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Zehdenick Sanierungsbeginn auf der B 109 – oder nicht?
Lokales Oberhavel Zehdenick Sanierungsbeginn auf der B 109 – oder nicht?
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00:27 26.07.2018
Die Ortsdurchfahrt der B 109 ist in einem schlechten Zustand. Das soll sich jetzt ändern. Quelle: Martina Burghardt
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Vogelsang

Es fährt sich gut auf der B 109 von Zehdenick Richtung Templin. Gut ausgebaut ist die Straße. Bis zum Ortseingangsschild von Vogelsang – da wird’s richtig ungemütlich. Ab Ortsausgang rollen die Räder wieder auf glattem Asphalt.

Der schlechte Zustand der Ortsdurchfahrt geht den Bewohnern des Zehdenicker Ortsteils seit Jahren auf die Nerven. Schäden an den Häusern und Probleme mit der Gesundheit sind die Folge.

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Kosten betragen 320 000 Euro

Erleichtert dürfte deshalb so mancher Vogelsanger über die Nachricht gewesen sein, dass nun endlich die Fahrbahn saniert werden soll. 320 000 Euro wird das kosten. Am Montag war Baubeginn. Offiziell jedenfalls.

Von Baumaschinen, Beschilderung und einer Ampel, die den Verkehr auf der halbseitig gesperrten Ortsdurchfahrt regeln soll, war Montagnachmittag allerdings noch keine Spur. Die Fahrzeuge rumpelten ungehindert durch das Straßendorf. Beim Landesbetrieb Straßenwesen hatte man dafür noch keine Erklärung.

Verkehrslärm wird gemindert

Dabei sollte es am Dienstag schon die erste Baubesprechung geben. Hans-Jürgen Otte vom Landesbetrieb war sich nicht sicher, ob das überhaupt Sinn macht. Sicher ist jedenfalls, dass gebaut wird. „Die verschlissene Fahrbahn wird auf einer Länge von 894 Metern abgefräst und durch neue Asphaltschichten ersetzt“, so Hans-Jürgen Otte. „Damit wird die Fahrbahnoberfläche eben und der Verkehrslärm durch die neue Deckschicht verringert.“

Problem besteht seit mehr als zehn Jahren

Die knapp 80 Einwohner dürfte das freuen, wohl auch Gerald Arndt, der sich unter anderem für die Sperrung der Straße für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen und die Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h eingesetzt hatte. Immer wieder machte er in der Vergangenheit Medien, Behörden, Politiker und Polizei auf die unhaltbare Situation aufmerksam. „Schon 2006 wurde zugegeben, dass die Straße Verwerfungen hat“, so Gerald Arndt. „Die Behörden haben seit Jahren die Fakten zum Zustand der B 109 ignoriert.“

Kein grundhafter Ausbau

Nun wird die Oberfläche endlich geglättet. Geplant ist, die Entwässerungseinrichtungen, Straßengräben und die Mulde wiederherzustellen. Ein grundhafter Ausbau findet allerdings nicht statt. Das mit dem Wasser ist offenbar zu kompliziert und teuer.

„Wir sind sehr froh, dass nach den jahrelangen Kämpfen die Straße erneuert wird“, sagte Dirk Wendland, stellvertretender Bürgermeister von Zehdenick. „Die Anwohner haben sich seit Jahren massiv beschwert, aber als Stadt konnten wir uns die Klagen nur anhören.“ Zuständig sei nun einmal der Bund. „Die Verbesserung des Zustandes wird sichtbar, wahrnehmbar und fühlbar sein“, so Dirk Wendland.

Vollsperrung ab nächste Woche

Ob der Bauablauf bei dem verzögerten Start eingehalten werden kann, ist unklar. Nächste Woche jedenfalls, am 30. Juli soll die Ortsdurchfahrt für drei Wochen voll gesperrt werden, während der Asphalt aufgebracht wird. Eine Umleitung über Kurtschlag, Groß Dölln, Gollin, Vietmannsdorf nach Templin ist – noch nicht, aber sicher rechtzeitig – ausgeschildert.

Nach dem ursprünglichen Zeitplan wird die Straße ab 20. August wieder halbseitig befahrbar sein. Am 25. August wollen die Bauarbeiter der Firma Matthäi aus Velten wieder abrücken.

Die Anwohner werden deren Arbeit sicher ganz genau beobachten. Denn nach dem Ausbau der Kleinen Hauptstraße in Vogelsang Anfang 2017 gab es Ärger. Der bleibt den Leuten diesmal hoffentlich erspart.

Von Martina Burghardt