht selbstverständlich. Die deutschen Zulassungsbehörden verlangen normalerweise Umbauten. Ronny Giese musste ein ausführliches Tüv-Gutachten vorlegen und hatte gute Argumente. Denn das Polizeiauto setzt er für gute Zwecke ein.

Verein sammelt für den Weißen Ring

Vor einem Jahr schloss sich ein Dutzend Gleichgesinnte in Eberswalde zu einem Verein zusammen - in einem American Diner. „Wir wollten uns im Raum Berlin organisieren und etwas Sinnvolles machen“, so Ronny Giese. Die European Police Car Unite (EPCU) nutzt die Auffälligkeit ihrer Fahrzeuge, um bei Veranstaltungen in Berlin und Brandenburg Spenden zu sammeln, unter anderem für krebskranke Kinder. Da werden Sitzplätze im Fire Truck versteigert und andere Wünsche erfüllt. „Dieses Jahr bekommt der Weiße Ring die Einnahmen“, so Ronny Giese.

Für Respekt und Toleranz

Am 1. Juni sind er und seine Vereinskollegen beim großen Solidaritätskorso durch Berlin dabei. Ronny Giese mit seinem Ford Crown natürlich vorneweg. Um 13 Uhr starten Police cars, Motorräder, US Cars, Oldtimer, Cop Cars und andere ehemalige Einsatzfahrzeuge zu ihrer Tour durch die Hauptstadt.

Mehr als 2000 waren Anfang der Woche bereits angemeldet. Sie werben für Respekt und Toleranz für die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten. Miss GermanyNadine Berneis, die Polizistin aus Stuttgart – nimmt als Special Guest am Solidaritätskorso teil. Standesgemäß wird sie von den Police cars am Flughafen abgeholt.

Ronny Giese gestattet gern einen Blick unter die Motorhaube des Ford Crown Viktoria. Quelle: Martina Burghardt

In Zehdenick hat Ronny Giese noch niemanden mit seiner Leidenschaft für amerikanische Polizeiautos angesteckt. Der V-8-Motor, 4,6 Liter, knapp 270 PS, die Karosserie mit Rahmen, der Rammbock, die Sonderausstattung nach den Wünschen der Polizei in Natick - es gibt viel zu erzählen über den Crown Vic. Nun will Ronny Giese Kontakt dorthin aufnehmen, Fotos schicken und berichten, dass der ehemalige Streifenwagen erhalten geblieben und nicht etwa als Taxi umfunktioniert wurde, wie es sonst üblich ist. Er denkt, dort wird man sich darüber freuen.

Ein winziges Detail an seinem Auto ist aber doch neu: Die Nummer am Kotflügel lautet jetzt nicht mehr 1-65, sondern 2-65. Das zweite Leben sozusagen. Und Ronny Gieses Geburtsjahr. Der Bus, den er fährt, ist übrigens mit VK 65 gekennzeichnet.

Von Martina Burghardt

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