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Zehdenick Handwerksberuf statt Abitur
Lokales Oberhavel Zehdenick Handwerksberuf statt Abitur
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13:23 16.08.2019
Auszubildender Theodor Schulze und sein Ausbilder Ingo Frank in dem Betrieb in der Castrop-Rauxel-Allee in Zehdenick. Quelle: Martina Burghardt
Zehdenick

Gut sichtbar prangt die Zahl 25 am Schaufenster des Zehdenicker Elektroinstallationsbetriebes. Elektro-Frank gibt es seit einem Vierteljahrhundert in der Stadt, seit 1999 am Standort in der Castrop-Rauxel-Allee. 14 Mitarbeiter sind dort im Jubiläumsjahr beschäftigt, dazu ein Auszubildender als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik.

Theodor Schulze aus Bergsdorf bekam diese Stelle, und zwar mitten im Ausbildungsjahr. Den Weg über das Abitur am Strittmatter-Gymnasium Gransee zum Studium hat er erst einmal verlassen, wurde im Februar auf Anhieb bei Elektro-Frank als Lehrling eingestellt und konnte den Stoff aus dem ersten Ausbildungs-Halbjahr rasch nachholen. Dabei half das, was er bis zum Beginn der elften Klasse gelernt hatte. „Ich habe mich sehr schnell und sehr gut reingefunden“, so Theodor Schulze. Es sei auch ein anderes Lernen, weil der Stoff ihn interessiert.

Gute Noten allein reichen nicht

Für Geschäftsführer Ingo Frank war das ein Glücksfall. Denn die Bewerbungen von Schülern mit guten Mathe- und Physikkenntnissen halten sich in Grenzen. Allerdings orientiert sich Ingo Frank, der selbst Wirtschaftsinformatik studiert hat und als Meister gleichzeitig der Ausbilder ist, nicht nur an den Noten. „Wir haben oft Praktikanten und Schüler, die in den Ferien bei uns mitarbeiten“, berichtet er. Dann könne man sehen, wer handwerklich begabt ist und Lust hat – so wie Theodor Schulze.

Der 17-Jährige stammt aus einer Handwerkerfamilie. Die Firmen des Vaters und seines Arbeitgebers arbeiten zusammen, sein Opa war ebenfalls Elektriker. An seinen ersten Arbeitstag bei Elektro-Frank erinnert er sich noch gut. Im Oberstufenzentrum Zehdenick wird die Sicherheitstechnik auf den neuesten Stand gebracht. Der Azubi musste unter anderem Kabel ziehen und Steckdosen anschrauben. Inzwischen weiß er schon, was ihm mehr Spaß macht. Datendosen klemmen zum Beispiel. Und er sieht täglich, was er geschafft hat. Die Arbeit und die damit verbundene Verantwortung wird inzwischen wieder mehr honoriert, wie Ingo Frank sagt.

Handwerk lohnt sich

Handwerker, das wissen nicht nur private Bauherren, sondern auch öffentliche Auftragnehmer, sind zurzeit sehr gut ausgelastet und schwer zu bekommen. Offenbar gibt es auch wieder mehr Interesse an solchen Berufen. „Es muss wieder in die Köpfe, dass man mit Handwerk gut Geld verdienen kann“, sagt Ingo Frank. Die Talsohle, zumindest bei den Elektrikern, ist offenbar durchschritten. Die Elektroniker-Klasse ist mit 25 Azubis recht stark besetzt. Es ist noch nicht allzu lange her, dass die Klassen an der Berufsschule Hennigsdorf nur mit Not zu besetzen waren. Als Innungsobermeister hat Ingo Frank einen guten Einblick in die Lehrlingsausbildung. Doch nun gibt es das nächste Problem: Es fehlen Berufsschullehrer, die jene ersetzen, die bald in Rente gehen.

Die angehenden Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik haben zwei Wochen Schule und gehen vier Wochen arbeiten, nehmen darüber hinaus an überbetrieblichen Lehrgängen teil. Die Mitarbeiter von Elektro-Frank sind im privaten Eigenheimbau beschäftigt. Dazu kommen Bauvorhaben von öffentlichen Auftraggebern.

Nächstes Jahr ist wieder eine Stelle frei

Die Zehdenicker Elektro-Firma könnte gut und gerne weitere Aufträge annehmen, mehr Leute einstellen. Aber das würde andere Strukturen voraussetzen. Mit der aktuellen Betriebsgröße käme man gut zurecht, so Ingo Frank. Obwohl in der Vergangenheit nicht regelmäßig Berufsnachwuchs ausgebildet wurde, gab es in der Firmengeschichte mehrere Lehrlinge. Ingo Frank möchte künftig alle zwei Jahre einen Azubi einstellen, im zweiten Halbjahr 2020 wäre also wieder eine Stelle frei.

Mädchen sind übrigens ebenso angesprochen wie Jungen. „Als Obermeister habe ich auch schon Mädchen den Gesellenbrief übergeben“, so Ingo Frank. Trotzdem wäre eine Auszubildende eine Ausnahme. Die Mitschüler von Theodor Schulze in der Berufsschule sind jedenfalls allesamt männlich.

Von Martina Burghardt

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