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Zehdenick Solange die Hoffnung da ist
Lokales Oberhavel Zehdenick Solange die Hoffnung da ist
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02:18 18.05.2018
Die 88-jährige Halina Birenbaum (2. von links) sitzt neben dem Leiter des OSZ, Dieter Starke.
Die 88-jährige Halina Birenbaum (2. von links) sitzt neben dem Leiter des OSZ, Dieter Starke. Quelle: Uwe Halling
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Zehdenick

Eindrucksvoll schilderte am Dienstagvormittag die Israelin Halina Birenbaum die Erlebnisse ihrer Kindheit. Die verbrachte die 88-Jährige fast vollständig im Warschauer Ghetto, Majdanek, Auschwitz-Birkenau und Ravensbrück. Als sie aus dem KZ-Außenlager Neustadt-Glewe befreit wurde, war sie 15 Jahre alt, kehrte nach Warschau zurück und lebte einige Zeit in Paris, ehe sie 1947 nach Palästina auswanderte. Aufmerksame Zuhörer waren die Mädchen und Jungen der 11. und 12. Klassen des Oberstufenzentrums Georg-Mendheim in Zehdenick, die die Zeitzeugin mit einem Auftritt vom Chor begrüßt hatten.

Enttäuscht vom Leben im Kibbuz und vom Verhalten der schon seit langem in Palästina ansässigen Juden gegenüber den Überlebenden des Holocaust, ließ Halina Birenbaum sich trotz der großen Schwierigkeiten nicht entmutigen, sich im Land der Väter ein neues Leben aufzubauen. Halina Birenbaum wurde durch das Naziregime die komplette Jugend gestohlen. Sie war nach der Befreiung gar nicht auf das Leben eingestellt. So stand sie eines Tages vor einem Textiladen in Jerusalem und blickte begeistert auf eine Bluse. Aber sie wusste gar nicht, dass oder wie man sie kaufen könne. Erst durch ihren Mann lernte sie spät, sich im Alltag zurechtzufinden.

Aus ihren Erzählungen wurde deutlich, dass man selbst unter unmenschlichen Verhältnissen überleben könne, solange man die Hoffnung nicht aufgibt.

Von Stefan Blumberg